Freitag, 15.11.2019

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Deusmauer bekommt Dorfladen

Genossenschaft oder Mini-GmbH: Bürger nehmen Projekt selbst in die Hand - 10.02.2012 10:58 Uhr

Am heutigen Freitag, 10. Februar, findet um 19 Uhr im Gasthaus „Alter Wirt“ in Deusmauer die Gründungsveranstaltung des Dorfladen-Projektes statt. Einer Umfrage des Arbeitskreises Dorfladen Deusmauer zufolge wünschen sich neun von zehn Befragten eine solche Einkaufsmöglichkeit am Ort. Das einzige Geschäft hatte 2007 für immer geschlossen.

Nach Angaben von Velburgs Bürgermeister Bernhard Kraus könnte der Laden im Sommer oder Herbst aufsperren. Gedacht sei an Güter des täglichen Bedarfs mit dem Schwerpunkt auf Produkten aus der Region in ökologisch einwandfreier Qualität, so Kraus. Der Rathauschef bezifferte den Kapitalbedarf auf 25000 bis 30000 Euro.

Das Geld soll in der Hauptsache von den Bürgern selbst aufgebracht werden — in Form von Mitgliederanteilen von 200 Euro aufwärts. Auch an die Aufnahme von Fremdkapital bei Banken sei gedacht, erklärte der Bürgermeister. Eine Subventionierung durch die Kommune komme nicht in Frage. „Der Laden soll wirtschaftlich nach kaufmännischen Prinzipien geführt werden“, so Bernhard Kraus. „Es kann nicht Aufgabe der öffentlichen Hand sein, ein solches Projekt dauerhaft zu bezuschussen.

Wird Geschäft wiederbelebt?

Bei der Gesellschaftsform und hinsichtlich des Standortes gibt es im Rathaus und bei den Bürgern offenbar noch unterschiedliche Standpunkte. Bürgermeister Kraus wollte der Gründungsversammlung zwar nicht vorgreifen, konnte sich aber die Bildung einer Genossenschaft vorstellen; als Standorte für den Dorfladen kommen seiner Ansicht nach das frühere Ladengeschäft oder die alte Schule in Frage.

Der Dorfladen-Arbeitskreis hat auf der Internetseite der Stadt bekannt gegeben, dass es bereits ein einstimmiges Votum für das alte Schulhaus als Geschäftssitz gebe. Die Rechtsform einer Mini-GmbH oder Unternehmergesellschaft werde angestrebt. Der mögliche Gewinn des Geschäftes werde am Jahresende je nach Mitgliedsanteil aufgeteilt. „So kann eine Rendite erzielt werden, welche von keiner Bank gewährt werden kann“, ist der Arbeitskreis sehr optimistisch.

Die Bürger werden nach Einschätzung des Stadtoberhauptes den Verkauf selbst organisieren. Zehn bis 15 Personen hätten sich schon bereiterklärt, in dem Laden mitzuarbeiten. Auch die Geschäftsleitung wird wohl aus der Bürgerschaft kommen.

Der Arbeitskreis deutet bereits an, dass die Bürger in und an der alten Schule mehr als nur eine Einkaufsmöglichkeit planen: „Der Innenhof eignet sich hervorragend dafür, um an schönen Sonnentagen im Freien einen Kaffee zu genießen oder sich eine deftige Brotzeit schmecken zu lassen.“

Nach Angaben von Bürgermeister Kraus ist derzeit eine von zwei Gaststätten geschlossen. Jedenfalls könne es nicht das Ziel des Dorfladens sein, die bestehenden Gastronomie zu verdrängen.
 

wdn

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