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Bürgerinitiativen fordern Lärmschutz für Woffenbach und Stauf

Die BI informierten darüber, welche Folgen der Ausbau der B 299 auf die Anwohner hat. - 13.09.2020 07:29 Uhr

Lebhaft diskutierten die Teilnehmer der Informationsveranstaltung im Gasthaus Hiereth die Planungen für den Ausbau der B 299 und wie sich die Anwohner dagegen wehren können.

11.09.2020 © Foto: Helmut Sturm


Rund 70 Menschen waren der Einladung ins Gasthaus Hiereth gefolgt, zum Infoabend der Bürgerinitiative "Genug davon – B 299", die ihre Plakate öffentlichkeitswirksam im Wohngebiet verteilt hat. Nahezu die gesamte Riege der SPD-Stadträte und Dieter Ries waren dabei.

BI-Sprecher Thomas Ikert berichtete immer noch sichtlich erfreut über das nicht-öffentliche, aber konstruktive Gespräch mit den verantwortlichen Planern des Regensburger Straßenbauamtes, Landrat Willibald Gailler und Oberbürgermeister Thomas Thumann mit ihren jeweiligen Fachplanern im Landratsamt.

Nach dem überarbeiteten Verkehrsgutachten soll der PKW-Verkehr bis 2035 um 15 Prozent zunehmen und der Schwerlastverkehr sogar um 20 Prozent. Mit diesen Begründungen zeigten sich die Woffenbacher und Staufer nicht einverstanden. Sie kritisieren den ihrer Meinung nach weiterhin unnötigen drei-spurigen Ausbau der B 299. Der minimale Zeitgewinn stehe in keinem Verhältnis zur Verschwendung der Ressourcen. Von einer Überlastung der Straße könne zu keiner Tageszeit die Rede sein.

Nach dem Ausbau soll die Höchstgeschwindigkeit auf 100 km/h erhöht werden. "Was für ein Wahnsinn", so die Meinung der BI und der Besucher der Veranstaltung. Höhere Geschwindigkeiten verstärkten die Unfallgefahr und die Schwere der Personenschäden und erhöhten so keinesfalls die von den Planern vorgegebene Steigerung der Verkehrssicherheit.

Selbst auf Autobahnen werde die Geschwindigkeit eher verringert, als erhöht und die Neumarkter wollen auf einer Bundesstraße die Geschwindigkeit gegen den Trend erhöhen, hieß es. Bei einer Steigerung der Geschwindigkeit von 80 auf 100 km/h erhöhe sich der Lärmpegel um satte 35 Prozent, rechnete Thomas Ikert den Anliegern der Straße vor. Von der Erhöhung der Lärmschutzmaßnahmen sei aber nicht die Rede.

"Nachbesserungen unerlässlich"

Eine Nachbesserung der Planungen für eine nachhaltige Stadt sei unter all diesen Gesichtspunkten unerlässlich, so Thomas Ikert. Es müsse mehr Rücksicht auf die Belange der Anwohner und die Naturschönheit der Gegend genommen werden. Die Stadt Neumarkt werbe doch permanent mit diesem "Pfund" und der nachhaltigen Einstellung ihrer Bürger und Politiker, so Ikert.

Die Woffenbacher kritisierten aber nicht nur, sie machten auch Vorschläge zur Verbesserung der Stra-ßenbaumaßnahme, die im Kern wohl nicht mehr zu verhindern sei. Auch dies war eine Erkenntnis aus dem Gespräch im Landratsamt.

Die Verkehrssicherheit müsse generell an erster Stelle stehen. Deshalb keine Erhöhung auf 100 km/h. Sie machten Vorschläge, wie gefährliche Kreuzungs- und Einmündungsbereiche entschärft werden könnten und wie und wo gefahrlose Überquerungen durch Unterführungen anstatt teurer Brücken entstehen könnten.

Ikert zeigte den Besuchern die markanten Stellen auf Modellskizzen. Unbefestigte Trampelpfade, wie sie derzeit am Straßenrand existieren, dürfe es in Zukunft nicht mehr geben. Teilnehmer an dem Treffen befürchteten, dass die Anbindungen auf den Ring zu mehr Verkehr in Woffenbach und Stauf führten. "Die vorgeplanten Umwege fährt doch kein Mensch", so deren Tenor.

Auf Gehör der überregionalen Planer fiel die Forderung der BI nach einem generellen Bau von Lärmschutzmaßnahmen im baulichen und verkehrsführenden Bereich.

Als den größten Erfolg der BI Woffenbach wertete es Thomas Ikert, dass sie einen stimmberechtigten Platz in der Arbeitsgruppe zum Um- und Ausbau der B 299 für ihren Bereich erhielten.

Als weitere Forderung der BI sollten die Anbindungen auf die B 299 naturverträglicher gestaltet werden. Viel zu viel Ackerland gehe bei den gegenwärtigen Planungen verloren. Zu diesem Thema legten die Woffenbacher Alternativplanungen vor, die wesentlich preiswerter und naturschonender sein sollen. Aufwendige Brückenbaumaßnahmen sollten zu Gunsten von Auffahrrampen vermieden werden. Zur Freude der BI sei gerade dieser Punkt auf großes Interesse der Planer gestoßen, wie auch die Vorschläge zur Berücksichtigung der Fahrrad- und Fußwege.

Generell zeigte sich die BI mit dem bisher Erreichten zufrieden. Besonders die Besprechung im Landratsamt hinterließ einen insgesamt positiven Eindruck auf die BI.

InfoFür Freitag, 25. September, ist ein Info-Stand auf dem Rathausplatz geplant. Unterstützer sind jederzeit willkommen.

HELMUT STURM

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