Corona-Saison im Tennis: Aufschlag auch im Doppel

Kevin Gudd
Kevin Gudd

Neumarkter Nachrichten

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8.6.2020, 09:40 Uhr
Die Sandplätze sind präpariert: Am dritten Juni-Wochenende starten die Tennis-Amateure in eine kompakte Saison im Mannschaftsbetrieb.

Die Sandplätze sind präpariert: Am dritten Juni-Wochenende starten die Tennis-Amateure in eine kompakte Saison im Mannschaftsbetrieb. © Foto: Philip Hauck

Ein wichtiges Detail blieb in der ersten Ankündigung noch ausgespart. Mit den neuerlichen Lockerungen aber, die nach der Öffnung von Biergärten den Betrieb von Freibädern und Fitnessstudios zulassen, bekam auch der Bayerische Tennisverband BTV zu Pfingsten die erhoffte Bestätigung durch das Gesundheitsministerium. Weil der Mindestabstand bei den Ballwechseln nur in seltenen Ausnahmefällen unterschritten werde, ist das Doppel als kontaktlose Variante im Training und Wettkampf ebenfalls erlaubt.

Über die Entscheidung freut sich Christian Beck zweifach. "Doppel gehören einfach dazu", sagt der spielende Abteilungsleiter des SV Höhenberg und verschweigt dabei nicht, dass dessen männliche Vorzeigemannschaft in den vergangenen Jahren gerade durch das spezielle Partner-Geschick einige knappe Siege davongetragen hat. Nach jeweils sechs Einzelbegegnungen geht es immerhin noch um ein Drittel der Gesamtpunkte. So gelang einer seit Jahren eingespielten, aus Eigengewächsen bestehende Formation im vergangenen Sommer überraschend als Vizemeister der Sprung in die Landesliga der Herren 40.

Die Chance, "uns in den nächsten Jahren zu etablieren" und wie zuvor in der Altersklasse ab 30 Jahren mal ans Tor zur Bayernliga zu klopfen, wollten sich die Höhenberger trotz Corona-Einschränkungen nicht entgehen lassen. Während Vereine andernorts ihre Meldungen aus Unsicherheit zurückzogen, erwartet Christian Beck im reduzierten Feld von fünf Mannschaften ein gehobenes "Niveau, das über die Jahre gestiegen ist". Unter den Kalibern jener ambitionierten Klubs, die sich mit externen Kräften verstärken, zählt er unter anderem den TC Herzogenaurach zum absoluten Topfavoriten der Runde. Obwohl ein Abstieg in der Übergangs-Saison faktisch ausgeschlossen ist, möchte Beck mindestens einen oder zwei Konkurrenten hinter sich lassen. Auftakt-Gegner Kümmersbruck oder Bayreuth sieht er auf Augenhöhe mit der eigenen von Bruder Michael angeführten Auswahl. Zwar schmälere die eine oder andere Verletzung das Aufgebot auf ein Dutzend Akteure, aber "wir sind sehr ausgeglichen besetzt und haben uns immer durch den Zusammenhalt ausgezeichnet", konstatiert Christian Beck. Deshalb werde jeder Spieler seine Einsatzzeit bekommen.

Anders sieht es beim benachbarten ASC Sengenthal aus, der sich ebenfalls auf eine Landesliga-Spielzeit gefreut hatte. Weil das Interesse bei den Herren 30 aus dem nordbayerschen Raum jüngst rapide verflog, fällt die Runde komplett aus. Mit nurmehr fünf Teams im Wettkampfbetrieb verblieben, erhalten drei Mann als Leihspieler auswärts Spielpraxis, zwei davon beim SV Höhenberg in der Bezirksklasse. Die Vorbereitungszeit bis zum ersten Aufschlag hält Christian Beck selbst bei lediglich einer Übungseinheit pro Woche indes für ausreichend. "Wir sind im Winter in Form geblieben. Mit den ersten zwei, drei Trainingsspielen hat sich jeder auf Sand umgestellt."

Voll auf Betriebstemperatur bringen sich in diesen Tagen auch die Damen den ASV Neumarkt, die neben den Herren 55 das Aushängeschild in der Bayernliga geben. Stolz berichtet Trainer-Ikone Walter Otto von der Initiative seiner weiblichen Schützlinge, die sich an den Sonntagen zum zusätzlichen Training treffen. Weil sich der Klassenverbleib als Ziel von selbst erledigt hat, bekam die Herausforderung auf höchster bayerischer Ebene einen neuen Akzent. "Möglichst positiv rauskommen" erklärt Otto die Devise, und meint damit die günstige Gelegenheit gerade für die breite Fraktion junger Spielerinnen, "Erfahrungen zu sammeln und sich zu entwickeln".

Nach dem direkten Wiederaufstieg könnten die Eigengewächse um Spitzentalent Franziska Lerzer unbeschwerter aufspielen als beim Anlauf vor zwei Jahren. Auch wenn mit Blick auf die Abstands-Regeln keine ganz großen Zuschauer-Kulissen zu erwarten sind und der gesellige Teil dezenter ausfällt, will Otto im Freien Grill und Bierbänke auspacken. Immerhin bleibt der Kern des Spiels unberührt. "Den Spaß lassen wir uns nicht nehmen."

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