Genesungsbegleiter hilft psychisch Erkrankten

20.4.2018, 08:28 Uhr
Ein Team: Genesungsbegleiter Oliver Kustner und SPDi-Leiterin Anita Drefs.

Ein Team: Genesungsbegleiter Oliver Kustner und SPDi-Leiterin Anita Drefs. © Foto: Hauke Höpcke

Daraus resultiert auch das jüngste Angebot der Beratungsstelle, eine offene Gesprächsgruppe zum Thema seelische Gesundheit und Depressionen. Sie wendet sich an Betroffene, Angehörige und beruflich Beteiligte.

"Wir wollen Mut machen, indem wir den Blick auf die seelische Gesundheit richten statt nur auf Krankheiten und Defizite zu richten", sagt Kustner, der die Gesprächsgruppe gemeinsam mit einer Fachkraft des SPDi moderiert. Die Treffen finden monatlich statt, jeweils an einem Donnerstag von 17.15 bis 19 Uhr in der Friedensstraße 33. Nächstes Treffen ist am Donnerstag, 26. April. Eine ähnliche Gruppe gibt es bereits in Parsberg.

Oliver Kustner kommt ursprünglich nicht aus dem sozialen Bereich. Nach seiner Berufsausbildung arbeitete er im Vertrieb eines Unternehmens, als er psychisch erkrankte. Einer schweren Krise folgte ein Krankenhausaufenthalt. Bei einer Patientenkonferenz stieß er auf das Konzept der EX-IN-Genesungbegleiter, absolvierte 13 Module umfassende Ausbildung und ist nun ein hauptamtlicher Mitarbeiter des SPDi.

Die Idee hinter dem EX-IN-Konzept: Ein selbst Betroffener baut eher eine positive Beziehung auf als ein Fachmann, der lediglich die Defizite sieht. "Ich lege den Schwerpunkt auf die Frage: Was tut Dir gut", sagt Kustner. "Was hilft wirklich, mit einer Krankheit zurechtzukommen?" Darin liege der Perspektivwechsel. Denn schließlich bestehe das Leben nicht nur aus der Krankheit, sondern 80 Prozent sind ganz anders.

Mehr Infos unter Telefon (09181) 46400 oder unter spdi@diakonie-ahn.de

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