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Freitag, 27.11.2020

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500 Jahre altes Jura-Haus in Breitenbrunn wird Schmuckkästchen

Das alte Jura-Haus in Breitenbrunn wurde in Absprache mit den Denkmalschützern runderneuert. - 10.10.2020 11:39 Uhr

Zur Straßenseite hin hat das Jura-Haus jetzt eine Wand aus gestocktem Beton, die östliche Giebelseite wird noch mit Bruchsteinen aufgemauert.

09.10.2020 © Foto: Werner Sturm


Von April bis in die letzte Septemberwoche hinein war die ansonsten viel befahrene Dürner Straße gesperrt. Grund waren umfangreiche Sanierungsarbeiten an dem Jura-Haus, dessen Wurzeln schon viele Jahrhunderte zurückreichen. So waren Denkmalschützer in dem kleinen Häuschen auf Holzbalken gestoßen, auf denen das Jahr 1530 genannt ist. Jetzt präsentiert sich das Gebäude in einem neuen Gewand. Die Wand zur Straße hin ist aus gestocktem Beton, einem Material, das nicht nur gut aussieht, sondern auch gerne bei der Restaurierung bedeutender, denkmalgeschützter Gebäude verwendet wird.

Mit Bruchsteinen aufgemauert

Die drei vorherigen Fenster sind verschwunden und wurden durch ein bogenförmiges Fenster und vier schmale Fensteröffnungen ersetzt, die allesamt noch eine Brandschutzverglasung bekommen. Das Gleiche gilt für die neuen Fensteröffnungen an der östlichen, zum Marktplatz hin zeigenden Giebelfront. Dort steht noch ein Gerüst, weil diese Seite mit Bruchsteinen aufgemauert wird. Anders ist die Situation auf der Westseite. Dort wurde die Giebelwand in Abstimmung mit dem Denkmalamt weitestgehend im ursprünglichen Zustand erhalten. Eingedeckt wurde das Gebäude mit gerade geschnittenen Biberschwanz-Dachziegeln, deren graue Farbe gut an die ursprünglichen Kalkplatten erinnert.

Die abgestimmte Vorgehensweise aller Beteiligten bei der Sanierung und der Neugestaltung des alten Jura-Hauses, dem die Spuren der Zeit schon mehr als deutlich anzumerken waren, hat dazu geführt, dass an dessen Stelle ein kleiner Blickfang entstanden ist beziehungsweise noch entsteht.

In Besitz einer Schreiner-Familie

Die westliche Giebelseite wurde erhalten, genauso wie das kleine Häuschen über dem alten Bierkeller.

09.10.2020 © Foto: Werner Sturm


Das neue Haus dient keinem Wohnzweck mehr, aber es steht auch als Lagergebäude künftig dem Denkmalschutz zur Verfügung. Es befindet sich nämlich im Besitz einer ortsansässigen Schreiner-Familie, deren Betrieb gleichzeitig ein Fachbetrieb für historische Fenster und Türen im Denkmalschutz ist. Dazu zählen unter anderem der originale Nachbau denkmalgeschützter Bauteile in Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt, die Schaffung neuer, absolut denkmalgerechter Fenster und Türen mit verbesserten Wärmedämmwerten oder die Restaurierung und Überarbeitung von alten Fenstern, Türen und Treppen. Solche, zu restaurierende Bauteile, werden künftig in dem kleinen Häuschen neben der Dürner Straße gelagert.

Angrenzend an die westliche Giebelseite steht übrigens noch ein kleines Bauwerk, unter dem sich ein alter Bierkeller befindet. Der Keller und das schmale Häuschen bleiben erhalten. Letzteres soll aber nach den Worten seines Besitzers noch neu eingedeckt werden.

Im Rahmen der eingangs erwähnten städtebaulichen Neuordnung ist es nun auch gelungen, ein richtig gehendes Verkehrshindernis ein ganzes Stück weit zu beseitigen. Die Dürner Straße, die Kreisstraße NM 13, weist seit jeher ein hohes Verkehrsaufkommen auf. Eltern bringen hier ihre Mädchen und Buben in die Kindertagesstätte St. Marien, Angehörige statten den Bewohnern im Haus der Betreuung und Pflege einen Besuch ab, Patienten besuchen die neben der Straße liegende Arztpraxis und schwere Holzfuhrwerke liefern ihre Last in ein örtliches Sägewerk.

Besonders für den Schwerlastverkehr war es in der Vergangenheit nicht immer einfach, die enge Passage auf Höhe des Jura-Hauses zu meistern. Jetzt wurde die Hauswand zur Straßenseite hin um 40 Zentimeter zurückgenommen, was laut Bürgermeister Johann Lanzhammer zu einer deutlichen Verbesserung der Verkehrssituation führen dürfte.

WERNER STURM

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