Corona-Ampel

2G in der Disko: Diese Corona-Regeln gelten im Landkreis Neumarkt

Datum:040417.. Dr. Wolf-Dietrich Nahr. Foto: altrofoto.de..
Wolf-Dietrich Nahr

Neumarkter Nachrichten, stellvertretender Redaktionsleiter

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6.11.2021, 06:00 Uhr
Für den Besuch in Diskotheken werden ab Sonntag die Zugangsbedingungen wegen Corona wieder verschärft. 

Für den Besuch in Diskotheken werden ab Sonntag die Zugangsbedingungen wegen Corona wieder verschärft.  © Patrick Pleul/dpa, NNZ

Ab Sonntag, 0 Uhr, sehen sich auch die Bürger im Landkreis Neumarkt mit der gelben Stufe der Corona-Ampel konfrontiert. Bei Veranstaltungen und Einrichtungen, die bisher die 3G-Regel anwenden konnten, gilt ab Sonntag 3G-Plus. Mit der Folge, dass ein Corona-Schnelltest nicht mehr ausreicht, sondern das Ergebnis eines PCR-Tests vorgelegt werden muss. Ausnahmen bilden nichtschulische Bildungseinrichtungen wie Hochschulen, Bibliotheken und Archive. Dort gilt 3G.

Tests in Pflegeeinrichtungen

In Clubs, Diskotheken, Bordelle und "vergleichbare Freizeiteinrichtungen" kommt nur, wer sich als Geimpfter oder Genesener ausweisen kann. Pflegeeinrichtungen sind nunmehr angehalten, beim Personal und bei Besuchern zwei Mal pro Woche Corona-Tests durchzuführen.

Ab Sonntag reichen die medizinischen Masken nicht mehr aus, sondern die Bürger sind verpflichtet, wieder FFP2-Masken zu tragen. In den Schulen gelten dagegen Sonderregelungen: Ab Montag sind in Grundschulklassen Stoffmasken verpflichtend, während Schüler in anderen Schularten und Klassenstufen medizinische Masken tragen müssen.

Inzidenz gefallen

Am Freitag ist der offizielle Inzidenzwert des Robert-Koch-Institutes nochmals deutlich von 284,7 auf 241,8 Infektionen in sieben Tagen bezogen auf 100.000 Einwohner gefallen. Nach Angaben des Landratsamtes wurden aber im Landkreis 140 Neuinfektionen mit dem Coronavirus bestätigt, 61 Personen wurden als genesen gemeldet. Der Inzidenzwert nach den tagesaktuellen Berechnungen des Gesundheitsamtes ist entgegen dem RKI-Trend gestiegen.

Vor diesem Hintergrund ist es leicht möglich, dass die Corona-Beschränkungen schon in wenigen Tagen nochmals verschärft werden. Eine Bedingung dafür ist laut Kreis-Sprecher Michael Gottschalk bereits erfüllt: Im Rettungsleitstellen-Bezirk Regensburg - auch Neumarkt gehört dazu - sind bereits mehr als 80 Prozent der Intensivbetten belegt.

Blick auf die Infektionszahlen

Klettert nun im Landkreis Neumarkt die Inzidenz wieder über 300 - wie schon an mehreren Tagen der Fall -, dann springt die Coronaampel auf Rot. Dies hätte dann zur Folge, dass für eine Zugänglichkeit zu Veranstaltungen und Einrichtungen Tests nicht mehr ausreichen würden, sondern nur noch Geimpfte und Genesene Eintritt bekommen. Überdies müssten dann in Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern zwei Mal pro Woche Tests durchgeführt werden.

Gleichwohl gilt der Landkreis Neumarkt im regionalen Vergleich als eine Art Corona-Hotspot. Im Nachbarschaftsvergleich liegt die Inzidenz nur im Landkreis Regensburg (277,4) höher. Kreis-Sprecher Gottschalk kann sich nicht so recht erklären, warum es im Landkreis überdurchschnittlich viele Neuinfizierte gibt. Einzelne Einrichtungen mit hohen Fallzahlen wie in der Vergangenheit sind diesmal nicht betroffen. Auffällig sei aber, dass sich immer wieder ganze Familien mit dem Corona-Virus anstecken.

Unterdurchschnittliche Impfquote

Überdies hinkt der Landkreis Neumarkt mit einer Impfquote von knapp 62 Prozent um rund drei Prozentpunkte hinter den bayerischen Durchschnitt her. Eine Erklärung dafür gibt es im Landratsamt nicht. Michael Gottschalk: "Wir können nur an die Bürger appellieren, die umfangreichen Impfangebote wahrzunehmen." Das Publikum hat offenbar zunehmend den Ernst der Lage erkannt: Im Impfzentrum hat die Zahl der Anfragenden fast sprunghaft zugenommen: Am Donnerstag und Freitag bekamen jeweils rund 400 Menschen die Spritze.

Über 75 Prozent ungeimpft

Mit Blick auf das aktuelle Infektionszahlen ist dies dringend geboten. Am Freitag waren 997 mit dem Coronavirus infizierte Personen bestätigt. Nach Angaben von Kreis-Sprecher Gottschalk sind etwas mehr als 75 Prozent ungeimpft, während etwa 22 bis 24 Prozent sich trotz Impfung infiziert haben. Er hält deshalb die Formel "Pandemie der Ungeimpften" durchaus für angebracht.

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