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Den Ernstfall geprobt

Berg: Absturz eines Segelfliegers wurde simuliert - 13.03.2012 10:40 Uhr

Im Ernstfall muss jeder Griff der Ersthelfer sitzen: Die Segelflieger des Post SV Nürnberg simulierten am Flugplatz Stöckelsberg den Absturz eines einsitzigen Segelflugzeugs. Dieses zerlegte die Feuerwehr mit der Rettungsschere.

12.03.2012 © Blasen


Als das einsitzige Segelflugzeug auf den Boden gekracht ist und zum Stillstand kommt, eilen die Ersthelfer Willi Zimmerer, Uwe Mollenhauer und Jörg Sperber entsetzt auf das Segelflugzeug zu, in dem Kamerad Oliver sitzt.

Beim Näherkommen sehen sie keine äußeren Schäden und dem Anschein nach scheint der Pilot mit einem blauen Auge davongekommen zu sein. Doch Olivers Gesicht ist aschfahl, schmerzhaft verzerrt und er kann die Haube nicht öffnen.

Mit geübtem Griff entfernen die Drei die Plexiglashaube. Es sei alles in Ordnung, meint Oliver. Aber als er aussteigen will, sagt er auf einmal, er habe kein Gefühl mehr in den Beinen und auch schreckliche Schmerzen im ganzen Rücken.Sofort etzt sich eine Maschinerie in Gang, die, wie Rescue-Teamleiter Oliver und freiwilliges Unfallopfer, später lobend erwähnt, gar nicht so alltäglich ist.

Die Ersthelfer haben ihre Aufgabe gelernt und handeln professionell: Unfallstelle absichern, Notruf, Info an den Flugleiter. Nach einigen Minuten treffen die Einsatzkräfte und Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Berg und Stöckelsberg ein.

Während sich die Männer der FFW ans Werk machen, den wackeligen Rumpf mittels Holzbohlen aus der Werkstatt zu stabilisieren, kümmern sich die Sanitäter darum, den Verunglückten schnellstmöglich aus dem engen Sitz des Cockpits zu heben.

Wie wichtig derartige Trainings sind, darin sind sich später alle Beteiligten einig.

Weil ein solcher Einsatz wie am Flugplatz Stöckelsberg nicht ohne die ehrenamtliche Bereitschaft der Freiwilligen Feuerwehren und Rettungsdienste möglich ist, dafür bedankten sich Abteilungsleiter Raimumd Jonas und auch Oliver Gabriel bei der ganzen Einsatztruppe. Denn das sei keinesfalls selbstverständlich.

Auch die Freiwilligen konnten ihrerseits ein paar wichtige Erfahrungen im Umgang mit verunglückten Segelfliegern machen. Dem stimmte Feuerwehrkommandant Willi Ulherr von der FFW Stöckelsberg zu. „Sichtlich in den Fingern juckte“, endlich die Rettungsschere zum Einsatz zu bringen, „damit wir einmal wissen, wie lange es dauert, so ein schönes Flugzeug zu zerlegen“.

ROSI BLASEN

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