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Astrid Zunner hat Appetit auf eine weitere WM

Die Velburger Triathletin hat 2019 große Erfolge verbucht, ist aber noch lange nicht satt - 07.11.2019 11:24 Uhr

Astrid Zunner und Ehemann Christian Wolfarth in den Hallen von Rad-Experte Peter Stadler. Mit neuem Triathlonrad, neuem Trainer und neuen Zielen will sie im kommenden Jahr angreifen. © Foto: Anestis Aslanidis


Die Velburgerin feiert 2019 das sportlich erfolgreichste Jahr ihrer bisherigen Karriere. Der Höhepunkt Anfang September war die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Lausanne. Für die olympische Distanz – 1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen – benötigte sie 2:35:46 Stunden und belegte als schnellste Deutsche Platz zwölf in der Altersklasse 45.

Ganz zufrieden war sie nicht mit ihrer Leistung: "Da wäre mehr drin gewesen, wenn ich meine Kräfte anders verteilt hätte", ist Astrid Zunner überzeugt. "Es waren einfach zu viele Wettkämpfe. Ich hätte stattdessen mehr Grundlagen trainieren sollen."

Die Vorbereitung auf die WM hatte es in der Tat in sich: Neben 15 Stunden Training pro Woche absolvierte sie zahlreiche regionale Triathlons (fünf erste Plätze), nahm an der Deutschen Meisterschaft in Beilngries teil (2:15:05; 1. Platz AK45) und kämpfte sich bei Europameisterschaft in Weert auf den 2. Platz ihrer Altersklasse (2:18:15). "Danach war die Luft raus", sagt Zunner.

Neuer Trainer, neues Rad

Astrid Zunner hat ihre Lehren daraus gezogen. Das kommende Jahr will sie überlegter angehen. Mit einer gezielten Vorbereitung, speziell auf sie zugeschnitten. Ein wachsames Auge darauf wird Trainer Stephan Löw aus Weiden haben, "ein Urgestein der Triathlon-Szene", wie Zunner sagt. Er soll Ehemann, Trainer und Triathlet Christian Wolfarth entlasten und an ihrer Laufleistung schrauben – "da ist noch Luft nach oben", findet Zunner, die im Radfahren ihrer Paradedisziplin sieht.

 

Damit das auch künftig so bleibt, hat Freund und Sponsor Peter Stadler ein nagelneues Triathlonrad spendiert. Das aerodynamische Geschoss hat den Wert eines Kleinwagens und soll die Sportlerin weiter zu Höchstleistungen anspornen. Stadler glaubt an Astrid Zunner, seit bald 20 Jahren unterstütze er sie.

Als Hobby-Triathletin, die damit kein Geld verdient, ist die Industriekauffrau und Mutter auf einen Sponsor wie ihn angewiesen. "Ohne wäre das alles nicht möglich gewesen, er war immer für mich da", sagt Zunner.

Im Schwimmen enorm verbessert

Mit ihren Zeiten im Wasser ist die 45-Jährige zufrieden. Schwimmtrainer Günther Bartl habe sie in dieser Disziplin "enorm nach vorne gebracht". Als Mitglied von Tristar Regensburg und Windschatten Neumarkt habe sie jeden Tag die Möglichkeit, Bahnen zu ziehen.

Angefangen hat alles mit dem Velburger Kirchweihtraithloh. Als sie 23 war, meldete sie sich an, gab ihr Bestes – und kam als Vorletzte ins Ziel. Die Platzierung war nebensächlich, das Triathlon-Virus hatte Astrid Zunner infiziert. Sie trainierte viel und startete im Jahr 2007 durch. Seither ist sie eine der Größen der hiesigen Laufsportszene. Ihre Leidenschaft für den Triathlon beschreibt sie so: "Mich fasziniert, dass es drei Sportarten sind, ich in der Natur bin und immer schöne Orte sehe. Die Jagd nach immer besseren Zeiten spielt natürlich auch eine Rolle."

Triathlon boomt

Damit ist sie nicht allein. Die Sportart boomt in Deutschland wie keine andere, Vereine wie ihr Tristar Regensburg haben in den vergangene Jahren ihre Mitgliederzahl verdoppelt. Das liegt auch an den sehr erfolgreichen deutschen Spitzensportlern: In den vergangenen sechs Jahren hat immer ein Deutscher den Ironman auf Hawaii gewonnen.

Astrid Zunner kann sich für den Ironman und die enorme Distanz (3,86 km Schwimmen, 180,2 km Radfahren, 42,195 km Laufen) nicht begeistern. "Langdistanzen mache ich nicht mehr, die sind nicht so wirklich gesund", sagt sie. Ihr Ziel für das kommende Jahr: ein Platz unter den besten Zehn ihrer Altersklasse bei der WM.

PHILIP HAUCK

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