Mittwoch, 23.10.2019

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Flaschenwürfe und Fäuste: Chinesenfasching "verlief ruhig"

Unsinniger Donnerstag verlief laut Polizei in Dietfurt ohne besondere Störungen - 05.03.2019 17:12 Uhr

Trotz einiger Raufereien ging der Chinesenfasching am Donnerstag in Dietfurt ohne größere Ausuferungen vonstatten. © Günter Distler


Die nachmittägliche Veranstaltung "Faschingsumzug" verlief in geordneten Bahnen, wenngleich der außergewöhnliche Besucherzustrom bei frühlingshaften Temperaturen mit 20.000 Faschingsbegeisterte die Einsatzkräfte schon forderte. Auch zu dem nächtlichen Faschingstreiben im gesamten Stadtgebiet, waren ebenfalls deutlich mehr Faschingsgänger angereist waren, als in den Vorjahren. Deren Gesamtzahl dürften sich im oberen einstelligen Tausenderwert bewegt haben.

Mit starker und offener Streifenpräsenz sorgten die Sicherheitskräfte dafür, dass es im stark bevölkerten Innenstadtbereich, an den weiteren Partytreffpunkten sowie die "Vorglüh- oder Ersatzfestmeilen" auf den Supermarktparkplätzen am Stadtrand relativ friedlich blieb.

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Unsinn in Dietfurt: Die Narren waren zum Chinesenfasching 2019 wieder los

Tausende Besucher säumten am Unsinnigen Donnerstag die Straßen in Dietfurt. Beim Chinesenfasching waren die Närrinnen und Narren wieder in kräftiger Feierlaune. Unter dem Motto "Kille-Wau und Fu-Gao-Di - nach Bayrisch China muss ma hie!" zogen die Besucher aus ganz Bayern wieder los - ob als Hexen, Indianer oder Clowns.


Es machte sich heuer bemerkbar, dass eine große Veranstaltungshalle weniger zur Verfügung stand. Viele Maskierte, die einen durch Kostüm, die anderen durch Alkohol, hielten sich daher im zentralen Innenstadtbereich im Freien und auch immer mehr auf den Großparkplätzen auf.

Auch dem Rettungsdienst wurde es nicht langweilig. Waren am Nachmittag schwerpunktmäßig Erkrankungen und Schwächeanfälle zu versorgen, ging es in den weiteren etwa 20 Einsätzen zentral um Alkoholfolgen bei den Patienten und leichtere Verletzungen durch Sturz oder Rangelei.

Flasche auf den Kopf

Kurz nach dem Umzug gerieten sich gegen 16.30 Uhr an einem Lokal der Hauptstraße einige junge Leute in die Haare. Im Verlauf der Rauferei schlug ein 17-jähriger Dietfurter einem 26-jährigen aus dem Nürnberger Raum eine Bierflasche auf den Kopf. Der Getroffene erlitt eine schmerzhafte Platzwunde. Der  "Flaschenjongleur" musste zur Blutentnahme. Laut Zeugen war er stocknüchtern, der Test habe  einen Wert von null Promille ergeben.  (Aktualisiert am Dienstag, 5. März)

Gegen 20.30 Uhr entwickelte sich vor der Tennishalle am Espanweg zwischen einem 29-jährigen Kindinger und einem 23-jährigen aus Berg ein hitziges Gefecht, in dessen Verlauf sich beide ordentlich verprügelten. Die Männer waren stark alkoholisiert.

Ebenfalls in etwa zu dieser Zeit bekam eine 19-Jährige aus Mühlhausen in der Tennishalle eine von einem Unbekannten geworfene Bierflasche an den Kopf. Die Platzwunde musste im Krankenhaus versorgt werden.

Ein 23-jähriger Dietfurter schubste gegen 20.30 Uhr bei einem Lokal in der Bahnhofstraße einen 27-jährigen aus Holnstein mit voller Wucht gegen die Panoramascheibe des Wirtshauses. Der Malträtierte erlitt Prellungen, die Scheibe ging zu Bruch. Die Protagonisten waren alkoholisiert.

Noch relativ unklar stellt sich eine Auseinandersetzung dar, die um 3.50 Uhr in der Hauptstraße zwischen zwei alkoholisierten Gruppen ausgefochten worden ist. Jedenfalls musste die Kopfplatzwunde eines 44-jährigen Kindingers vom Rettungsdienst versorgt werden. Die weiteren Ermittlungen werden Licht hinter die Sache bringen.

Wettlauf mit der Polizei

Als Gegner suchte sich gegen 23.15 Uhr in der Pfarrgasse ein 22-jähriger Beilngrieser die Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei aus, indem er eine Fahrzeugbesatzung unvermittelt und vehement beleidigte. Im Anschluss an das anschließende Laufduell leistete der Betrunkene Widerstand und verletzte eine junge Beamtin leicht. Die Blutentnahme war nun obligatorisch. Die gerichtliche Quittung für den Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und die Körperverletzung wird für den jungen Mann teuer werden.

Nicht nur Alkohol wurde konsumiert, drei junge Männer wurden jeweils mit einem Marihuana-Joint erwischt. Ein 19-jähriger Neumarkter fiel gegen 22 Uhr bei einer Zugangskontrolle am Espanweg auf.

Am Joint gezogen

Zwei Burschen aus Beratzhausen, 18 und 19 Jahre alt, wurden gegen ein Uhr in der Hauptstraße von Einsatzkräften überrascht. Alle drei haben nun ein Strafverfahren nach dem Betäubungsmittelgesetz am Bein.

Ein 21-jähriger Dietfurter nahm zur Faschingsgaudi im Rucksack einen verbotenen Teleskopschlagstock mit. Gegen 18 Uhr war er bei der Taschenkontrolle am Eingang zur Innenstadt damit aufgefallen und hat sich nun wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz zu verantworten.

Einige alkoholisierte Autofahrer konnten im Laufe der Nacht noch vor ihrer beabsichtigten Abfahrt gestoppt und damit Schlimmeres verhindert werden.

Ein 29-jähriger Beilngrieser Auotofahrer war nicht ganz so einsichtig. Gegen 23 Uhr verursachte er auf der Staatsstraße zwischen Dietfurt und Töging einen Verkehrsunfall, als er einem vorausfahrenden Pkw auffuhr. Erfreulicherweise gab es nur Sachschaden in Höhe von mehreren tausend Euro. Der deutlich unter Alkoholeinwirkung stehende Unfallverursacher musste zur Blutentnahme sowie seinen Führerschein abgeben.

Beamte aus Nürnberg

Abschließend ist aus Sicht der einsatzleitenden Polizeiinspektion Parsberg, die durch Dienstkräfte der Bereitschaftspolizei aus Nürnberg und des Einsatzzuges Regensburg verstärkt wurde, die bewährte Kooperation mit der Stadtverwaltung Dietfurt, besonders mit den Feuerwehrkräften Dietfurt, mit dem Rettungsteam des BRK sowie dem im Auftrag der Stadt Dietfurt eingesetzten, routiniert und überaus professionell agierenden Sicherheitsdienst, hervorzuheben. nn

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