Bögls neuester Coup

Container sollen blitzschnell dahinschweben

6.8.2021, 11:30 Uhr
So werden bald nicht nur Bögl-Container mit der Sengenthaler Schwebebahn unterwegs sein. Foto: CMD / Erfindergeist

So werden bald nicht nur Bögl-Container mit der Sengenthaler Schwebebahn unterwegs sein. Foto: CMD / Erfindergeist

Die Zukunft des leisen und nachhaltigen Containertransports hat begonnen. Nun wurde der offizielle Spatenstich für die TSB-Cargo-Demonstrationsanlage zum ITS World Congress 2021 in Hamburg vollzogen. TSB Cargo transportiert Container vollautomatisiert und sehr leise mit Geschwindigkeiten von bis zu 150 km/h sowie Taktfolgezeiten von 20 Sekunden.

Die Technologie des TSB (Transport System Bögl) entwickelte die Firmengruppe Max Bögl in den vergangenen Jahren bereits für den Personennahverkehr zur Serienreife und setzt diese erfolgreich auf der hauseigenen Teststrecke in Sengenthal sowie auf einer Demonstrationsstrecke im chinesischen Chengdu ein.

Mit dem Demonstrationsprojekt für den ITS World Congress folgt nun auch die Adaption auf den Gütertransport. Die Cargo Maglev Demonstrator GmbH übernimmt als neugegründete Gesellschaft die Projektabwicklung für das TSB-Cargo-Demonstrationsprojekt in Hamburg und stellt die Weichen für die erfolgreiche Entwicklung des Systems zur Markt- und Serienreife.

Die derzeit im Bau befindliche Demonstrationsstrecke auf der Fläche des Cruise Center Steinwerder wird den automatisierten Fahrbetrieb, den Wechsel zwischen den
Fahrspuren über eine Weiche und insbesondere den Containerumschlag zwischen TSB Cargo und anderen Transportmodalitäten demonstrieren. Mit dem System können später Containergrößen bis zu 45 Fuß unter Maximalgewicht transportiert werden.

Sechs Monate Planung

Mit einer Projektdauer von gerade einmal sechs Monaten von der Planung bis zur Inbetriebnahme werden bereits vor Messebeginn die Vorteile der modularisierten Bauweise für die Infrastruktur unter Beweis gestellt. An der Demonstrationsanlage können sich Messebesucher vom 11. bis zum 15. Oktober selbst einen
Eindruck von dem neuen System verschaffen. Im Anschluss an die Messe kann die Anlage noch bis Ende November nach Terminvereinbarung besichtigt werden.

Einsatzmöglichkeiten für die Technologie bestehen in der Verteilung von Gütern zwischen stark frequentierten Logistikhubs wie Hafenterminals oder in der Hinterlandanbindung von Hafenterminals an sogenannte Dry Ports. Da aktuell im Container-Einzeltransport hauptsächlich Lkw eingesetzt sind, führt die Verlagerung auf ein vollelektrisches System wie TSB Cargo zu einer Kohlendioxid-Reduktion in der Transportkette und entlastet die Infrastrukturen im Hafen.

Elektromagnetisch schweben

Das TSB verwendet ein elektromagnetisches Schwebesystem und reduziert dadurch den Verschleiß an Fahrzeugen und Infrastruktur. Daraus folgt eine erhebliche Senkung von Betriebskosten wie auch Feinstaubemissionen im Vergleich zu konventionellen Systemen.

Aus betriebs- wie auch volkswirtschaftlicher Sicht können Container wesentlich effizienter transportiert werden. Auf Basis erster Analysen sind Einsparungspotenziale von 50 Prozent der derzeit anfallenden Kosten möglich.

Kurzfristig verfügbare Lösung

Johann Bögl, Gesellschafter und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Firmengruppe Max
Bögl, laut Pressemitteilung des Unternehmens: „Die Realisierung dieses Demonstrationsprojektes im Hamburger Hafen bedeutet einen weiteren
wichtigen Schritt zur ersten Anwendungsstrecke für das Transport System Bögl. Die planerische und bauliche Umsetzung unseres modularen Konzeptes in nur wenigen Monaten zeigt dessen Potenzial als kurzfristig verfügbare Lösung für die Herausforderungen eines nachhaltigen und effizienten Güterund Personentransportes."

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