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Dienstag, 15.10.2019

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An Neumarkter Baustellen herrscht Chaos

Manche Anwohner öffnen Absperrungen für ihre Autos - 24.05.2019 09:04 Uhr

Engstelle Sandstraße: Zwischen der aufgegrabenen Fahrbahn und der Grube für die Parkpalette ist nur ein schmaler Durchgang, der gerade einmal Raum genug für einen Fußgänger bietet. Trotzdem sieht man immer wieder Radler dort fahren. © Foto: Günter Distler


Dabei denken wir nicht nur an die Geschäftsleute, deren Kunden vielleicht nicht den Weg zu ihnen finden, sondern an ganz normale Menschen, die nicht mehr mit dem Auto zu ihrem Hoftor fahren können wegen einer Baustellensicherung.

"Viele Anwohner räumen die weiß-roten Baken beiseite, um zu ihren Anwesen zu gelangen", hat eine Leserin aus der Sandstraße beobachtet. Verständlich. Schließlich möchte niemand seine Einkäufe 113 Meter weit tragen oder einen Parkplatz suchen, wenn das Auto auch vor der Haustüre stehen könnte. Aber ist dies auch erlaubt?

",Nein", sagt Franz Janka, Presseprecher der Stadt Neumarkt, auf Anfrage der Neumarkter Nachrichten. Dabei lässt die Stadt zwar die Straßen umgestalten oder den Kanal sanieren. Doch zuständig für die Sicherung einer Baustelle ist die ausführende Firma. Wenn Sperrungen oder Behinderungen des Verkehrs durch die Baustelle entstehen, erhält die Baufirma von der Stadtverwaltung eine sogenannte "verkehrsrechtliche Anordnung". Darin ist genau festgelegt, welche Verkehrszeichen zu verwenden sind, Geschwindigkeitsbegrenzungen, wie abgesperrt werden muss, von wann, bis wann und noch vieles mehr.

Erlaubt ist eine Seite, die alltägliche Praxis eine andere. Und da sieht die NN-Leserin Gefahr im Verzug. "Wer haftet, wenn ein Ortsunkundiger nachts an der Absperrung vorbei fährt und sein Auto in der unbefestigten Baustelle beschädigt?"

Dann müsse sich der Geschädigte sich an denjenigen wenden, der Anlass für die Auslösung des Schadens war, so Pressesprecher Janka. Also in dem beschriebenen Fall wohl an den Anwohner als Verursacher. Allerdings: In einem Straßenzug wird sich nur schwierig nachweisen lassen, wer möglicherweise als letzter eine Lücke in der Absperrung offen gelassen hat.

Schmale Wege

Betroffen sind von Baustellen nicht nur Autofahrer, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer. Denn die Wege durch beziehungsweise neben der Baustelle sind meist so schmal, dass sie lediglich als Fußgängerwege ausgeschildert werden. Für Radler heißt dies: Absteigen.

Eigentlich. Denn tatsächlich fahren die meisten Radler zwischen den Fußgängern umher. Zumindest hat dies unsere Leserin beobachtet an der Sandstraße und auch an der Mühlstraße bei dem Schlossbad. "Wieso wird dies nicht überwacht", fragt sie. "Die Stadt ist für den fließenden Verkehr nicht zuständig", sagt Janka. Doch die Polizei schaut im Rahmen ihrer Streifenfahrten vorbei. "Mit Augenmaß", sagt PI-Chef Danninger.

Denn es macht schon einen Unterschied, ob ein Radler sich durchdrängelt oder ob er sich verhält wie ein rücksichtsvoller Fußgänger, der halt rollt. Passiert ist übrigens noch nichts. Zumindest ist bei der Polizei kein Unfall zwischen Fußgängern und Radler in diesen Bereich angezeigt worden.

Ganz und gar nicht harmlos sind hingegen die Autos, die ihre Besitzer auf der Freifläche in der Ampel hinter der Kreuzung abstellen. Dort ist das Parken strengstens verboten, denn handelt es sich um eine zwingend freizuhaltende Feuerwehrzufahrt für die Wohnhäuser. Deshalb kontrolliert dort der Verkehrsüberwachungsdienst der Stadt regelmäßig, sagt Janka.

HAUKE HÖPCKE

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