Samstag, 17.04.2021

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Berngaus neuer Bürgermeister: Vom Polizeieinsatz direkt ins Rathaus

Rund 100 Tage ist Thomas Meier nun im Amt - Erster Eindruck: "Es ist ein schöner Beruf" - 14.08.2020 10:22 Uhr

Berngaus Bürgermeister Thomas Meier (41) vor seinem neuen Arbeitsplatz.

13.08.2020 © Foto: Anne Schöll


Als Quereinsteiger in die Kommunalpolitik kann man das Themenspektrum mit den vielen Facetten zunächst noch nicht einschätzen, weiß Meier jetzt aus eigener Erfahrung. Als er für sein Amt kandidierte, wurde er manchmal augenzwinkernd bedauert von seinen Mitmenschen mit der Aussage: "Als Bürgermeister musst du ja ständig auf Geburtstage gehen."

Plötzlich Entscheider

Aber das spielt eine untergeordnete Rolle, meint der 41-Jährige, der mit seiner Frau Nadine und den drei Kindern in Berngau wohnt. Er sei mit Nachdruck dabei, sich einzuarbeiten, hat bereits drei Fortbildungen hinter sich. Die letzte in Fürstenfeldbruck – "für erste Bürgermeister" – fand er nicht nur fachlich sehr interessant. Unter den 14 Teilnehmern aus ganz Bayern waren etliche, die ebenfalls in einer Verwaltungsgemeinschaft arbeiten. "Der Austausch mit ihnen nach den Seminarstunden war sehr gewinnbringend."

Aktuell hängt Thomas Meier noch sehr an den Mitarbeitern der Verwaltungsgemeinschaft, ist auf deren Erfahrung angewiesen. Jedoch arbeitet er mit Hochdruck daran, so bald wie möglich ganz auf eigenen Beinen zu stehen.

Meier erinnert sich an den Beginn seiner Amtszeit. Die begonnenen Projekte wie die Erkläranlage, das Lukas-Anwesen, die Bauhof-Aussiedlung oder die Erweiterung der Kindertagesstätte seien zunächst schon Herausforderungen gewesen. "Plötzlich war ich der Entscheider. Da galt es ganz schnell die Historien und Hintergründe der Objekte, die ich bis dato nur aus der Zeitung oder dem Mitteilungsblatt gekannt habe, zu erforschen." Hier waren ihm Wolfgang Wild und die Mitarbeiter in der Verwaltungsgemeinschaft eine große Hilfe, ihnen sei er dankbar für die gewonnenen Einblicke. Als nächstes will Meier die Erschließung von Baugebieten angehen.

Befürworter und Gegner

Was inzwischen fast zu seinem täglichen Brot gehört: Mit jeder Entscheidung, die man trifft, hat man Befürworter und Gegner. Vor allem die Gegner melden sich verschieden laut zu Wort; schriftlich oder verbal wird Kritik geäußert. "So lange sich das im sachlichen Rahmen bewegt, ist das voll in Ordnung." Hier kommt ihm sein Vorberuf als Kriminalbeamter zu Gute: Dort habe man für Entscheidungen auch des Öfteren Kritik geerntet. "Das macht es jetzt leichter, mit dem Feedback umzugehen."

Schön an seinem neuen Beruf findet er den Umgang mit den Menschen. Meier kommt gerne mit Leuten zusammen und freut sich über Kleinigkeiten, wie beispielsweise neulich im Kindergarten, als ihm ein Knirps freudestrahlend erzählt hat, dass er im Herbst in die Schule darf.

Die öffentlichen Veranstaltungen sind in Berngau infolge Corona abgesagt. So hat der neue Bürgermeister seinen ersten richtig öffentlichen Auftritt auch erst Ende Juli absolvieren können, bei der offiziellen Verabschiedung von Ortspfarrer Martin Penkalla, der in Ruhestand ging.

Was die Mencshen bewegt

Auch diese Variante seines Bürgermeisterdaseins macht Meier Spaß, weil er gerne unter den Menschen ist. "Es ist wichtig, mit den Leuten zu reden, auch wenn’s manchmal Kritik gibt." Man müsse wissen, was die Menschen denken, was sie bewegt.

Meier ist von seinem letzten Tag als Kriminalbeamter, an dem er noch mit auf einem Einsatz war, nahtlos am nächsten Tag ins Rathaus gewechselt. Was er aus seinem "alten Leben" mitgenommen hat, ist seine Freude am Tennisspielen.

ANNE SCHÖLL

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