Verkehr

BI macht sich stark für Verkehrsentlastung in Berg

15.6.2021, 15:56 Uhr
Ein Kampf gegen die Umgehungsstraße Berg: Bernhard Schwenzl (li.),.. Stefan Blomeier und Helmut Klein (re.)

Ein Kampf gegen die Umgehungsstraße Berg: Bernhard Schwenzl (li.),.. Stefan Blomeier und Helmut Klein (re.) © Helmut Fügl

Stefan Blomeier, die Stimme der Bürgerinitiative "für eine solidarische Verkehrsführung in der Gemeinde Berg", macht sich stark für eine "sanfte und direkte Verkehrslenkung" in und um Berg. Er ist überzeugt, dass dies ohne große Nachteile für den Schwer- und Schnellverkehr möglich sei; und kritisiert, dass es keine Rechtsgrundlage gebe, die dies ermögliche. Eine Petition soll das ändern.

"Wir haben mit der ST2240 zwischen den beiden Kreiseln Blomenhof und Oberölsbach eine hochbelastete Staatsstraße und die Autobahn A3 mit zwei Anschlussstellen in zumutbarer Entfernung vor der Haustüre", sagt Blomeier. Deswegen sei es für ihn nicht nachvollziehbar, dass die Straßenverkehrsordnung eine Verkehrsentlastung mittels sanfter und indirekter Lenkungswirkungen von Geschwindigkeitsbegrenzungen und Ampeln und Zebrastreifen sowie ein Lkw-Durchfahrtsverbot ab 3,5 t nicht zulasse. Pro Tag rollen bis zu 12000 Kraftfahrzeuge über die St2240. Blomeier fürchtet, es könnten noch einige mehr werden, sobald Rewe und Garten Dehner im Neubaugebiet Richtheim-Straßfeld öffnen.

Eine Verkehrslenkung über die A3 zwischen den beiden Kreiseln Blomenhof und Oberölsbach sei laut Blomeier relativ einfach und ohne Nachteile für Kfz realisierbar: Die Strecke zwischen den beiden Kreiseln auf der St2240 biete im Vergleich zur Autobahnroute keinen Zeitvorteil. Würde der Verkehr auf die Autobahn umgeleitet, könnten die Anwohner in Berg und Oberölsbach zudem mit Tempo 30 entlastet werden.

Nur eine "Gesamtentlastung des Schwarzachtals von Oberölsbach bis Blomenhof" bringe spürbar weniger Verkehr. "Eine Verlagerung auf die Ortsumfahrung Berg ginge zu Lasten der Orte Meilenhofen/Oberölsbach sowie Riebling/Richtheim. "Das wäre ein Null-Summenspiel", so Blomeier.

Kritik übt Blomeier auch an der Flächenversiegelung, die die Gemeinde Berg betreibt, "ohne ein Verkehrskonzept mit der Stadt Neumarkt zu entwickeln". Mit dem Induestriegebiet bei Loderbach am Autobahnzubringer gebe es riesige Lkw- und Pkw-Parkplätze, dann noch das "Retorten-Dorf" Richtheim-Straßfeld sowie den Lkw-Parkplatz bei der Autobahnbrücke Meilenhofen.

"Es ist sehr bedauerlich und dumm, dass fürs Erreichen der Klimaziele der Bundesregierung und für die Reduktion der Verkehrsbelastungen die Gemeinde mit Gemeinderat nur eine Ortsumfahrung Berg in Auftrag gegeben habe, poltert Blomeier. "Es fehlt total an Expertise, wie ein Gesamtkonzept für Verkehrsverlagerung und -reduktion aussehen kann."

Seiner Kritik lässt Blomeier Taten folgen: Um die Ortsdurchfahrt künftig entlasten zu können, haben er und seine BI-Kollegen eine Petition an den Deutschen Bundestag übersandt. Das Ziel: Die rechtliche Grundlage schaffen, um eine Verkehrslenkung von Schwer- und Schnell-Verkehr auf nahe gelegene Bundesstraßen oder Autobahnen zu ermöglichen, wenn der Umweg vertretbar ist.

In einer weiteren Petition macht sich die BI stark für Tempo 30 in Berg. Darin schreibt Blomeier: "Damit wird der Schutz der nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer erhöht und es trauen sich auch wieder Radfahrer auf die Staatsstraßen durch schwerbelastete Ortschaften - auch wenn kein Fahrradweg vorhanden ist.

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