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Dienstag, 10.12.2019

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Bei der Deininger Kirwa sprach Umweltminister Glauber

Der Freie Wähler sang ein Loblied auf das Ehrenamt - 07.07.2019 18:33 Uhr

Angeregte Gespräche: FW-Kreisvorsitzender Güntr Müller, Minister Thorsten Glauber und Deinings Bürgermeister Alois Scherer. © Sturm Helmut


Der Ortsvorsitzende der Freien Wähler Deining, Harald Kaunz, begrüßte die rund 300 Zuhörer und die zahlreichen Ehrengäste. Die Grußworte von Kreisvorsitzendem Günter Müller, des Neumarkter Oberbürgermeisters Thomas Thumann und des Deiniger Bürgermeisters Alois Scherer hatten eines gemeinsam.

Klare Forderungen

Sie drehten sich um die Bedeutung des Klimawandels, die grundsätzliche Notwendigkeit eines nachhaltigeren Wirtschaftens und eine wieder erkennbar politischere Jugend mit ihren klaren Forderungen, die die Politik der Zukunft bestimmen werden.

OB Thumann hatte dies tags zuvor beim Neumarkter Jugendfestival im LGS-Gelände hautnah erfahren. Im gelben Partybus hatte er der jungen Generation ausgiebig zugehört.

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Umweltminister Glauber bei Deininger Kirwa

Die Freien Wähler im Landkreis haben einen Hochkaräter zum Politfrühschoppen bei der Deininger Kirwa verpflichtet: Umweltminister Thorsten Glauber kam.


Umweltminister Glauber kann auch Bierzelt. Das wurde schnell deutlich. Dreifach in der Region verwurzelt durch seine Großtante in Berngau, seine berufliche Tätigkeit als Architekt bei den führenden Neumarkter Baufirmen und nicht zuletzt als Fußballer beim ASV-Neumarkt, als dieser noch in der Landesliga spielte, fremdelte er nicht eine Sekunde mit der Oberpfälzer Mentalität.

Frei und leidenschaftlich redete er. Das Ehrenamt präge die Region. "Ohne Ehrenamt gibt es kein Brauchtum, ohne Ehrenamt gibt es keine Kommunalpolitik auf Ortsebene." Der ehrenamtliche Politiker könne sich kein unverbindliches Gerede leisten. "Er wohnt, lebt und arbeitet mittendrin. Seine Wähler kennen ihn."

Hochwasser und Artenschutz

Glaubers Hauptthemen waren der kritische Verbraucher, der Umgang mit dem Hochwasser, sauberes Trinkwasser wie auch Abwasser, Deponien, Lärmschutz und nicht zuletzt Arten- und Naturschutz und die Reaktorsicherheit.

Froh ist der Minister darüber, dass die junge Generation wieder unbe-quem wird. "Sie stellen Fragen und fordern uns heraus zur Auseinandersetzung mit den Themen ihrer und unserer Zukunft."

Oberpfalz als Vorbild

Geradezu vorbildlich zeige sich in Fragen erneuerbarer Energien die Region um Deining herum. Photovoltaik- und Biogasanlagen und Windräder zeugten von fortschrittlichem und nachhaltigen Handeln. Da sei die Oberpfalz Vorbild. "Längst fällig wäre die steuerliche Würdigung klimafreundlicher Häuser." Kein Ruhmesblatt für die CSU sei das faktische Abwürgen der Windenergie durch hohe Auflagen gewesen.

Nicht zufrieden war Glauber mit dem Sachstand bei der Autoindustrie. "1993 baute BMW bereits Busse mit Wasserstoffantrieb, und heute? Heute muss ich einen Koreaner kaufen, wenn ich so einen zukunftsträchtigen Antrieb haben möchte. Die Chinesen können weder Motoren noch Getriebe bauen – aber E-Autos brauchen beides nicht; wir müssen aufpassen."

Besonders wichtig war Glauber, dass die Folgen des Bürgerentscheids zum Artensterben nicht ausschließlich den Bauern angelastet werden. "Das geht uns alle an." Und Europa? Wie groß ist dessen Stellenwert unter den Bürgern? Europa habe mehr als 75 Jahre Frieden gebracht. "Das dürfen wir nicht leichtfertig verspielen." Geradezu diebisch freute es den Oberfranken Glauber, dass er am Tag der Franken in der Oberpfalz sprechen durfte.

Bürgermeister Alois Scherer hatte das letzte Wort. "Der Deiniger ist ein Menschenschlag, der nachdenkt und schnell zupackt. So haben wir in kurzer Zeit viel erreicht."

Deponie und Radweg

Die Neueröffnung der Deponie stellte er in Aussicht, an den Neumarkter OB richtete er die Hoffnung auf positive Signale für das letzte Stück Radweg in der Kräfft.

HELMUT STURM

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