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Fit AG lädt zum großer Bahnhof in "Lupburg valley"

Neuen Stammsitz der Firma eingeweiht - Söder als Gast — 20-Millionen-Euro investiert - 08.04.2017 12:17 Uhr

Im Herzen des neuen „Lupburg valley“ alias „Additive hill“: FIT AG-Chef Carl Fruth (vorn) mit Minister Markus Söder, Landrat Willibald Gailler und Staatssekretär Albert Füracker. © Alle Fotos: Günter Distler


   Auf ein Produkt aus seinem Haus ist er besonders stolz, sagt FIT AG-Chef Carl Fruth: Auf die Wasserhähne, die im Waschraum im Erdgeschoss installiert sind. Die haben Designer seiner Firma entworfen, sie sind mit additiver Fertigung (additive manufacturing, AM) hergestellt — eine Kernkompetenz der FIT AG.

Additive Fertigung, zu umschreiben als industrieller 3-D-Druck, kann viel, sagt Strukturmechaniker Fabian Scholz. So kann etwa ein künstliches Knie- oder Hüftgelenk individuell angepasst werden; früher gab es drei Standardgrößen zur Auswahl. Oder eine künstliche Schädeldecke wird passgenau für einen Patienten nach einem Unfall vermessen und hergestellt.

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Söder bei Einweihung des neuen Firmensitzes der Fit AG

Ein Bürogebäude aus der Zukunft für de Zukunft: Die Fit AG in Lupburg hat ihr neues Domizil eingeweiht. Minister Söder gab sich dabei die Ehre.


Er zeigt auch, wie ein klassisches Stahl-Bauteil in Design und Material verbessert werden und zur Serienfertigung reifen kann. Seit drei Jahren arbeitet er für die FIT AG — und sein Job sei abwechslungsreich, er sei viel unterwegs — "ein Traumjob für einen Ingenieur", fasst er zusammen.

Auch für Luftfahrttechnik oder Automotive sind die Möglichkeiten interessant, die additive Fertigung bietet, sagt Elisabeth Bauer von FIT: Ein Blechrohr kann nur bis zu einem gewissen Grad verformt werden, dann reißt es. Wenn das Teil aber aus Metallpulver und mit Lasertechnik Schicht für Schicht aufgebaut wird, kann es mit komplexen Krümmungen und punktuell unterschiedlicher Wandstärke geformt werden – für Energiefluss und Kühlungsverhältnisse im Automobilbau wichtige Faktoren. Zu den Kunden der FIT AG zählt auch Toyota, es gibt eine strategische Allianz mit Caterpillar Inc.

Präzision, Schnelligkeit und Kostenbewusstsein pries der bayerische Finanzminister Markus Söder als Spezialität deutscher Firmen in seiner launigen Rede. Er sei selten von einer Betriebsbesichtigung so beeindruckt gewesen, die goldenen Wasserhähne erinnerten ihn ans Waldorf-Astoria. "Hier entsteht das Lupburg valley", sagte er, Fruth ergänzte mit "Additive hill". Er verehrte dem Minister ein Planetengetriebe der Politik mit Horst Seehofer als Zentralgestirn, "die Sonne wird gehalten von stabilisierenden Ministern und der CSU". Doch das Ganze dreht sich beständig, und Söder sei ein besonders heller Kopf.

Weithin sichtbar: Das neue siebengeschossige Büro-Gebäude der FIT AG in Lupburg ragt in den oberpfälzischen Himmel. Es ist ummantelt von durchbrochenen Stabgitterblechen und reflektiert das Tageslicht in unterschiedlichen Farben – so changiert der Bau zwischen grün, gold und anderen Nuancen.


Neu entstanden sind in Lupburg ein siebengeschossiges Bürogebäude, ummantelt von durchbrochenen Stabgitterblechen und einem großen Atrium durch den ganzen Kubus und eine neue Fertigungshalle für Metall- und für Kunststoff-Teile – laut FIT-Angaben die weltweit erste Fabrik für additive Fertigung. Geplant hat das Bauprojekt Architekt Johannes Berschneider, der sich freute, weil "alle begeistert" seien. Auch Landrat Willibald Gailler strahlt bei der Eröffnung, dem 7. FIT-Technologietag: ein weiterer Baustein in der wirtschaftlich so starken Region Neumarkt. Direkt in der Nachbarschaft, auf Parsberger Gebiet, entsteht der Technologie Campus — noch ein wichtiger Baustein.

250 Mitarbeiter hat die AG, in Lupburg und an weiteren Standorten, unter anderem in Hamburg und in USA. 2016 lag der Umsatz bei rund 24 Millionen Euro. 

M. KAYSER

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