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Dienstag, 22.10.2019

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Ausstellung im G 6 befasst sich mit Heimatgefühlen

Berufsschüler mit und ohne Migrationshintergrund laden Besucher zu Perspektivwechsel ein - 20.05.2019 17:27 Uhr

Nadine Hirsch (von links nach rechts), Arbresha Haliti und Jessica Wurm betrachten im Neumarkter G 6 die Lebensläufe ihrer Schulkameraden. Sie selbst hatten für die anderen in einer Schulpause gekocht: Milchreis und Milchkuchen mit Karamellsoße.


Jeder kann jederzeit vorbeischauen und sich die Gedanken durchlesen, die sich die Neumarkter Berufsschüler der Berufsintegrations- und der Büromanagementklassen zum Thema gemacht und auf Plakaten festgehalten haben.

In Rap und Pizza vereint

Die Kernaussage: So vieles unterscheidet uns gar nicht. "Die Jugendkultur ist zum Beispiel gar nicht so unterschiedlich", berichtet beispielsweise ein Lehrer. Rap und Pizza mögen laut ihm fast alle. Auf einigen Plakaten schildern Schüler mit Migrationshintergrund ihre Herkunftsgeschichte. Auch in Filmen (die aus Datenschutzgründen im G 6 nicht gezeigt werden dürfen) erzählen Gleichaltrige ihre Geschichten.

"Ich musste weinen, als mir beispielsweise ein 17-jähriger Syrer erzählt hat, dass er unschuldig im Gefängnis saß, bevor er nach Deutschland kam. Ich habe gemerkt, wie sehr ihm das darüber Sprechen zu schaffen macht", erzählt Corinna Behnke.

Die Ausstellung, die auch Gedichte und Spiele beinhaltet, ist im Rahmen der sogenannten Interkulturellen Tage an der Schule entstanden. Die Schüler sollen dabei einander begegnen und so möglicherweise vorhandene Vorurteile abbauen.

Kirchweih, Bier und Feiern

Ob es nicht zumindest ein Klischee gab, das sich bei den Filmerinnen – immerhin hatten sie rund 60 Interviews geführt – erfüllt hat? "Eigentlich nur, dass für Deutsche Bier, Kirchweih und Feiern zum Heimatgefühl gehört", sagt Lea Warda.

Neben dem Filmprojekt gab es noch eine Kochgruppe, in der Schüler aus Serbien, Bulgarien und dem Kosovo zunächst überlegt haben, was sie zum Pausenverkauf kochen könnten. Ihr Ergebnis: "Milchreis mit Zimt gibt es in allen Ländern, nur heißt er halt überall ein bisschen anders", so Arbresha Haliti.

Ein weiterer Teil der Ausstellung zeigt Gedichte unter der Überschrift "Deutschland und ich" – geschrieben von Schülern mit und ohne Migrationshintergrund. Gerade in der Gegenüberstellung sorgen manche Zeilen für Gänsehaut.

Die Ausstellung, die auch noch zwei selbst erarbeitete Spiele zu Sprache, Kultur und Bräuchen anderswo beinhaltet, kann während der Öffnungszeiten des G 6 besucht werden.

ALEXANDRA HADERLEIN

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