Fuchs Europoles zieht in Neumarkt auf die grüne Wiese

17.2.2021, 08:29 Uhr
Eine Raupe und ein Bagger stehen im Schnee neben der B 299. Sie sind die Vorhut einer Armada von Fahrzeugen und Maschinen, die dort in den kommenden Monaten eine Fabrik für Masten aus Schleuderbeton errichten.

Eine Raupe und ein Bagger stehen im Schnee neben der B 299. Sie sind die Vorhut einer Armada von Fahrzeugen und Maschinen, die dort in den kommenden Monaten eine Fabrik für Masten aus Schleuderbeton errichten. © Foto: Hubert Bösl

Der Neumarkter Bausenat hat den Bebauungsplan verabschiedet. Die Genehmigung für das Bürogebäude kann das Unternehmen noch in dieser Woche erwarten. Den Hallen und Fertigungsstätten hat der Bausenat sein Einvernehmen erteilt. Dort ist vor der Genehmigung noch Feinschliff notwendig.

Zeitplan ambitioniert

Fuchs Europoles will Masten aus Schleuderbeton herstellen auf dem 8,9 Hektar großen Gelände an der B 299 in Richtung Pilsach. Der Zeitplan ist ambitioniert: Bis Ende 2022 soll der Umzug von der Ingolstädter Straße vollzogen sein. Damit endet dort ein Jahrhundert Neumarkter Industriegeschichte. Die Geschäfte der Firma Pfleiderer in Neumarkt begannen 1919 mit Telegrafenmasten. 2014 kaufte der Entwickler VTC aus München die Pfleiderer-Tochter. 2018 übernahm Fuchs aus Berching die Masten-Produktion. Die Immobilien an der Ingolstädter Straße gehören weiterhin VTC.

Das künftige Werk von Fuchs Europoles hat zwei deutlich abgegrenzte Bereiche. Zur B 299 schirmen drei Gebäude, das 125 Meter lange Zentralmagazin, ein Kopfbau und ein Bürogebäude, das Werksgelände zur Straße ab. Das Gefälle wird ausgeglichen, so dass das Grundstück in Richtung Neumarkt sich deutlich über das Straßenniveau erhebt. Kernstück des Betriebs sind drei große Hallen im hinteren Bereich. Dort sollen Schleuderbetonmasten im Zweischicht-Betrieb gefertigt werden. Dazu sind Mischanlangen und Silos notwendig. Ein Hackschnitzelheizwerk mit Pufferspeicher sorgt für die notwendige Energie.

Bach wird überbaut

Das Werk wird keine direkte Zufahrt zur Bundesstraße haben. Das Tor befindet sich im Osten an der Straße Haberslehla. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite baut Fuchs Europoles einen Parkplatz.

Ursula Plankermann (SPD) und Dieter Ries (Flitz) stimmten gegen den Bebauungsplan und die Fabrik-Gebäude. Denn die gesamte Fläche ist zwar seit 16 Jahren als Gewerbegebiet ausgewiesen. Doch ursprünglich trennte ein kleiner Bachlauf zwei Grundstücke. Dieser wird nun überbaut. Auch wird ein Teil des Waldes im Nordosten gefällt. Im vergangenen Herbst hatte die untere Naturschutzbehörde deshalb noch massive Bedenken geäußert.

"Diese wurden seitens der Stadt Neumarkt sehr ernst genommen und gemeinsam intensiv bearbeitet", so die Behörde auf Nachfrage der NN.

Neues Fließgewässer

Als Ausgleich für den Bach werde etwa im südwestlichen Eck des Geländes ein mäandrierendes Fließgewässer geschaffen. Darin werden Soden aus dem Ursprungs-Biotop übertragen. In das Gewässer werden Schilfrohrrhizome sowie Weiden- und Erlenstecklinge gepflanzt. Weiterer Ausgleichsbedarf von 6,6 Hektar werde auf drei Flächen in der Gemarkung Deusmauer untergebracht, die Fuchs Europoles gehören.

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