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Donnerstag, 17.10.2019

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"Ehrenschmankerl-Koch" kommt aus Neumarkter Gansbrauerei

Mitinhaber Goswin Diepenseifen erkochte sich den Ehrentitel des Tourismusverbands - 12.10.2019 20:29 Uhr

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Neumarkter Ehrenschmankerl-Koch 2019

Mit einem begeisterndem Menu überzeugte Gans-Bräu-Mitinhaber Goswin Diepenseifen die Jury: Er bekam den Titel Neumarkter Ehrenschmankerl-Koch 2019 verliehen.


Die Vergabe des Titels Ehrenschmankerl-Koch ist etwas Besonderes: Es ist ein illustrer Kreis, der sich in entspannter Runde trifft, während der Aspirant in der Küche über dampfender Suppe, vor heißer Röhre, zwischen zischenden Kochfeldern, im Schweiße seines Angesichts am Menu arbeitet. In diesem Jahr, während der Schmankerlwochen im Oktober 2019, ist der Titel zum 21. Mal vergeben worden; und doch war es etwas anders als in all den Jahren zuvor.

Nicht nur in der Küche, sondern auch im Service aktiv: Goswin Diepenseifen, einer der beiden Inhaber der Gans Brauerei, serviert den Wildkräutersalat. © Foto: Wolfgang Fellner


Denn der Aspirant, den sich die ehrenwerte Corona ausgesucht hatte, kochte aus gutem Grund in einem Lokal auf, das bei den Schmankerlwochen gar nicht dabei ist. Werner Thumann, Vorsitzender des Tourismusverbandes, gestand, dass er dem Ansinnen nicht ohne Hintergedanken nachgegeben habe: "Vielleicht", sagte er zu Wirtin Heike Kirsch, "vielleicht bist Du mit dem Oberen Ganskeller nächstes Jahr bei uns dabei." Die derart Umworbene zeigte sich nicht abgeneigt.

Muss sie auch nicht: Was Goswin Diepenseifen und die Küchen-Crew zauberten, passte perfekt zum Motto der Schmankerlwochen, "Wald.lust Wald.genuss". Und steht jeder Speisekarte gut. Einem Wildkräutersalat mit Hirschbratwurst und Salami von Wildschwein und Hirsch folgte eine Kartoffelsuppe im Brotlaiberl, es gab Hirschgulasch im Zwickelsud und zum Abschluss ein Walnussparfait auf Brotmoos. Dazu reichte der Service verschiedene Biere der Gans-Brauerei, abgestimmt auf die jeweilige Speise.

Der frisch gebackene Ehrenschmankerl-Koch Goswin Diepenseifen (vorne rechts) mit seinen Helfern aus Küche und Service, eingerahmt von den bisherigen Ehrenschmankerl-Köchen, die ihm diese Würde für das Jahr 2019 zuerkannten. © Foto: Wolfgang Fellner


Die gestrenge Jury der eingesessenen Ehrenköche zierte sich anfangs zwar etwas, aber dann gab sie doch das "Ja" zur Aufnahme in den Zirkel. Bei Diepenseifen stelle sich ob seiner Präsentation die Frage, was er mehr sei: Philosoph oder Brauer, formulierte es sein Vorgänger Stefan Wittmann. Sowohl er als auch Diepenseifen gefielen durch selbstironische Untertöne, es war ein freundschaftliches Gefrotzel, in dem sich der in Österreich geborene Neumarkter Diepenseifen anhören musste, über Migrationshintergrund zu verfügen.

Und, sagte Wittmann, Diepenseifen könne alleine deshalb nicht bestehen, weil bisher alle bestanden hätten: Irgendwann müsse einer mal durchfallen, und das sei nun er. Das trieb dem Prüfling Schweißperlen auf die Stirn, die er wenig später aber hinter seiner Ehren-Kochmütze verstecken konnte. Klar war er dabei, war sein Menu doch perfekt.

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