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Donnerstag, 17.10.2019

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Bunte Kränze und Gestecke fürs Fest gebastelt

Seniorenbeirat hatte Neumarkter ins Bürgerhaus geladen - 18.04.2019 13:39 Uhr

Das Ei als Ostersymbol schlechthin. Selbstverständlich wurde auch dieses zuhauf verwendet – sogar die Herren werkelten mit.


Bunte Bänder, kleine hölzerne Häschen und Küken, bemalte Eier, ein großes Bündel frischen Buchses, Moos und meterlange Korkenzieherweiden stapeln sich auf Tischen im Bürgerhaus in der Fischergasse. Daneben liegen Scheren, Zangen, Seitenschneider, Bindedraht und eine Klebepistole. Ingrid Respondek hat dies alles zum Osterbasteln herangeschleppt.

Ein Dutzend Seniorinnen nimmt auf Einladung des Seniorenbeirats der Stadt daran teil. Mit Werner Weber mischt sich nur ein einziger Mann unter die Bastelgruppe. Ein zweiter Mann hatte mit Basteln nichts am Hut. Pfarrer Stefan Wingen von der Hofpfarrei erläutert die Bedeutung der Fastenzeit mit der Karwoche und des Osterfestkreises.

Wingen zeigt den Senioren die Osterkerze mit Kreuz, Jahreszahl und den roten Wachsnägeln als Symbole für die Wundmale Jesu. Der Geistliche brachte auch einen Laib Osterbrot mit, das sich die Gruppe dann schmecken lassen durfte.

Wingen stammt aus Koblenz und in seinem Elternhaus war es Sitte, am Gründonnerstag etwas Grünes zu essen, erzählt er. Und Grünes steht bei dem Hofpfarrer bis heute an Gründonnerstag auf dem Tisch. Sieglinde Harres, die im Ruhrgebiet aufwuchs und Vorsitzende des Seniorenbeirats ist, berichtet Ähnliches. Zuhause gab es am Gründonnerstag immer Spinat. Und das ist bei ihr bis heute so geblieben.

Endlich grünt und blüht es wieder allerorten. Natürlich wurde das, was die Natur uns schenkt, mit in der Osterdeko verarbeitet.


Die Herkunft des Namens "Gründonnerstag" ist aber nicht endgültig geklärt. Grünes Gemüse oder junge Kräuter zu essen, war an diesem Tag schon vor Jahrhunderten üblich. Man sprach dem frischen Grünzeug besondere Heilwirkung zu. Das Wort "grün" kommt aus dem Althochdeutschen "greinen". Das Wort gibt es im Oberpfälzer Dialekt bis heute. Es bedeutet "weinen".

Wer an Ostern in die Hofkirche geht, darf sich auf einen Witz freuen, den Pfarrer Wingen zum Besten gibt, und darüber auch laut lachen.

Das Osterlachen hat eigentlich eine lange Tradition, ist teilweise verschwunden und soll ein Zeichen der Freude über den Auferstandenen sein.

Fingerfertigkeit gefragt

Nach so viel Religion und Brauchtum machten sich die Bürgerhausbesucher ans Werk für die Osterdeko an der Haustür oder in der Wohnung. Fingerfertigkeit war notwendig. Um die abgeschnittenen, gebogenen Zweige der Korkenzieherweide wurden Buchssträußchen gewickelt, die mit grünem Draht befestigt wurden. Ingrid Respondek half mit und gab immer wieder Tipps.

Der Fantasie konnten die Bastler bei der Verzierung freien Lauf lassen. Sollten es niedliche Küken, ein Häschen oder bunte Eier inmitten des Kranzes sein? Farbige Frühlingstupfer auf jeden Fall.

Das Ehepaar Inge und Werner Weber freute sich schließlich über ihren Osterkranz, der an der Haustüre die Hereinkommenden begrüßen wird. Sybille Neubauer wird ihr Gesteck in der Wohnung aufhängen.

Franz Xaver Meyer

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