Neues Motiv

Diesen Monat in der Neumarkter Münsterkrippe von St. Johannes: Die Hochzeit zu Kana

11.5.2022, 06:00 Uhr
Die Firmbewerber stellen in der Münsterkrippe St. Johannes die Hochzeit zu Kana auf.

© Josef Wittmann Die Firmbewerber stellen in der Münsterkrippe St. Johannes die Hochzeit zu Kana auf.

Den Umbau haben dieses Jahr zwei junge Firmbewerber der Pfarrei vorgenommen. Die Firmlinge können die Pfarrei St. Johannes im Vorfeld in verschiedenen Bereichen kennenlernen - vom Hausbesuch bei Senioren bis zur Münsterkrippe.

Wasser zu Wein

Die Hochzeit zu Kana wird im Kirchenjahr eigentlich am zweiten Sonntag nach Dreikönig gefeiert. Dabei findet die eigentliche Hochzeit – nur für die Fantasie des Betrachters sichtbar – in einem Anbau statt. Dort tanzt die Hochzeitsgesellschaft wohl gerade, während Jesus - und das zeigt das Krippenbild - sein erstes Wunder vollbringt: Die Verwandlung von Wasser in Wein.

Denn Maria, Jesus und dessen Jünger sind bei einer Hochzeit in Kana eingeladen. Da geht dem Brautpaar der Wein aus. Maria bittet ihren Sohn zu helfen, und wird schroff abgewiesen. Sie ist sich trotzdem sicher, dass Jesus helfen wird, und weist die Diener an, zu tun, was er ihnen sagt. Und so kommt es auch. Jesus lässt sechs Amphoren mit Wasser füllen – ein Diener gibt dem Speisemeister davon zu trinken. Dieser Moment, den die Bibel beschreibt, ist in der Münsterkrippe zu sehen.

Doch die biblische Geschichte berichtet noch weiter von dieser Begebenheit: Als der Küchenchef kostet, ruft er verwundert den Bräutigam und fragt ihn, warum er den guten Wein bis zuletzt aufgehoben hat, wo doch die Gäste schon zu viel getrunken haben, um die Qualität noch zu bemerken.

Besondere Jesuitenkrippe

Die Münsterkrippe geht auf die Jesuiten zurück, die 1622 nach Neumarkt kamen. 2006 tauchten die Figuren wieder auf. Als damals der Straubinger Krippenpfleger Franz Karl nach Neumarkt kam, ein Spezialist für jesuitische Krippen, wurden ihm 21 Köpfe gezeigt, die in der Sakristei die Jahrhunderte überdauert hatten. Diese Figuren waren 80 bis 100 Zentimeter groß – das sogenannte „Jesuitenmaß“. Es trägt seinen Namen, weil das die übliche Größe für die Krippenfiguren der Jesuiten war. An einigen Köpfen fand Karl sogar noch Nagellöcher für Perücken.

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