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Debatte über Wo und Wie für Photovoltaik-Anlagen in Lauterhofen

Der neue Kriterien-Katalog stand im Brennpunkt - 17.04.2021 14:00 Uhr

Symbolbild

24.06.2011 © Hans von Draminski


Mit dem Entwurf habe man sich an der Nachbargemeinde Pilsach orientiert, so Bürgermeister Ludwig Lang. Allerdings wurde in Pilsach eine Maximalfläche für die gesamte Gemeinde festgelegt, wandte Marktrat Anton Preißl ein, das vermisse er im Lauterhofener Entwurf.

Gegen Konzentration an der Autobahn

Weiter verwies Preißl auf die Karten im Entwurf, die Flächen insbesondere entlang der Autobahn A 6 vorsehen. Traunfeld und Dippersricht hätten bereits die Belastung durch die Autobahn und auch durch die geplante Freiflächen-PV-Anlage bei Dippersricht, die der Marktrat ohne Bürgerbeteiligung "durchgewunken" habe. Preißl forderte einen Mindestabstand von 800 Metern zu Wohnbebauung und eine "gerechte und saubere" Verteilung über das gesamte Gemeindegebiet, keine Konzentration an der Autobahn im Norden. Außerdem sei der südliche Bereich der Autobahn freizuhalten.

Die Kartierung sei so vorgegeben mit Flächen, die sich besonders eigneten, sagte Marktrat Andreas Aigner, doch Bürgermeister Lang sagte zu, diese noch einmal zu überprüfen.

Strobl: "Bin strikt dagegen"

Norbert Strobl sprach sich gegen weitere Anlagen aus. "Wir bauen uns die ganze schöne Landschaft zu, wissend, dass die in 20 Jahren keine Zukunft mehr haben", führte Strobl aus, er sei "strikt dagegen". Stattdessen sollten die Atomkraftwerke weiter betrieben werden, "so viel können wir gar nicht zuschalten, wie abgeschaltet wird", meinte Strobl.

Die kartierten Flächen bezeichneten nur Gebiete, wo Anlagen zur Energiegewinnung möglich seien, sagte Marktrat Robert Kölbl. Möglichst schnell solle am Flächennutzungsplan weitergearbeitet werden, so Kölbl, der die Planungshoheit der Gemeinde gefährdet sieht, "wenn 10-H fällt, kommt das mit den Windrädern wieder". Marktrat Xaver Lang schloss sich an. Aus Sicht des Gremiums geeignete Flächen müssten per Bauleitplanung definiert werden.

"Woher sollen Lebensmittel kommen?"

Aus Landwirten würden Energiewirte, monierte Preißl, die Flächen würden aus der landwirtschaftlichen Produktion herausgenommen: "Woher sollen irgendwann unsere Nahrungsmittel kommen?"

Martin Lubner, Ortssprecher von Deinschwang, verwies auf die Gemeinde Berg, die die Gesamtheit von Anlagen auf zwei Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche begrenzt hat, er wüsste gerne, wie viel das in Lauterhofen ausmachte. Weiter regte Lubner eine Mindesthöhe für die Eingrünung der Anlagen an, die maximal drei Meter ab Geländekante hoch sein dürfen.

Härteis: "Effizienter als Biogas"

Marktrat Ludwig Härteis brachte die Effizienz von PV-Anlagen ins Spiel, die auf der gleichen Fläche das 40-fache von Biogasanlagen betrage. Marktrat Martin Springs lehnte eine maximale Grenze ab, da man nicht wisse, wieviel Energie benötigt werde, um als Gemeinde autark zu sein.

Preißl forderte, "aufzuräumen mit dem Märchen der Energieautarkie". Ohne Speichermöglichkeiten funktioniere das nicht. Wichtig sei, auf die Wohnbebauung zu achten. Eine Begrenzung auf zwei Prozent fände er gut, bei Verteilung der Anlagen auf die ganze Gemeinde.

"Wir wollen ja nicht alles zupflastern", beruhigte Markträtin Julia Strobl, das sei ja nur ein Leitfaden. Jedes Projekt müsse genehmigt werden.

JUTTA RIEDEL

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