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Darf ich mein Fitnessstudio kündigen, wenn es wegen Corona geschlossen hat?

Corona-Vertrags-Check der Verbraucherzentrale - 07.04.2021 11:05 Uhr

Jetzt hätten viele Menschen Zeit, Sport zu treiben, und würden gern ins Fitnessstudio gehen. Diese sind aber im Lockdown geschlossen. Ob das eine Kündigung rechtfertigt und welche Vereinbarungen möglich sind, darüber informieren die Verbraucherzentralen in ihrem Corona-Vertrags-Check.

24.01.2021 © Foto: Britta Pedersen/dpa


Mit dem Corona-Vertrags-Check bieten die Verbraucherzentralen online kostenlose und unkomplizierte erste Hilfe für den Einzelfall. Verbraucherinnen und Verbraucher erfahren unter anderem, in welchen Fällen sie Beiträge bezahlen müssen oder ob ihnen ein Kündigungsrecht zusteht.

Der Corona-Vertrags-Check ist eine interaktive Online-Anwendung auf der Webseite der Verbraucherzentralen. Das Angebot umfasst Informationen zu gestrichenen Fitness-Angeboten und Hilfestellungen zu ihren Rechten bei anderen ausgefallenen Veranstaltungen oder zu Fällen, in denen private Feiern nicht stattfinden können.

Fitnessstudio oder Mitgliedschaft im Verein wegen Corona vorzeitig kündigen?

Viele Verbraucher fragen sich, ob eine vorzeitige Kündigung des Vertrages mit einem Fitnessstudio in der aktuellen Pandemie-Lage möglich ist. Dies muss Tatjana Halm, Rechtsexpertin bei der Verbraucherzentrale Bayern, verneinen: "Für eine außerordentliche Kündigung reicht eine vorübergehende Schließung des Fitnessstudios wegen Corona in der Regel nicht aus." Hintergrund dafür ist, dass man die Dienstleistung später wieder in Anspruch nehmen kann.

Die Verbraucherschützerin empfiehlt, trotzdem Kontakt mit dem Fitnessstudio aufzunehmen. "Eine Lösung des Problems kann etwa sein, den Vertrag zeitweise ruhen zu lassen, bis die Leistungen wieder erbracht werden. Das heißt, die Kunden müssen für diesen Zeitraum nichts bezahlen", so die Juristin.

Anders sieht es im Sportverein aus. Hier bezahlen Mitglieder in erster Linie dafür, dass sie Mitglied sind und nicht für konkrete Trainingsmöglichkeiten. Beitragszahlungen ruhen zu lassen, kommt daher grundsätzlich nicht in Frage.

Wie steht es um Zehnerkarten?

Ebenfalls abweichend ist die Rechtslage, wenn jemand beispielsweise eine Zehnerkarte für Sportkurse im Fitnesstudio erworben hat. Hier hängen die Ansprüche davon ab, ob der Veranstalter Termine für die Kurse festgelegt hat. "Konkrete Termine gelten als ein wesentlicher Bestandteil eines Vertrages", sagt Tatjana Halm.

In diesem Fall können Käufer vom Vertrag zurücktreten und die Kosten für nicht genutzte Kurse anteilig zurückverlangen. Einen Gutschein müssen sie nur dann akzeptieren, wenn sie die Karten vor dem 8. März 2020 erworben haben. Handelt es sich um Karten, die an keine konkreten Termine gekoppelt waren, haben Verbraucher in der Regel keine Erstattungsansprüche.

Hilfe bei individuellen Fragen

Zum Corona-Vertrags-Check geht es hier. Für individuelle Fragen rund um die Kündigung im Fitnessstudio können Verbraucher per Telefon oder online die Beratung der Verbraucherzentrale Bayern in Anspruch nehmen. Informationen dazu sind auf www.verbraucherzentrale-bayern.de zu finden. Allgemeine Auskünfte zu Verbraucherfragen gibt es am Servicetelefon der Verbraucherzentrale Bayern unter (089) 55 27 94-0.

 

Der Corona-Vertrags-Check wurde unter Federführung der Verbraucherzentralen Brandenburg und Bayern im bundesweiten Projekt "Wirtschaftlicher Verbraucherschutz" erstellt, gefördert durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz.

nn

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