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Donnerstag, 04.03.2021

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Freystädter Grüne gegen Umgehung für Rohr

Stadtratsfraktion ist gegen die Planungen - 22.02.2021 17:47 Uhr

Blick vom Westen auf Rohr, mit dem Möninger Berg im Hintergrund. Die Stadtratsfraktion der Grünen in Freystadt hält die geplante Umgehungsstraße von Rohr für „ein Ungetüm“.

22.02.2021 © Foto: Nicole Brock


Im Jahr 2016 einigte man sich auf die Trassenvariante. Die geplante Straße soll eine Länge von circa drei Kilometern haben. Zusätzlich entstehen zwei Brückenbauwerke, welche einmal zehn Meter und einmal 15 Meter lang werden. Die Entwurfsskizze, welche den Rohrer Bürgern bereits vorgestellt wurde, zeigt die geplante Umgehung oberhalb des Dorfes, die mit einem Abstand von circa 250 Metern zum Dorfrand am Möninger Berg entlang verläuft.

Die Gründe für die geplante Straße sind, wie so oft, die Belastung der Anlieger mit Lärm und Abgasen, sowie Sicherheitsbedenken der an der 720 Meter langen Ortsdurchfahrt ansässigen Bewohner von Rohr.

Dieses Bauvorhaben, in dieser Dimension, rufe nicht nur bei vielen Ortsansässigen und dem Bund für Umwelt- und Naturschutz Freystadt Ablehnung hervor, so die Grünen.

Der Verkehr nimmt im Ort und auf der Umgehung zu

In einer Untersuchung in Baden-Württemberg habe der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland bereits vor Jahren festgestellt, dass Ortsumgehungen oftmals nicht den gewünschten Entlastungserfolg bieten, sondern tatsächlich auch einen gegenteiligen Effekt entwickeln können.

Die Untersuchung habe ergeben: Der Verkehr in Orten mit Umgehungsstraßen hat im Vergleich zu Dörfern und Städten ohne solche Ortsumfahrungen deutlich stärker zugenommen. Das betrifft sowohl den Ort selbst als auch die Umgehungsstraße.

Unter dem Strich wird also die Region mit deutlich mehr Verkehr belastet als vorher. Je besser eine Straße ausgebaut ist, desto attraktiver ist sie für Autofahrer.

Das führt zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen auf der Umgehung, während die Ortsdurchfahrt nicht stark genug verkehrsberuhigt ist und vor allem von Ortskundigen weiterhin benutzt wird.

 

Diese allgemeine Argumentation ist nach Ansicht der Freystädter Grünen auf die geplante Ortsumfahrung bei Rohr zu übertragen. "Der Bund Naturschutz hat bereits im Jahr 2004 die Sinnlosigkeit von derartigen Umgehungsstraßen in einer Untersuchung in Baden-Württemberg nachgewiesen. Warum soll in der Großgemeinde Freystadt dann wieder eine solche Baumaßnahme durchgeführt werden? Der Flächenverbrauch, die Kosten, die von uns Steuerzahlern getragen werden und der Eingriff in unser Naherholungsgebiet Möninger Berg spricht definitiv dagegen", argumentieren die Grünen.

"Rund 20 Prozent des Verkehrs sind Fahrten von und nach Rohr"

Auch die im Vergleich mit den Durchfahrtszahlen anderer Ortschaften eher niedrige Anzahl an Fahrzeugen pro Tag, täglich im Schnitt 3882 Fahrzeuge laut Verkehrszählung vom 15. September bis 14. Oktober 2019, rechtfertigten dieses Bauvorhaben nicht.

"Rund 20 Prozent dieses Verkehrsaufkommens wird übrigens nur durch Fahrten von und nach Rohr verursacht", sagt Gerhard Schmidt, Mitglied der Stadtratsfraktion der Grünen und Umweltschutzbeauftragter der Stadt Freystadt.

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Nicole Brock, meint: "Klar muss an der Ortsdurchfahrt in Rohr etwas verändert werden, um den Lärm und den Gestank zu verringern, außerdem muss für deutlich mehr Sicherheit gesorgt werden. Aber dazu gibt es andere Möglichkeiten, wie beispielsweise Flüsterbeton, die Sanierung der Straße, weitere Verkehrsinseln oder andere verkehrsberuhigende Maßnahmen. So ein Ungetüm wie die geplante Straße ist da nicht zielführend. Und ich bin mir sicher, dass ich mit dieser Meinung in der Großgemeinde nicht allein bin. Wir brauchen andere Lösungen als eine Umgehungsstraße."

 

Brock bestätigt, dass man sich mit den anderen Gegnern der Ortsumgehung in Verbindung gesetzt habe, um gemeinsam dagegen vorzugehen und vor allem die Bevölkerung weiter zu informieren.

nn

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