Jugend

Freystadts Fahrrad-Parcours soll nun zum Naturbad Rettelloh

6.5.2021, 10:03 Uhr
So wie hier in Fürth könnte die Pumptrack-Anlage in Freystadt eines Tages aussehen.

So wie hier in Fürth könnte die Pumptrack-Anlage in Freystadt eines Tages aussehen. © Hans-Joachim Winckler

In der ersten hybriden Stadtratssitzung war wieder die Pumptrack-Anlage ein Thema und die Suche nach einem Standort in Freystadt, mit der man sich ein zweites Mal beschäftigt hat.

Für die Pumptrack-Anlage war in der Aprilsitzung der Pendlerparkplatz "Am Mühlbach" als Standort präsentiert worden. Das aber missfiel den Anwohnern, die umgehend eine Unterschriftenliste samt Argumenten gegen diesen Platz organisiert hatten. Daraufhin war Bürgermeister Dorr vom Stadtrat beauftragt worden, nochmals mit den Anliegern zu sprechen, die ihre Bedenken – Lärmbelästigung, zugeparkte Straße, fehlende Toiletten oder die Sicherheit der Kinder durch an- und abfahrende ÖPNV-Busse – äußerten.

"Ich kann ihre Argumente nachvollziehen", stellte der Bürgermeister in der jüngsten Sitzung fest. Man sei auf die Suche gegangen nach Alternativen. Geeignet wäre der sich im Eigentum der Stadt befindliche Lagerplatz des Bauhofes an der Zufahrt zur Kläranlage mit 1800 Quadratmetern Fläche.

Das Problem dabei sei, die Nutzer müssten zweimal Hauptverkehrsstraßen, zum einen die Staatstraße (St 2220) von Thannhausen kommend am südlichen Kreisverkehr und dann nochmals die Staatsstraße (St 2237) von Sulzkirchen kommend überqueren.

Ein Acker müsste zugekauft werden

Zur Querungshilfe könnte ein Rad- und Fußweg, der von Thannhausen her stadtauswärts schon vorhanden ist, ausgebaut und direkt nach dem Kreisverkehr über die Straße von Sulzkirchen und weiter auf der südlichen Seite bis zur Einmündung Zufahrt Kläranlage geführt werden, so Dorr.

Als weitere Erschwernis zählte er die Änderung des Flächennutzungs- und Bebauungsplanes auf. Vorteile: keine Anwohner, erweiterungsfähig und eine ebene Fläche in Stadtnähe, erreichbar auch mit dem Auto. Die andere Alternative sei das Naturbad Rettelloh mit zwei Möglichkeiten. Zum einen biete sich ein landwirtschaftliches Grundstück direkt neben dem Badgelände an, das allerdings nicht im Eigentum der Gemeinde ist und zugekauft werden müsste.

Der Platz um das alte Wasserwachthaus könnte der Standort für die neue Pumptrack-Anlage werden, sollte der Grundstückszukauf außerhalb des Naturbadgeländes nicht zustande kommen.

Der Platz um das alte Wasserwachthaus könnte der Standort für die neue Pumptrack-Anlage werden, sollte der Grundstückszukauf außerhalb des Naturbadgeländes nicht zustande kommen. © Foto: Anne Schöll

Nicht ganz so optimal wäre die zweite Option auf dem Badgelände selbst in der Ecke, wo das alte Wasserwachthaus steht, das in naher Zukunft abgerissen wird, wenn der Neubau am gegenüberliegenden Eingang "Am Freibad" fertig ist. Nachteil sei die Hanglage, die mit einer Stufe kompensiert werden müsste.

Hans Gerngroß brachte einen neuen Standort ins Gespräch, die Grünfläche zwischen dem Wurm-Parkplatz/Flurbereinigungsdenkmal und der Wallfahrtskirche an der Allersberger Straße, der aber kein Gehör fand. René Brandl erklärte den Standort Freibad als den Besten. Als Anwohner der Berchinger Straße könne er beurteilen, dass gegen den Standort Kläranlage spreche, dass vor allem stadtauswärts über den Kreisverkehr gerast werde.

Wird der Radweg verlegt?

Im Fall, dass trotzdem der Kläranlagenstandort gewählt wird, schlug Hans Kerl vor, den Radweg gleich ab dem ersten Kreisverkehr beim Jura-Gewerbepark auf der südlichen Seite neu anzulegen, dann bräuchte er die Staatsstraße nur einmal queren.

Er selbst plädierte für das Freibad als neuen Standort, ebenso wie Nicole Brock, weil bereits Freizeitangebote da seien und die Zufahrt mit dem Rad von der Stadt aus sicherer sei.

Anton Ferschl sagte dazu: "Über den Acker brauchen wir nicht diskutieren, der gehört uns nicht. Die andere angedachte Freibadfläche ist nicht erweiterbar, die Parkplätze bei Badebetrieb sind voll." Er sieht das Verkehrsproblem für den Standort "Kläranlage" als lösbar. Die Frage von Hans Kerl, wo man im Freibad erweitern wolle, wenn der Acker nicht gekauft werden könne, blieb vorerst im Raum stehen.

Dorr sagte zu den Finanzen: Während man für "Am Mühlbach" 50 Prozent Zuschuss aus der Städtebauförderung hätte beantragen können, gehe das hier nicht. Hier müsse man mit dem Leader-Programm arbeiten mit einer maximalen Zuschusshöhe von 40 Prozent.

Es dauert noch mindestens ein Jahr

Jugendpflegerin Anja Frank hatte recherchiert, dass unter Umständen eine weitere Förderung durch den Bayerischen Jugendring möglich wäre. Mit 17 Ja-Stimmen wurde der Standort Naturbad festgelegt, wobei zunächst die Grundstücksfrage geklärt werden muss. Weil auch der Flächennutzungs- und Bebauungsplan geändert werden muss und "Leader" erst für das kommende Jahr beantragt werden kann, wird sich die Realisierung hinziehen.

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