Corona-Lage entspannt sich

Das Klinikum Neumarkt braucht weniger Intensivbetten

17.6.2021, 12:37 Uhr
 Die Situation auf den  Intensivstationen entspannt sich.

 Die Situation auf den  Intensivstationen entspannt sich. "Covid-19 ist eine Erkrankung, die auch in den nächsten Jahren die Medizin und die Intensivstationen beschäftigen wird, die aber den Schrecken dieser Pandemie verlieren wird", teilt die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin mit. © Steffen Schellhorn, epd

"Hintergrund ist die aktuell fallende Anzahl an zu betreuenden COVID-19-Patienten im Haus", teilt das Klinikum auf Nachfrage der NN mit. So wurde am Mittwoch nur noch ein Covid-Patient auf der Intensivstation betreut, die Covid-19-Normalpflegestation war erstmals leer.

Noch zu Beginn dieses Monats waren die Zahlen deutlich höher. Am 1. Juni betreute das Klinikum Neumarkt 3 Covid-Patienten auf der Intensivstation und 15 auf der Covid-Normalpflege. Die meisten Corona-Patienten lagen Heiligabend 2020 im Klinikum: Neun auf der Intensivstation und 33 auf der Covid-Normalpflegestation erreicht.

Corona war ein Stresstest für das Klinikum Neumarkt

Es war ein Stresstest für das Klinikum Neumarkt. An vielen Tagen war die die Intensivstation vollständig belegt. Darunter fünf oder mehr Corona-Patienten. Es bestand die Gefahr, dass die zusätzliche Dauer-Belastung irgendwann die eingespielte Notfallversorgung zum Kollaps bringen. Das Klinikum reagierte, legte Stationen still und schichtete Personal um. Pfleger, Schwestern und Mediziner wurden verteilt in personalintensive Bereiche wie Notfallzentrum, die Holding-Area, wo Patienten mit Verdacht auf Covid-19 liegen, Quarantäne-/Corona-Stationen und die Intensivmedizin.

Die Normalpflegestationen konnten weniger Patienten aufnehmen. Sonst hätte das Klinikum Neumarkt die Mindestbesetzung nach der Pflegepersonaluntergrenzenverordnung (PpUGV) nicht mehr hätte einhalten können. Grob gefasst legt diese Verordnung eine maximale Anzahl von Patientinnen und Patienten pro Pflegekraft fest, die nicht überschritten werden darf. So darf beispielsweise in der Kardiologie eine Pflegekraft maximal zehn Patienten in der Tagesschicht und 22 in der Nachtschicht versorgen.

Der ganze sechste Stock ist Covid-Station

"Durch die Entspannung der Situation ist man jetzt in die Lage versetzt worden, das unterstützende Pflegepersonal wieder auf ihren originären Stationen einzusetzen, um dem Gesamtversorgungsauftrag für den Landkreis nachzukommen", heißte es aus dem Klinikum.

Von Normalbetrieb kann aber noch keine Rede sein. Die drei Stationen im 6. Obergeschoss blieben zunächst geschlossen. Dort befinden sich weiterhin die Covid-Normalpflege- und Quarantänestation. Sie benötigt ein ganzes Stockwerk, weil in jedem Zimmer nur ein Patient liegen darf statt zwei oder drei.

22 Betten kann das Intensivpflegepersonal nicht alleine schultern

Dennoch die Situation hat sich spürbar entspannt. Doch ist das Klinikum auf ein mögliches Ansteigen der Covid-Patientenzahlen vorbereitet. Es kann bei Bedarf zusätzliche Intensivbetten in Betrieb nehmen. In diesem Fall müssen dann wieder Pflegekräfte von den Normalpflegestationen auf die Intensivstation abgeordnet werden.

"22 Betten oder mehr können durch das Intensivpflegepersonal alleine nicht geschultert werden", so der Klinikumssprecher. Unter diesen Umständen müssten die planbaren Behandlungen auf den Normalpflegestationen erneut reduziert werden.

Auch aus diesem Grund plädiert die Klinikleitung an jeden Einzelnen, die Vorsichts- und Hygienemaßnahmen trotz sinkender Inzidenz- und steigender Impfzahlen aufrecht zu erhalten, um die Situation im Klinikbetrieb weiterhin im Griff zu haben.

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