Mit fünf Husky-Stärken durchs Lengenbachtal

Abenteuer im Camp der Schlittenhunde

Irene Heinloth

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28.11.2021, 15:00 Uhr
Und los geht‘s: Zu Beginn der Ausfahrt legen sich die Hunde mächtig ins Zeug und ziehen die Wagen in hohem Tempo über die Wiese bis zur nächsten Weggabelung.
 

Und los geht‘s: Zu Beginn der Ausfahrt legen sich die Hunde mächtig ins Zeug und ziehen die Wagen in hohem Tempo über die Wiese bis zur nächsten Weggabelung.   © Wolfgang Fellner, NNZ

Der Nebel hängt tief über der Jurahochebene, die Kälte hat sich fest gekrallt im Lengenbachtal. Zwei, drei Grad hat es, der Atem dampft bei Mensch und Tier. Genau die richtige Betriebstemperatur für ein Rudel Husky, das im Camp von Daniel Meyer auf die Abenteuer des neuen Tages wartet.

„Sind die Wölfe schon da?“, fragt ein Junge, der mit seiner Mutter auf dem Weg ins Lengenbachtal ist. Nein, Wölfe sind keine da, aber über 15 Schlittenhunde. Nähert man sich der Wiese unterhalb des Ortes Helena, ist immer wieder Heulen oder Bellen zu hören. Kommt man näher, sieht man die schon die Hunde, die in Reihen angeleint sind, zwei Zelte, ein offenes Feuer, über dem ein schwarzer Teekessel hängt und etliche Fahrzeuge.

Ines Wasle zeigt, wie man den Vierbeinern das Geschirr richtig anlegt. Danach dürfen es die Teilnehmer selbst versuchen.
 

Ines Wasle zeigt, wie man den Vierbeinern das Geschirr richtig anlegt. Danach dürfen es die Teilnehmer selbst versuchen.   © Wolfgang Fellner, NNZ

Das Schlittenhundecamp ist eine Initiative Daniel Meyer, der nicht nur den Glückshundeshop in Rittershof betreibt, sondern auch seine Leidenschaft für den Zughundesport entdeckt hat. Zusammen mit Ines Wasle und Somja Döring aus Schweden bietet er auf der Wiese im Lengenbachtal, die Rosa und Gerhard Hierl aus Helena zur Verfügung gestellt haben, ein Camp für Kinder und Erwachsene an.

An drei Tagen werden verschiedene Gruppen zunächst theoretisch an das Thema herangeführt und dann dürfen die Teilnehmer, höchstens fünf pro Gruppe, an die Hunde. Streicheln, Geschirr anlegen, alles was ein künftiger Musher wissen und können sollte, wird vermittelt.

Und dabei wird schnell eines klar, die Hunde aus dem Norden sind liebenswerte Familienhunde mit vielen guten Eigenschaften. Wer jedoch nicht bereit ist, die Vierbeiner rassetypisch zu halten und auszulasten, der sollte die Finger von diesen Tieren lassen.

 Die Hunde aus dem Norden sind liebenswerte Familienhunde mit vielen guten Eigenschaften. 

 Die Hunde aus dem Norden sind liebenswerte Familienhunde mit vielen guten Eigenschaften.  © Wolfgang Fellner, NNZ

Um herauszufinden, ob ein Husky der richtige Hund ist, ist der siebenjährige Josua mit seinen Eltern da. Während der Vater längst sein Herz an die Schlittenhunde verloren hat, soll die Mutter noch überzeugt werden, dass dieses Hobby nicht nur zusätzlich viel Arbeit und Verantwortung mit sich bringt, sondern auch jede Menge Freude.

 Die Vierbeiner sind begierig zu laufen und in ihrer Vorfreude oft kaum zu bremsen. 

 Die Vierbeiner sind begierig zu laufen und in ihrer Vorfreude oft kaum zu bremsen.  © Wolfgang Fellner, NNZ

Eigentlich wünscht sich die neunjährige Olivia ja einen Dobermann, wie sie sagt. Da sie aber alle Hunde liebt, nimmt sie ebenfalls am Camp teil und hat schon einen der Junghunde fest ins Herz geschlossen.

Der vierjährige Arne hingegen hat schon Erfahrung und durfte bereits sein erstes kleines Rennen selbst bestreiten. Er und sein Vater freuen sich, mit Ines Wasle und Somja Döring zwei fachkundige Schlittenhundeexpertinnen getroffen zu haben, die sowohl zum Wesen der Hunde, als auch zum Schlittenhundesport Informationen aus erster Hand zu bieten haben.

Die beiden Frauen hat Daniel Meyer in Schweden kennengelernt, wo er ein Ferienhaus von ihnen gemietet hatte. Das große Faible von Ines und Somja sind Schlittenhunde, insbesondere die Zucht der Kanadischen Eskimohunde, die sie in ihrer Wahlheimat in Schweden betreiben. Diese Rasse wurde von den Inuit unter anderem zum Ziehen schwerer Lasten und zum Aufspüren von Seehunden eingesetzt. Mittlerweile ist ihr Bestand stark geschrumpft und sogar vom Aussterben bedroht.

Beim Schlittenhundecamp im Lengenbachtal haben die beiden Frauen, die auch sehr erfolgreich im Zughundesport unterwegs sind, vier dieser seltenen Hunde dabei, dazu noch acht Sibirian Huskys.

Mit einer unvergesslichen Ausfahrt im Hundewagen endet das Camp für jede Gruppe. Aufgrund der großen Resonanz, die Veranstaltung war ausgebucht, ist im nächsten Jahr wieder ein Schlittenhundecamp im Lengenbachtal geplant.

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