Ausstellung in Neumarkt widmet sich Russlanddeutschen

17.1.2015, 10:00 Uhr
Projektleiter Jakob Fischer, Deutscher aus Kasachstan, führt im Landratsamt am Mittwoch, 21. Januar, 19 Uhr, zur Eröffnung in die Schau über Russlanddeutsche ein.

Projektleiter Jakob Fischer, Deutscher aus Kasachstan, führt im Landratsamt am Mittwoch, 21. Januar, 19 Uhr, zur Eröffnung in die Schau über Russlanddeutsche ein. © privat

„Spuren und Emotionen“ versprechen die Initiatoren der Ausstellung, die mit Vorträgen, Schaubildern, Filmen und Tafeln das wechselvolle Schicksal der Russlanddeutschen darstellen wollen.

Bis Dienstag, 10. Februar, ist die Schau im Landratsamt zu sehen, die mit einem historischen Blick zurück beginnt: Viele Deutsche folgten dem Ruf der russischen Zarin Katharina II. vor 250 Jahren zur Besiedlung sowie Kultivierung Russlands und wanderten an die Wolga, in die Ukraine, in den Kaukasus, nach Wolhynien und Bessarabien sowie in die Großstädte des Zarenreiches ein.

Doch die heimisch gewordenen und bis dato hoch geachteten Russlanddeutschen mussten nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion 1941 einen Leidensweg antreten: Zigtausende verloren ihr Leben durch Deportation oder Ermordung, weil der sowjetische Diktator Stalin sie der Kollaboration mit Hitler-Deutschland verdächtigte. Die Überlebenden schwankten während der Zeit der Sowjetunion zwischen Bleiben und Gehen: Und so kamen in den 1990er-Jahren Hunderttausende zurück nach Deutschland – das Land ihrer Vorfahren, das für sie für Hoffnung und Gerechtigkeit war. Doch vielen schlugen Vorurteile und Ablehnung entgegen, von Menschen, denen alles Fremde fremd ist.

Seit 1950 kehrten rund 2,8 Millionen deutsche Aussiedler aus der ehemaligen UdSSR nach Deutschland zurück.

In die Wanderausstellung führt am Eröffnungsabend Projektleiter Jakob Fischer, Deutscher aus Kasachstan, ein. Er präsentiert auch Kurzfilme, die Geschichte und Integration der Deutschen aus Russland greifbar machen.

Die Wanderausstellung soll in den Folgetagen aber auch dokumentieren, wie die russlanddeutschen Rückkehrer unter oftmals schwierigen Bedingungen in Deutschland wieder Fuß fassten, ihre Integration in die Nachkriegsgesellschaft geschafft haben und wie Deutsche aus Russland gerade in Bayern heute das Land mitgestalten.

Andere Voraussetzungen

Die Landsmannschaft weist außerdem darauf hin, dass diese Spätaussiedler nicht mit anderen Flüchtlingen oder ausländischen Zuwanderern vergleichbar seien: „Sie sind Deutsche aus Russland, die eben als Deutsche kommen und für die deshalb andere politische, gesellschaftliche und rechtliche Voraussetzungen maßgebend sind.“ Dennoch möchten die Russlanddeutschen Schulen im Landkreis bei der Beleuchtung des Themas „Migration und Integration“ helfen, indem sie ein weiteres Exemplar der Ausstellung als Unterrichtsprojekt zur Verfügung stehen.

Die kostenlose Wanderausstellung ist Teil eines bundesweiten Integrationsprojektes, gefördert vom Bundesinnenministerium und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Eröffnung: Mittwoch, 21. Januar, 19 Uhr, Saal im Landratsamt Neumarkt. Mehr Infos: www.deutscheausrussland.de

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