Donnerstag, 14.11.2019

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Buhlen der Wirtschaft um die jungen Fachkräfte

An der Neumarkter Berufschule ging am Mittwoch die 15. Ausbildungsmesse über die Bühne. - 16.10.2019 15:34 Uhr

Wer zum rechten Zeitpunkt einmal in einen der Nebenräume abbog, konnte Glück (oder besser: Platz haben). In den Fluren war es dagegen ziemlich voll und dementsprechend lauter. © Foto: André De Geare


Es ist 8.15 Uhr. Die meisten Stände sind bereits aufgebaut. Mit ein paar letzten Handgriffen werden Roll-Plakate ausgerichtet, Kugelschreiber, Gummibärchen und andere Mitgebsel für die jungen Besucher bereit gelegt.

In der Aula der Berufsschule nehmen diverse Bürgermeister aus dem Landkreis mit Landrat Willibald Gailler und der Schulleitung hinter dem Mikrofon Aufstellung. Sie werden gleich die 15. Ausbildungsmesse Neumarkts eröffnen.

Knapp sechs Dutzend Aussteller

71 Aussteller, allesamt Handwerksbetriebe und Firmen aus der Region werden sich dort den angehenden Azubis präsentieren. "So kann man jungen Leuten Orientierung geben", lobte beispielsweise Roswitha Ramge, Leiterin der Berufsberatung bei der Bundesagentur für Arbeit, die auch für die Region Neumarkt zuständig ist.

Zwei Unternehmen, die sich für die potenziellen Kandidaten am Tag der Ausbildungsmesse herausgeputzt haben, sind Pfleiderer und Fuchs Europoles. Sie stellen ihre Verbundausbildung vor.

Mechanik ist nicht gleich Mechanik

"Natürlich kann sich durch Handy und Internet heutzutage jeder selbst ein Bild von einem Beruf machen. Das muss aber nicht immer wirklich mit dem Alltag übereinstimmen. Außerdem macht beispielsweise ein Industriemechaniker bei uns etwas ganz anderes als in der Automobilbranche", berichtet Elektro-Ausbilder in der Verbundausbildung, Matthias Dietmayer.

Ihm sei zudem wichtig, frühzeitig herauszufinden, was der einzelne Berufseinsteiger langfristig, also auch nach seiner Ausbildung, machen will; an welchen Tätigkeiten er Spaß hat. Denn nur so könne man Fachkräfte langfristig binden.

Geflutete Flure und Räume

Bevor man sie bindet, muss man sie am Messetag aber erst einmal an den Stand bringen. Zahlreiche Schüler fluten nach der Eröffnung die Flure und Räume der FOS/ BOS im Deininger Weg.

Alleine oder (meist) in Klassen, gar ganzen Jahrgängen sind sie gekommen, um sich zu informieren. Leni (14) von der Neumarkter Mädchenrealschule freut sich besonders auf die Auszubildenden, die an allen Ständen hautnah von ihrem jeweiligen Berufsalltag berichten. Dies sei eine Besonderheit der Messe, betonte auch Schulleiter Albert Hierl in seiner Eröffnungsrede.

Weitere Alleinstellungsmerkmale der Schule werden den anwesenden Bürgermeistern des Landkreises, dem Landrat und anderen extra eingeladenen Personen bei einem Rundgang präsentiert.

Handmassage für den Landrat

Dabei erhielt der Landrat eine Handmassage, ließ sich von einem Wasserstrahlschneider ein Schild mit Umriss und Beschriftung "Landkreis Neumarkt" gravieren beziehungsweise ausschneiden, hörte ein traditionelles Lied samt Choreographie angehender Zimmerer (Video auf unserer Facebookseite "Neumarkt i.d.Opf.") und beobachtete einen Roboter, der fehlerhafte Teile einer Produktion erkennt und aussortiert.

Auch die Jugendlichen konnten all dies an dem Tag selbst erleben. Denn nur wer ausprobiert, weiß, ob einem eine Tätigkeit auch wirklich liegt, waren sich alle an der 15. Ausbildungsmesse Beteiligten einig.

Den Jugendlichen selbst ging es dagegen oftmals weniger um die berufliche Richtung an sich. Die stand für viele – selbst die Jüngeren – schon fest. "Ich suche was im kaufmännischen Bereich", sagte beispielsweise die Neuntklässlerin Marina (14), "die Frage ist nur, bei welchem Unternehmen. Und die schaue ich mir heute an."

Wertschätzung ist den Jungen wichtig

Denn wie in der freien Wirtschaft haben die angehenden Azubis heutzutage die freie Wahl. Die Arbeitgeber sind es, die um den Nachwuchs buhlen müssen – auf der Ausbildungsmesse mit Kugelschreibern, Gummibärchen und guten Argumenten.

Im wahren Leben dann mit attraktiven Arbeitsbedingungen und Wertschätzung. "Die ist der jungen Generation sehr wichtig. Deshalb sollte man sie ihnen schon in der Probezeit entgegenbringen, damit sie sich nicht gleich etwas anders suchen. Denn es ist Fakt: Die Jungen haben die Wahl", so Roswitha Ramge von der Bundesagentur für Arbeit.

ALEXANDRA HADERLEIN

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