Die Klostergasse könnte sich feiner rausputzen

7.12.2016, 12:30 Uhr
Quick Schuh macht dicht: Die Schaufenster des Ladens in der Klostergasse sind zugeklebt. Noch bis etwa Ende Januar läuft der Ausverkauf.

Quick Schuh macht dicht: Die Schaufenster des Ladens in der Klostergasse sind zugeklebt. Noch bis etwa Ende Januar läuft der Ausverkauf. © Foto: Horst Linke

Die Filiale von Quick Schuh in der Klostergasse macht dicht. Aber es gibt auch Lichtblicke: Neu eröffnet hat Anfang November das Wäschegeschäft "Dessousis".

Von deutlich weniger Frequenz spricht Lydia Friedrich, Geschäftsführerin von Quick Schuh. Sie führt das schon auf den Neuen Markt zurück, „wobei auch die klagen – durch diese Entscheidung reicht es weder für die Innenstadt noch für den Neuen Markt, weil das Angebot nahezu identisch ist“, findet sie. Auch das Aus des Kaufhauses Hackner wiege schwer, habe viel Frequenz gekostet.

Susanne Biller von Buch Müller, glaubt eher, dass der hintere Abschnitt der Gasse zum Klostertor hin profitiert habe: Weil der Hackner-Parkplatz nicht mehr existiert, stellen viele Leute ihr Auto in der Sandstraße ab und laufen durchs Tor in die Stadt – mehr als vorher, empfindet sie.

Doch auch Biller hat einige Wünsche, wie die Neumarkter Fußgängerzone mehr Kunden anlocken könnte: Vor allem mehr Licht wäre gut, meint sie, „da gibt es nur eine trübe Funzel“, dazu ein Fahrradständer. Auch ein ergänzender Kunsthandwerker-Weihnachtsmarkt, am Klostertor oder am Residenzplatz, „vielleicht für zwei Wochenenden“, wäre belebend.

Die Klostergasse könnte attraktiver werden, findet City-Manager Roland Kittel: Vom Rathaus hinein sehe die Gasse recht kahl aus. Sitzbänke, Bäume und Spielgeräte könnten das ändern und mehr Sitzplätze im Freien für die Gastronomie: Anträge von Wirten gebe es, nun gelte es, die Wünsche mit den Rettungswegen abzugleichen.

Die pauschale Sorge, dass die Innenstädte mehr und mehr „hops gehen“, teilt er nicht, sagt Kittel. Dass im Internet permanent eingekauft werden kann, habe vieles verändert; viele Neumarkter Händler haben darauf reagiert. „Es kommt darauf an, seine Stärken zu betonen: Warum sollen die Leute zu mir kommen?“, sagt er.

In allen Städten gebe es eine Konzentration auf attraktive Zonen. „Zu behaupten, die Hallertorstraße wird in zehn Jahren eine tolle Einkaufsmeile, wäre falsch“ – es komme darauf an, andere Nutzungen zu finden, eventuell für mehr Wohnraum.

Das sei nicht einfach und mit Investitionen verbunden, weiß er, da rede man sich leicht. Er nennt die Wolfsgasse als positives Beispiel. Kittel hofft, dass eine Dynamik in Gang kommt. Und dass er ab dem Frühjahr in der Klostergasse noch viel mehr Sitzplatz-Auswahl hat.

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