Circus Sambesi weiht Schule in Äthiopen ein

20.2.2016, 06:00 Uhr
Karl Nidermayer und die Delegation vom Neumarkter Circus Sambesi waren bei der Eröffnung einer Schule in Äthiopien dabei.

Karl Nidermayer und die Delegation vom Neumarkter Circus Sambesi waren bei der Eröffnung einer Schule in Äthiopien dabei. © Foto: Christian Biersack

Die Besucher aus Neumarkt, die auf eigene Kosten angeflogen waren, besichtigten etliche größere und kleinere Projekte der Stiftung von Karlheinz Böhm. Höhepunkt aber war die Einweihung einer Schule, einer Higher Primary School, in Dabat, einer 5000-Seelen-Gemeinde. Ihr Bau, das verrät ein Schild an der Stirnseite des Hauptgebäudes, wurde auch durch die Spenden möglich, die der Circus Sambesi in den vergangenen 28 Jahren eingespielt hat.

Rund 600 000 Euro sind zusammen gekommen, wenn Mitarbeiter des Zirkus nach den Vorstellungen die Besucher um Spenden für MfM gebeten hatten. Dieses Geld wurde ohne Abzug an die Stiftung weiter geleitet, die in ganz Äthiopien Menschen hilft, ihre kargen Lebensumstände zu verbessern.

Der Empfang durch Schüler und Eltern vor dem Tor war überwältigend. Eine Schar junger Männer begrüßte lachend und die traditionellen Stöcke schwingend den kleinen Konvoi mit den Ehrengästen — darunter die Zirkus-Leute, der Gouverneur und religiöse Würdenträger aus der Region, in der orthodoxe Christen und Muslime friedlich zusammen leben.

In Traditionsgewändern

Es wurden, wie es sich so gehört, Reden geschwungen und die Besucher aus Deutschland mit Geschenken bedacht. Die beiden Frauen durften in weiße, mit Bordüren verzierte Festtagsgewänder schlüpfen, den Männern wurden die traditionellen Gabris über die Schultern gelegt, mehrlagige Decken gegen die beißende nächtliche Kälte in den Bergen.

Dem Festakt schloss sich ein Rundgang durch die Schulgebäude an, die MfM einschließlich des Mobiliars finanziert hat. Den Unterricht übernehmen vom Staat angestellte Lehrkräfte.

Beeindruckt hat bei den Abstechern zu den diversen Projekten von MfM in der Region das Konzept Karlheinz Böhms, das man Überzeugungsarbeit nennen könnte. Böhm wollte stets Veränderungen anschieben und das Erreichte dann in die Hände der Einheimischen geben.

Menschen für Menschen drängt sich nicht auf. Die Stiftung hat inzwischen in dem immer noch sehr armen Land einen so guten Ruf, dass die Gemeinden auf sie zukommen. Fachleute von MfM untersuchen, was machbar ist und wie es umgesetzt werden kann. Ein paar Beispiele: Taugt der Boden für eine Apfelplantage, die dann Nachahmer finden kann? Sind Bewässerungsanlagen technisch möglich? Kann sich eine Dorfgemeinschaft zusammenraufen, um sie langfristig zu erhalten?

Bei den Fahrten durch eine gewaltige Landschaft sahen die Neumarkter immer wieder von MfM neu gebaute Schulen, fuhren über MfM-Brücken und entdeckten am Wegesrand zahlreiche Brunnen, die die Handschrift von MfM tragen.

Der Anblick gewaltiger Täler und schroffer Klippen, die die periodisch trocken fallenden Flüsse in die Hochebene geschnitten haben, überwältigt und lässt leicht vergessen, dass Abholzung und folgende Erosion hier Schlimmes angerichtet haben. Mit Gabionen, mit Steinen gefüllte Drahtkörbe, in den tiefen Rinnen sollen Abschwemmungen bei den Niederschlägen der Regenzeit verhindert werden.

Wiederaufforstung ist für MfM ein ganz großes Thema. Die Zirkusleute sahen sich erste Wäldchen auf Zugspitzhöhe an mit jungen, schnell wachsenden Eukalyptusbäumen und heimischen Koniferen. Unweit produziert eine von vier MfM-Baumschulen Setzlinge zu hunderttausenden.

Anstrengende Kraxelei

Bevor die Reise über Pässe und Serpentinen zurück ging nach Addis Abeba, hatten die Götter den Schweiß gesetzt: den Abstieg über 836 von MfM vor wenigen Jahren angelegte Stufen zu einem Kloster aus dem 13. Jahrhundert, das tief in einen Felsüberhang gebaut ist.

Der Aufstieg zurück zu den bequemen Sitzen des Geländewagens blieb als Muskelkater einige Tage in Erinnerung. Früher, als noch keine Stufen und kein Geländer den Pilgern Sicherheit gaben, war die Anstrengung die geringste Sorge.

 

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