Saisonstart in der Fußball-Kreisliga

Berchings Coach Nigl: "Wir können noch an vielen Schrauben drehen"

10.9.2021, 10:36 Uhr
Der Berchinger Luca Ruppert (rechts) bekommt es hier mit dem grätschenden Rascher Stefan Engelhard zu tun. Der Sieg tut dem TSV mental gut.

Der Berchinger Luca Ruppert (rechts) bekommt es hier mit dem grätschenden Rascher Stefan Engelhard zu tun. Der Sieg tut dem TSV mental gut. © Sportfoto Zink / Melanie Zink

Insbesondere die zweite Spielhälfte stimmt Andreas Nigl für die Zukunft zuversichtlich, denn da dominierte sein TSV Berching die Gäste aus dem Nürnberger Land und setzte das um, was der Übungsleiter vehement fordert: „Ich bin ja ein Fan davon, unser Spiel durchzuziehen und weniger auf das zu schauen, was der Gegner macht. Wir wollen einfachen Fußball spielen, mit überwiegend flachen Bällen nach vorne, dazu den Gegner früh anlaufen und im Spielaufbau stören.“


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Für Nigl als Ur-Woffenbacher sei der Wechsel ein großer, aber auch besonderer Schritt in der Trainerlaufbahn gewesen, und das zu einem ungünstigen Zeitpunkt. „Es erwartete mich ein komplett neues Umfeld und das noch im Corona-Lockdown. Es war ein gefühlter Kaltstart“, erinnert sich der 37-Jährige. Nigl und sein Assistent Alexander Schwendner wurden aber sofort herzlich in die Berchinger Fußballgemeinde aufgenommen: „Hier spielen nur Einheimische, das ist eine große Clique und ein eingeschworener Haufen. Mir macht es hier auf jeden Fall Spaß.“

"Für unsere Köpfe ein richtungsweisendes Spiel"

Sportlich verlief der Auftakt eher durchwachsen. Vor dem Rasch-Spiel standen zwei Niederlagen und ein Sieg zu Buche. Das Programm hielt jedoch mit dem Vize-Meister der vergangenen Saison und dem aufgerüsteten FC Holzheim gleich zwei dicke Brocken bereit: „Klar, mit einem guten Start wäre zwar alles viel leichter gewesen, aber gegen Berg und Holzheim kann man schon verlieren“, darum wäre es auch sinnvoller, „einfach mal nicht auf die Tabelle zu schauen“. Der Ex-Bezirksoberligist rutschte mit den wenigsten absolvierten Partien der Konkurrenz schließlich auf einen Abstiegs-Relegationsplatz ab. Freilich indes weiß der Trainer um die psychologische Komponenten solcher Situationen. „Das war für unsere Köpfe ein richtungsweisendes Spiel gegen einen Gegner, der wie wir auch keinen prickelnden Saisonstart hatte", beschreibt Andreas Nigl seine Sicht auf das Duell in Rasch.

Einige wiederkehrende Fehlerquellen in seinem Team konnte Nigl, der selbst als Innenverteidiger aufläuft, schon ausmachen: „Es gab bisher in jedem Spiel eine Phase, in der wir gefühlt komplett abwesend waren.“ Jedoch sei in einer ausgeglichenen Liga eine gleichbleibend hohe Konzentration unabdingbar, einfache Ballverluste werden knallhart bestraft. "Es wird am Ende wohl diejenige Mannschaft ganz vorne in der Tabelle stehen, die die wenigsten Fehler macht.“ Drei Strafstöße in drei Spielen machten den Blau-Weißen das Leben schwer. Die DJK Berg erzielte auf diesem Weg die 1:0-Führung (Endstand 2:0) und der FC Holzheim kam so zum 3:2 (Endstand 4:2). Der Anschluss des TSV Feucht zum 1:2 vom Elfmeterpunkt kam glücklicherweise zu spät.

Als Pluspunkt für Berching wirkte sich nun gegen den SV Rasch unter anderem die Fitness aus. „Wir waren die konditionell stärkere Mannschaft und konnten deswegen das Spiel bestimmen", konstatiert Spielertrainer Nigl mit Blick auf das befreiende 3:0. Zur Pause stand die 1:0-Führung noch auf wackligen Beinen. Zurücklehnen könne man sich damit noch lange nicht. „Für das Selbstvertrauen waren die drei Punkte enorm wichtig, Wir können aber noch an vielen Schrauben drehen, ich sehe großes Potenzial nach oben." Schon gegen den frechen Aufsteiger FB Reichtershofen würde Nigl am liebsten "gleich nachlegen.“

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