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Bergerin Tanja Scherer überzeugt Jury mit ihrer Strandfigur

Die 34-Jährige feierte glänzendes Debüt bei den Bodybuilderinnen - 04.11.2018 05:43 Uhr

Was für ein Erfolg: Mit dem dritten Platz bei den deutschen Newcomer-Meisterschaften hat die Bodybuilderin aus Berg nie und nimmer gerechnet. © Scherer


"Morgens ein Eiweiß-Shake, ansonsten hol’ ich alles aus der Ernährung raus." Tanja Scherer kennt die Bedenken, die einen beim Thema "Bodybuilding" sogleich überfallen. Schwere Muskelpakete wollte sich die Arzthelferin am Neumarkter Klinikum, die nebenher auch schon als Model arbeitete, aber zu keiner Zeit antrainieren.

Da kam es der zweifachen Mutter gelegen, dass die IFBB, der Weltverband des Bodybuilder, Anfang des Jahrzehnts die Disziplin "Bikini Fitness" eingeführt hat. Eine Art Bodybuilding light für die breite Masse. So hatten bei den Newcomer-Meisterschaften auch die 24 Athletinnen in Scherers Wettkampfklasse alle "eine typische Strandfigur", sagt die 34-Jährige. Natürlich werde das Training in den Wochen vor dem Posing noch einmal intensiviert, der Körper vor dem großen Tag entwässert. "Doch eine Woche später sind es einfach nur hübsche Mädels."

Eine bewusste, gesunde Ernährung – "keine Fertigspeisen, nur natürliche Produkte" – ist beim Bodybuilding unabdingbar. Doch wer seinen Körper in die gewünschte "X-Form" bringen möchte, kommt auch an vielen Stunden in der Muckibude nicht vorbei.

Training beim SCO

Vier Mal zwei Stunden pro Woche verbringt Tanja Scherer im "Haus des Kraftsports" in Unterölsbach, wo auch die starken Frauen des SC Oberölsbach ihre Trainingskilos stemmen. "Mehr Zeit möchte ich auch nicht damit verbringen. Als Mutter von zwei Kindern muss ich meinen Tagesablauf auch mit diesem Pensum schon straff organisieren." Die beiden Buben und ihr Ehemann stünden voll hinter ihr. Ohne die auch ideelle Unterstützung wäre der hohe Aufwand kaum zu bewältigen.

Als "Ottonormal-Sportlerin" hätte sich Tanja Scherer früher bezeichnet. Schon aus gesundheitlichen Aspekten trainierte sie gezielt ihren Rücken. Doch als sie erstmals einen Bodybuilding-Wettkampf auf der Bühne sah, stand ihr Entschluss fest: "Da möchte ich auch einmal mitmachen."

Tanja Scherer betrat in Fulda zum ersten Mal die Wettkampfbühne. © Foto: Scherer


Bis dahin sollte es noch vier Jahre dauern. Weil sie ihr großes Ziel "auf natürlichem Weg" erreichen wollte. Doch brauche es für den gezielten Muskelaufbau einen kundigen Trainer, sagt Scherer. Den fand sie in Matthias Botthof, den Inhaber der Sportschule Gudensberg. Einmal im Monat fährt die Bergerin zu ihrem Coach ins Hessische, drei Stunden die einfache Fahrt. "Dort besprechen wir dann hauptsächlich den Trainingsplan."

Am 20. Oktober war es dann endlich soweit. In Fulda betrat Tanja Scherer erstmals die Bodybuilding-Bühne. "Da waren alle sehr fokussiert, man trinkt wenig, isst wenig", beschreibt sie die Atmosphäre bei den deutschen Meisterschaften der Newcomer. Die bronzefarbene Farbschicht wird aufgetragen, die Teilnehmer wärmen Muskeln und Gelenke auf.

Feminin soll der Körper sein

Dann geht es auf die Bühne: "Die Jury achtet auf feminine, grazile Formen. Ich habe das Posing zwar oft im Training geübt, aber dort dann auch improvisiert. Und es lief richtig gut."

Die Schnapszahl 66, ihre Startnummer, brachte der Bergerin offenbar Glück, nahm sie doch den Pokal für die 3. Deutsche Meisterin mit nach Hause. "Den Sport will ich weiter machen, solange er mir Spaß macht", sagt Tanja Scherer.

Bei der Hessenmeisterschaft am 17. November in Oberursel wird sie ihren gertenschlanken Körper erneut präsentieren.

NICOLAS DAMM

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