Donnerstag, 14.11.2019

|

Flossenbürg: Neue Hinweise zum "Cold Case" Monika Frischholz

Kripo ist zuversichtlich, den Vermisstenfall nach über 40 Jahren aufzuklären - 22.02.2019 09:52 Uhr

Monika Frischholz (12) ist 1976 in Flossenbürg spurlos verschwundenen © Polizei


Die Ermittler gehen immer noch davon aus, dass das Mädchen ermordet worden ist.

Am 25. Mai 1976 gegen 15.30 Uhr wurde die damals 12-jährige Monika Frischholz in ihrem Heimatort Flossenbürg zum letzten Mal lebend gesehen. Gegen 15.15 Uhr verließ sie ihr Elternhaus im Stieberweg und ging Richtung Floßer Straße. Dort bog sie nach links ab und ging die Floßer Straße bergab. Durch verschiedene Zeugenaussagen konnte dieser Weg nachvollzogen werden.

Ein neuer Zeugenhinweis zeichnete den Weg nun ein Stück weiter bis zur Abzweigung nach Waldkirch. Dort knüpft die Suche der „EG Froschau“ nach Monika Frischholz jetzt an. Die Ermittlungsgruppe nahm zwischenzeitlich 35 Hinweise entgegen und hat bereits einen Großteil davon abgearbeitet. Kleine, aber auch wertvolle Mitteilungen bilden neue Puzzlestücke bei der Aufklärung des Verschwindens der damals 12-Jährigen.

Mit 50 Personen traten die Angehörigen der Ermittlungsgruppe bereits in Kontakt. Manche hatten früher schon ausgesagt, manche wurden erstmalig von der Polizei befragt. Die ermittlungsführenden Kriminalbeamten sind immer noch erstaunt über die Tatsache, wie viel Wissen zu dem Fall noch in der Bevölkerung schlummert. „Die bislang neu gewonnen Erkenntnisse und Ermittlungsansätze motivieren uns, intensiv an dem Fall weiter zu arbeiten",  erklärt der Leiter der Ermittlungsgruppe, Kriminalhauptkommissar Armin Bock.

Oberstaatsanwalt Bernhard Voit von der ermittlungsführenden Staatsanwaltschaft Weiden sagt: „Wir sind aufgrund unserer Ermittlungsarbeit und der heute gegebenen Techniken und Methoden zuversichtlich, auch nach der langen Zeit, den Ablageort von Monika Frischholz zu finden.“

Steinbruch offenbar falsche Spur

Die Beamten der Kriminalpolizei möchten ein weiteres Gerücht beseitigen. In der Bevölkerung von Flossenbürg und den umliegenden Gemeinden halten sich bis heute Spekulationen, dass der Leichnam der Monika in einem Steinbruch bei Flossenbürg eingebracht worden wäre. Die neuen Vernehmungen belegen, dass die damals aufgestellte Behauptung offensichtlich falsch ist. Belege für die ursprüngliche Vermutung gibt es tatsächlich nicht.

Anfang Februar 2019 ist der letzte lebende Angehörige von Monika Frischholz, ihr Bruder, verstorben. Die Ermittlungen waren für ihn und die Familie stets belastend, dennoch war der Wunsch nach Aufklärung, bis zuletzt ungebrochen gegeben.

Die vom Bayerischen Landeskriminalamt ausgesetzte Belohnung für Mitteilungen, die zur Aufklärung der Tat oder zur Ergreifung des Täters führen, in Höhe von 10.000 Euro soll nach wie vor motivieren, Informationen an die Polizei weiter zu geben. Die Belohnung wird nur unter Ausschluss des Rechtsweges zuerkannt und verteilt. Sie ist ausschließlich für Privatpersonen und nicht für Beamte, zu deren Berufspflicht die Verfolgung strafbarer Handlungen gehört, bestimmt.

Zeugen, die sich bis jetzt noch nicht gemeldet haben, werden um sachdienliche Hinweise zur Aufklärung des Mordes unter der Rufnummer 0961/401-291 gebeten. Jeglicher noch so kleine Hinweis kann für die Ermittler von großer Bedeutung sein.


Hier geht es zu allen aktuellen Polizeimeldungen.


 

 

Seite drucken

Seite versenden


weitere Meldungen aus dem Ressort: Neumarkt