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Bürgerentscheid Pilsach: Das sind die Argumente pro Chefs Culinar

Die Bürgerinitiative "Pro Waldeck" sieht eine "Zukunftsperspektive für Gemeinde und Bürger". - 04.01.2021 11:08 Uhr

Der Stimmzettel für den Bürgerentscheid in Pilsach am 10. Januar 2021

04.01.2021 © Gemeinde Pilsach


Für  die Bürgerinitiative "Pro Waldeck" führt Werner Mikulasch an, dass auf der betreffenden Ackerfläche schon seit vielen Jahren Mais angebaut wurde. Nun werde das Gebiet "ökologisch gut konzipiert mit Bäumen, Sträuchern und Rasen", ebenso mit einer Dachbegrünung, was für Vögel, Bienen und Insekten ideal sei. Zusätzlich dazu werden rund sechs Hektar an Ausgleichsflächen geschaffen, die nie wieder angerührt werden dürfen und auf alle Fälle natürlich bleiben. Der Landschaftspflegeverband begleitet hier die Gemeinde beratend.


Pilsacher entscheiden über die Ansiedlung von Chefs Culinar


Auch sei "Waldeck" kein komplett neues Gewerbegebiet, sondern es werde nur ein bestehendes Areal erweitert, welches bereits in den letzten Jahrzehnten immer wieder für Gewerbe-Ansiedlungen im Gespräch war.

Für Werner Mikulasch und die Bürgerinitiative Pro Waldeck kommt mit Chefs Culinar ein Betrieb in die Gemeinde, der weder "Lärm noch Dreck oder Staub" verursacht. Es sei ein krisensicheres Unternehmen aus einem systemrelevanten Bereich, der Ausbildungs- und Arbeitsplätze nach Pilsach bringe. Chefs Culinar arbeite nicht mit Zeit- und Leiharbeit und bezahle nach "einem sehr guten Tarif", so Mikulasch weiter.

 

Werner Mikulasch sieht die Ansiedlung als Chance.

03.01.2021 © Foto: Maria Krauß


Viele Arbeitnehmer, auch aus der Gemeinde, hätten dann die Möglichkeit, in der Region zu arbeiten und müssten nicht mehr täglich nach Nürnberg, Erlangen oder Regensburg pendeln. Darüber hinaus lege Chefs Culinar großen Wert auf Regionalität, dadurch würden Bürger, Landwirte, Firmen und Handwerker aus der Gemeinde profitieren, beispielsweise schon für Aufträge in der Bauphase oder Service-Aufträge danach, ebenso wie natürlich Anlieferungen von Lebensmitteln der örtlichen Bauern und Metzger.

Es sei ein "Riesenvorteil für die Gemeinde", denn das familiengeführte Unternehmen sei auch sehr sozial eingestellt und unterstütze immer wieder die örtlichen Vereine und sozialen Einrichtungen an anderen Standorten. Mit Chefs Culinar kämen, so die Bürgerinitiative, "Perspektiven nach vorne" nach Pilsach.

Werner Mikulasch führt weiter aus, dass die Gewerbesteuereinnahmen freilich noch unklar seien, da diese abhängig vom Ertrag seien, doch das Unternehmen bezahle bereits an acht Standorten Gewerbesteuer und werde dies auch in Pilsach tun. Die Gemeinde Pilsach brauche die Einnahmen, um Schulden abzubauen und zukunftsfähig zu werden. "Unsere Gemeinde darf nicht stehen bleiben", betont Mikulasch. Durch die Ansiedlung von Chefs Culinar könne die Finanzierung und auch der Unterhalt von vielen Projekten in der Gemeinde sichergestellt werden, wie zum Beispiel der neue Kindergarten.

Ein weiterer Vorteil werde sein, dass mit Chefs Culinar in Waldeck eine bessere und sicherere Wasserversorgung für Pfeffertshofen und Labertal entstehen werde. Durch den Bau einer Verbundleitung werde der Wasserdruck endlich erhöht. Auch beim Stromverbrauch würden keine Beeinträchtigungen für die Gemeinde entstehen, da Chefs Culinar unter anderem auch eine große Photovoltaik-Anlage installieren werde.

Die Bürgerinitiative, bestehend aus Vertretern aller Altersgruppen, Ortsteilen, Vereinen und Gewerbetreibenden, sieht mit Chefs Culinar eine "Zukunftsperspektive für Gemeinde und Bürger".

Bürgermeister Andreas Truber verweist auf den Sparhaushalt der Gemeinde Pilsach, wodurch es aktuell wenig Perspektiven für Projekte und Vorhaben gäbe. Man sei nicht "arm", aber die Gemeinde habe "null Spielraum für Investitionen" und könne die Gewerbesteuereinnahmen gut gebrauchen. Andere Einnahme-Quellen wie Schlüsselzuweisungen seien um ein Vielfaches zu gering, um die Verschuldung schnell abzubauen und dringende Projekte, wie den Kindergarten, umzusetzen. "Wir können den aktuell nicht bauen", so Truber weiter. Der Kindergarten sei aber am Ende des Jahres 2021 notwendig, da sonst die Kinder der Gemeinde Pilsach nach Neumarkt gehen müssten. Angesprochen auf die möglicherweise steigende Nachfrage von Bauplätzen durch das Vorhaben, betont der Bürgermeister, dass er ständig "über 150 Anfragen" für Wohnraum in der Gemeinde Pilsach habe, die überwiegend auch aus der Gemeinde kämen. "Bauplätze benötigen wir auf jeden Fall", auch ohne Chefs Culinar.

Der komplette Gemeinderat habe in mehrfachen Abstimmungen bewiesen und betont, dass er voll hinter der Ansiedlung von Chefs Culinar steht. Unter den Gemeinderäten seien Vertretern aus allen Ortsteilen, verschiedener Alters- und Berufsgruppen, ebenso wie Landwirte. "Alle sind der Meinung, dass das für uns passt." Das Gremium habe das Pro und Contra sorgfältig abgewogen und auch Ende letzten Jahres die Niederlassung in Zusmarshausen besichtigt, das Unternehmen habe vollkommen überzeugt. "Ich würde mir nie ein anderes Unternehmen aussuchen", so Andreas Truber weiter. "Wenn Chefs Culinar nicht kommt, ist die Gemeinde jahrelang ohne Perspektive", betont der Gemeindechef und hofft auf ein "Nein" zum Bürgerbegehren.


Bürgerentscheid Pilsach: Das sind die Argumente gegen Chefs Culinar


 

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