Postbauer-Heng stellt Planung vor

Bald kaum noch Parkplätze im Centrum? Dann würden Bäcker und Metzger schließen

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RESSORT: Lokales / Sonstiges..DATUM: 14.09.16..FOTO: Michael Matejka ..MOTIV: Mitarbeiterporträt / Mitarbeiterportrait: Philip Hauck..ANZAHL: 1 von 1.."Veröffentlichung nur nach vorheriger Vereinbarung"
Philip Hauck

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24.1.2023, 10:49 Uhr
Während der Geschäftszeiten sind die Parkplätze im Centrum gut ausgelastet.

© privat Während der Geschäftszeiten sind die Parkplätze im Centrum gut ausgelastet.

Bürgermeister Kratzer hatte die ansässigen Geschäftsleute eingeladen, um sie über das vorliegende Konzept zur Umgestaltung des Centrums zu informieren und ihre Meinung dazu einzuholen. Er bekam deutliche Worte zu hören.

Vor rund 30 Gewerbetreibenden und einigen Anwohnern präsentierte das Büro Planwerk aus Nürnberg ausführlich das Konzept, das unter anderem eine Streichung von bis zu 90 Prozent der Parkplätze vorsieht.

Bereits ihre grundlegende Feststellung, dass im Centrum in der Regel mehr freie Parklätze als belegte zu finden seien, wurde von den Zuhörern nachdrücklich hinterfragt und heftig kritisiert. Das schreiben die Betroffenen in einer Mitteilung an die Presse.

Kein einziger Parkplatz frei

Das Gegenteil sei der Fall, entgegnete Albert Nägelein: Während der üblichen Geschäftszeiten seien nahezu alle Parkplätze belegt. Oft sei, zumindest kurzfristig, kein einziger freier Parkplatz vorhanden.

Auch eine andere zentrale Aussage der Planer stieß auf wenig Gegenliebe: "Das Centrum ist quasi das Wohnzimmer der Marktgemeinde." "Nein", hieß es aus den Reihen der Gäste, "das Centrum ist kein Wohnzimmer, sondern mit dem angrenzenden Netto-Areal das Einkaufs- und Dienstleistungszentrum von Postbauer-Heng.

Postbauer-Heng könne stolz auf sein Centrum sein mit seinem vielfältigen und florierenden Angebot auf kleinstem Raum. Eine Reduzierung der Parkplätze würde dies jedoch zunichte machen und "uns in die Situation von vor 25 Jahren zurück versetzen, als man händeringend eine Belebung des Ortskern herbeigesehnt hatte", ergänzte Optiker Mülheims.

Feihl und Nießlbeck würden schließen

"Falls Ihr Konzept so umgesetzt wird, werde ich meinen Laden dicht machen", wandte sich Metzgermeister Nießlbeck an die Planer. "Der Umsatzverlust wird nicht mehr tragbar sein." Schon jetzt habe er massive Umsatzeinbußen durch die anhaltende Sperrung des Kreisverkehrs. Dem stimmte Johannes Feihl zu.

Auch für ihn seien deutliche Umsatzverluste durch eine Parkplatzreduzierung unausweichlich. "Über kurz oder lang werden die Umsätze dann für einen wirtschaftlichen Betrieb nicht mehr ausreichen und wir werden unseren Laden schließen." Wenn diese zentralen Einkaufsmöglichkeiten verschwinden, werden auch die anderen Geschäfte leiden.

So weit dürfe es aber nicht kommen, war die einhellige Meinung der Anwesenden. Die Geschäftsleute und Anwohner formulierten klare Forderungen: Kein einziger Parkplatz darf abgebaut werden. Die geplante Sperrung der Dürerstraße vor der Bücherei soll nicht realisiert werden. Das Centrum muss als Einkaufs- und Dienstleistungszentrum erhalten und gezielt gefördert werden.

"Heuer passiert noch nichts"

Marktrat Jürgen Rupprecht zeigte sich enttäuscht, dass aus dem Marktrat nur Silke Nießlbeck und Manuel Kratzer erschienen waren. "Gerade die treibenden Kräfte, die eine Reduzierung des Autoverkehrs und der Parkplätze im Centrum fordern, haben heute die Chance verstreichen lassen, sich über die äußerst negativen Konsequenzen zu informieren", so Rupprecht.

Das Büro Planwerk versicherte, das Konzept zu überarbeiten und die gewonnenen Anregungen und Forderungen einfließen zu lassen. Im März wird der Marktrat in seiner Klausur dann das neu vorliegende Konzept intensiv diskutieren. "Das war sicherlich nicht die letzte Veranstaltung mit Bürgerbeteiligung zu diesem Thema", sagte der Bürgermeister. "Und heuer passiert sowieso noch nichts."

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