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20.7.2020, 09:37 Uhr
Alexandra Kiesl, Mannschaftsführerin des ASV Neumarkt, musste ihr letztes Saison-Einzel angeschlagen aufgeben.

Alexandra Kiesl, Mannschaftsführerin des ASV Neumarkt, musste ihr letztes Saison-Einzel angeschlagen aufgeben. © Fritz Etzold

Öfter als es ihr eigentlich lieb ist, sah sich die Mannschaftskapitänin im Frühjahr zu einer Jogging-Runde gedrängt. Nach dem Abschluss ihres Studiums in angewandten Trainingswissenschaften wäre Alexandra Kiesl ohne Corona-Zwangspause schließlich erstmals in den Genuss gekommen, privat wie beruflich als Coach so viel Zeit auf dem Tennisplatz verbringen zu dürfen wie manche ihrer semiprofessionellen Gegnerinnen, für die sie beim Bayernliga-Ausflug mit den ASV-Mädels vor zwei Jahren oft nicht mehr als Kanonenfutter gewesen war. "Ich habe mir schon vorgenommen, öfter zu gewinnen und meine Erfahrung auszuspielen", erklärte die 32-Jährige jüngst zum Heim-Auftakt dieser Saison.

Freilich resultierte der gestiegene persönliche Anspruch zu einem guten Teil aus der internen Rochade, die Eigengewächs Franziska Lerzer auf die Spitzenposition und Kiesl auf Nummer zwei beförderte. In jener Rolle als sichere Bank wusste denn die gebürtige Neumarkterin vor dem Schluss-Akt zu Hause den fehlenden Vorbereitungs-Rhythmus zu kaschieren und die Erwartungen mit zwei Einzel-Erfolgen aus drei Partien zu erfüllen. Finale Motivation lieferte nun das Kräftemessen mit dem punktgleichen SB Versbach. "Wir sind uns oft begegnet und wollten sie endlich einmal schlagen."

Eine ideale Ausgangslage bescherte zunächst der Nicht-Antritt einer Gäste-Spielerin. Und doch geriet die Auseinandersetzung vor einem faszinierten Publikum noch einigermaßen spannend. Während Marie-Celine Dohle und Franziska Bräunlich problemlos weitere Zähler sicherten, unterlag Lerzer der tschechischen Frontfrau Dudlakova, scheiterte Melanie Renner im Entscheidungssatz und musste ausgerechnet Kiesl mit muskulären Problemen aufgeben.

Zumindest ließen die Zweier-Formationen unter situativem Szenenapplaus am Ende keine Zweifel mehr am dritten Sieg in Serie aufkommen. Den durch das 6:3 nebenbei erworbenen Vizemeisteritel wollte Kiesl jedoch nicht zu hoch bewerten. "Die ganze Saison lief ja außer Konkurrenz. Nächstes Jahr warten wieder andere Kaliber. Da geht es nur um den Klassenerhalt." Für die geleistete Arbeit durften sie sich auf der Sportheim-Terrasse zusammen trotzdem noch eine Flasche Sekt gönnen.

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