Dienstag, 19.11.2019

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Gefährliche Glassplitter nach wilden Partys im LGS-Park

Jugendliche hinterlassen jede Menge Müll - Freiwillige Helfer räumen auf - 24.10.2019 06:00 Uhr

Johann Ostalecki und eine Passantin, die sich ebenfalls wegen der vielen Glasscherben sorgte, räumten spontan die Zeugnisse einer Party aus einer der vergangenen Nächte zusammen: Glasflaschen, ganz oder zerbrochen, Plastikbecher und mehr. © Foto: Wolfgang Fellner


Und schon schaut es wieder so aus wie vor einer Woche. Eine Spaziergängerin, die Laub, Kastanien und Eicheln für eine Herbst-Deko sammelt, ist schon aktiv, hat einen durchweichten Karton aus einem Gebüsch gezogen und wirft hinein, was sonst noch so herumliegt.

Vor allem die Glassplitter der zerdepperten Flaschen sind es, die beide ärgern: Wenn ein Kind oder ein Hund hineintritt, könne es böse Verletzungen geben. Doppelt ärgerlich: Auch im Rindenmulch finden sich zahllose Glassplitter. Heißt: Verletzungsgefahr für die Mitarbeiter der Stadtgärtnerei.

Viermal im Jahr unterwegs

Ostalecki und die Woffenbacher rücken viermal im Jahr an. Mit anderen Mitgliedern anderer OGV reinigen sie das weitläufige Areal, schneiden Gras, zupfen Unkraut, räumen den Müll wilder Partys ab. Gleich zum Ende der LGS im Jahr 1998 hatte sich eine breite Bürgerbewegung gegründet, die "Initiative des guten Willens", die sich des tollen Geländes, um das viele Auswärtige die Neumarkter beneiden, annehmen.

Doch die gibt es inzwischen nicht mehr. Am Schluss waren es immer weniger, die kamen, irgendwann löste sich die BI auf, sagt Georg Ziegler, Chef der Stadtgärtnerei und damit Herr der Parks und Grünanlagen. Heute gibt es nur noch wenige kleine Gruppen, die diese Arbeit fortführen.

Georg Ziegler kann die Beobachtungen Ostaleckis nur bestätigen. Eine Zeit lang feierten Jugendliche auf dem Schlittenhügel, sagt er. Da sah es genauso aus wie jetzt im "Symbol des Lebens". Also haben die Stadtgärtner die Bank abgebaut. Mit der Folge, dass sich die Party verlagerte. Ziegler hat die Polizei alarmiert und die Sicherheitswacht, es gibt vermehrt Kontrollgänge.

Nachbarn reagieren nicht

Auch die Nachbarn hat man angesprochen, "die müssten das doch hören; doch da rührt sich keiner, wohl aus Angst, dass die leeren Flaschen in seinem Garten landen". Vor gut eineinhalb Jahren haben Jugendliche am hellichten Tag einen Stadtgärtner, der sie wegen einer Müllblase um ihren Party-Ort maßregelte, brutal zusammen geschlagen. Der Mann hatte nach Fußtritten ein Loch im Kopf, war ein halbes Jahr krank. Die Täter entkamen.

Dann war eine Zeit lang Ruhe. Jetzt, sagt Ziegler, sind die nächsten Testosteron gesteuerten Teenager unterwegs. Ziegler hat nur eine Hoffnung: Dass Passanten oder Anwohner, die solche Cliquen beobachten, sich endlich rühren, damit man diese dingfest machen kann.

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