Donnerstag, 22.04.2021

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Die Stadtgärtnerei gießt jetzt mit Trinkwasser

Seit 26. März ist Wasser aus dem Nachklärbecken nicht mehr erlaubt - 04.04.2020 12:22 Uhr

Im trockenen und heißen Sommer 2018 waren die Mitarbeiter der Stadtgärtnerei Neumarkt gut beschäftigt, unter anderem Straßenbäume zu gießen, hier noch mit Wasser aus der Kläranlage. Seit Ende März ist diese Quelle tabu.

03.04.2020 © Archivfoto: Hubert Bösl


Wer gerade frisch gepflanzt oder gesät hat, weiß, dass auch im kühlen Frühjahr ordentlich Gießwasser gebraucht wird, vor allem, wenn der immer wieder angekündigte Regen weiter ausbleibt. Und wenn im Hochsommer wochenlang kaum Niederschlag fällt, sind Blumen, Bäume und Gemüsepflanzen sehr bedürftig: Viele Liter sickern dann in den Boden, um den Pflanzen genügend Wasser an die durstigen Wurzeln zu liefern.

Die Stadtgärtnerei Neumarkt braucht an heißen, trockenen Tagen im Sommer locker mehr als 150.000 Liter Wasser zum Gießen. Bisher haben die Mitarbeiter das Wasser aus dem Nachklärbecken entnommen, Trinkwasser kam dabei nicht zum Einsatz.

Nachklärbecken nun tabu

Das hat sich seit 26. März geändert: Seitdem ist die Verwendung von Wasser aus dem Nachklärbecken außerhalb des Klärwerks untersagt, heißt es von der Stadtverwaltung.

Grund seien "die auf dem Klärwerk Neumarkt nicht vorhandenen Voraussetzungen zur Abgabe eines dafür qualitätsgesicherten, hygienisch einwandfreien Produkts", heißt es in einem Schreiben der Stadtverwaltung.

Allerdings fließt das Wasser aus dem Nachklärbecken mittelbar in die Schwarzach; die Stadtgärtnerei hatte das Wasser ausschließlich zum Gießen, nicht zum Trinken oder zu anderen Zwecken benutzt.

Aufwendige Aufbereitung

Doch damit das Wasser aus dem Nachklärbecken uneingeschränkt im gärtnerischen Bereich genutzt werden könne, seien vorher "energieintensive Abwasseraufbereitung und umfangreiche Qualitätssicherungsmaßnahmen" notwendig, das lasse sich wirtschaftlich kaum darstellen, so die Auskunft der Stadt zu dem Thema.

Daher sei die Verwendung von Abwasser aus dem Klärwerk für gärtnerische Zwecke somit "nicht zielführend, zumal immer ein Gefährdungspotenzial für die menschliche Gesundheit (Vorhandensein von pathogenen Keimen wie Bakterien, Viren, Einzeller, Würmer) bestehen bleibt", heißt es weiter im Schreiben der Stadt.

Bisher hat die Stadtgärtnerei mit dem Wasser aus dem Nachklärbecken die ganze Gießsaison über gewirtschaftet: von den Frühjahrsanpflanzungen bis zu den heißen Sommertagen, an denen vor allem auch die Straßenbäume mit den eher kleinen Baumscheiben regelmäßig Wassernachschub brauchen.

kay

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