Pegelstände sinken - doch Experten warnen

Neuer Starkregen: Heute drohen in Franken wieder Überflutungen - Wo die Lage prekär ist

Tobi Lang
Tobi Lang

Online-Redakteur

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11.7.2021, 11:20 Uhr
Braune Brühe bedroht viele Gemeinden auch in Franken. 

Braune Brühe bedroht viele Gemeinden auch in Franken.  © NEWS5 / Bauernfeind

In vielen Orten Frankens blicken Menschen in diesen Stunden mit Angst in den Himmel. Noch immer kämpfen Tausende Anwohner mit den Schäden der Überflutungen vom Freitag und Samstag, als über die Ufer getretene Flüsse teils ganze Ortschaften unter Wasser setzten. Im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim gilt etwa noch immer der Katastrophenfall - wann er aufgehoben werden kann, ist unklar. Der Landkreis Erlangen-Höchstadt stellte am Samstag die sogenannte "Großschadensereignislage" fest, eine Warnstufe tiefer. Doch auch dort spitzt sich die Lage mancherorts zu, auch wenn die Pegel fallen. Vorerst zumindest.

Der Deutsche Wetterdienst rechnete bereits in der Nacht auf Sonntag mit gebietsweise heftigen Regenfällen, auch im Lauf des Tages wird das Wetter niederschlagsreich. "Dies wird zu lokalen Wiederanstiegen der Pegel in den betroffenen Gebieten führen", teilt das Landesamt für Umwelt mit. "Extreme Sturzfluten sind unwahrscheinlich." Aber eben nicht ausgeschlossen.

War es ein "Jahrhunderthochwasser"?

Der Hochwassernachrichtendienst Bayern (HND) sieht den Schwerpunkt im zentralen Mittelfranken. Die Laufer Mühle an der Aisch etwa steht noch immer bei Meldestufe vier, also der höchsten, die vergeben werden kann - dort ist die Tendenz aber sinkend. Ähnlich sieht es bei der Thann in Altmühl aus, die derzeit bei Meldestufe drei stagniert. "Die Pegel der westlichen Zuflüsse zur Regnitz und die Regnitz selbst zeigen überwiegend fallende Wasserstände", heißt es es in einer Mitteilung des HND, etwa am Oberlauf der Aisch, der Fränkischen Rezat, der Zenn und der Bibert. In der Rednitz bei Roth steigt der Pegel leicht.

Entspannt habe sich die Lage hingegen zumindest etwas im oberen Maingebiet, die Pegel in Schenkenau/Itz und Baunach, wo es bereits zu Überflutungen kam, seien weiter hoch - aber mit sinkender Tendenz. "Auch an der Altmühl und Wörnitz fallen die Wasserstände in den Oberläufen", so der HND.

Derweil laufen vielerorts die Aufräumarbeiten. Der 4000-Einwohner-Ort Wilhermsdorf etwa ist nach den schweren Überschwemmungen noch immer verwüstet, immerhin Strom hat die Gemeinde im Landkreis Fürth wieder. Im Kreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim ist die Feuerwehr noch immer im Dauereinsatz, einige Straßen sind auch am Sonntag noch nicht wieder befahrbar. Der Sprecher der Feuerwehren im Landkreis, Rainer Weiskirchen, nannte die Vorfälle am Freitag ein "Jahrhunderthochwasser", er habe so etwas in 40 Jahren bei der Feuerwehr noch nicht erlebt. "Wenn man im Aischgrund schaut, was Wasser alles anrichten kann, das ist Wahnsinn."