Alte Mälze in Lauterhofen öffnet im September

23.7.2020, 17:36 Uhr
Eine „Ideenschmiede“ und ein „Ort des Treffens“: In Lauterhofen nimmt die Alte Mälze immer mehr Gestalt an, die Sanierungsarbeiten laufen weiter. Im denkmalgeschützten Gebäude ist derzeit der Innenausbau im Gange.

Eine „Ideenschmiede“ und ein „Ort des Treffens“: In Lauterhofen nimmt die Alte Mälze immer mehr Gestalt an, die Sanierungsarbeiten laufen weiter. Im denkmalgeschützten Gebäude ist derzeit der Innenausbau im Gange. © Foto: Jutta Riedel

Erst 2017 war es nach langen Verhandlungen gelungen, das Gebäude zu erwerben, das kurz vor dem Abbruch stand. "Rettung in letzter Not", kommentierte Projektleiterin Judith Splettstößer vom Architekturbüro Berschneider + Berschneider aus Pilsach.

Inzwischen sind die Bauarbeiten nahezu abgeschlossen. Zwei bis drei Wochen werden noch für die Metallarbeiten im Innenraum benötigt, anschließend werden die Fußböden aus massivem Eichenparkett verlegt. Auch die Außenarbeiten werden in rund drei Wochen erledigt sein. Möbel sind bestellt und werden im September erwartet.

Der Innenausbau wurde sehr flexibel gehalten, Einbauten gibt es kaum, um verschiedenste Nutzungen zu ermöglichen. Der Gewölbekeller aus dem 15. Jahrhundert und ältester Teil des gesamten Gebäudes ist als Werkstattraum mit Teeküche ausgebaut mit robustem Fliesenboden und kann beispielsweise für Bastel-, Mal- oder Töpferkurse genutzt werden.

Angenehme Temperierung

Beheizt wird mit einer umlaufenden Wandheizung im Großeschmidt-System, das neben einer angenehmen Temperierung für einen Schutz der historischen Außenwand sorgt. Hinzu kommt ein fester Heizkörper mit Industriecharakter Marke Eigenbau. Das Erdgeschoss bietet Platz für einen Multifunktionsraum mit etwa 30 Sitzplätzen und eine kleine Lounge als Rückzugsort, die mit gemütlichen Sesseln ausgestattet wird. Hier sind unter anderem Vorträge, Ausstellungen, Musikabende oder Lesungen geplant.

Der Blick nach oben in das Obergeschoss bleibt weitgehend frei, das erste Stockwerk wird lediglich als Zwischenebene und Galerie genutzt mit Zugang zu der – aktuell noch nicht eingebauten – frei aufgehängten WC-Box und Aufgang ins Dachgeschoss. Hier ist die Ebene abgesetzt vom Bestandsgebäude mit der Möglichkeit, ins Erdgeschoss hinunterzuschauen und einem freien Blick auf den Dachstuhl und in den Mälzereiturm. Hier könnten Seminare abgehalten werden, Vereinssitzungen oder Workshops.

Es geht voran mit den Sanierungsarbeiten: Seit Oktober wird in der Alten Mälzerei in Lauterhofen gewerkelt. Das Gebäude aus dem 16. und 17. Jahrhundert wird mit rund 1,3 Millionen Euro wieder hergerichtet.

Es geht voran mit den Sanierungsarbeiten: Seit Oktober wird in der Alten Mälzerei in Lauterhofen gewerkelt. Das Gebäude aus dem 16. und 17. Jahrhundert wird mit rund 1,3 Millionen Euro wieder hergerichtet. © Foto: Jutta Riedel

Bei der Auftragsvergabe wurde auf möglichst viele regionale Handwerksbetriebe gesetzt, erläutert Architekt und Brandschutzsachverständiger Rico Lehmeier vom Büro Berschneider. Aus Lauterhofen sind beteiligt die Zimmerei Dirner, die Firma Metallbau Edenharder, Heizung und Sanitär Xaver Meyer und die Elektro Mühlbauer aus Trautmannshofen, die Putz- und Stuckarbeiten übernahm das Bauunternehmen Weigert aus Hohenburg.

"Kultureller Treffpunkt"

Insgesamt entsteht mit der historischen Mälze ein "kultureller Treffpunkt" für Vereine und Bürger. Projektleiterin Splettstößer hofft auf ein "Leuchtturmprojekt", das weitere Projekte im Ort nach sich ziehen wird.

Ein Wunschtraum bleibt offen: Mitsamt dem rückwärtig angrenzenden Grundstück und dem ebenfalls denkmalgeschützten Gasthaus Krone – einem der wenigen laut Sebastian Mickisch vom Landesamt für Denkmalschutz noch schützenswerten Gebäude – ergäbe sich ein ganz besonderes Ensemble.

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