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Grüne haben präzise Pläne für das Neumarkt der Zukunft

Grüne haben für Kommunalwahl 2020 nominiert: Erstmals gelang es, 40 Bewerber zu gewinnen - 10.11.2019 12:21 Uhr

Sie haben klare Vorstellungen von einer nachhaltigen Zukunft Neumarkts: Die Kandidaten der Grünen. © Wolfgang Fellner


"Stolz" zeigte sich auch Grünen-Stadtrat Thomas Leykam. Eine Liste mit 40 Köpfen, sagte er, habe es noch nie gegeben bei den Neumarkter Grünen. Das Durchschnittsalter der Kandidaten liege bei 44,65 Jahren, 18 seien unter 40 Jahre alt. Und, scherzte er, es sei nicht gelungen, die eine Hälfte mit weiblichen und die andere Hälfte mit männlichen Kandidaten zu besetzen: "Wir haben eine Frau mehr als Männer."

In der Kandidaten-Runde stellten sich alle Bewerber vor, wobei die ersten zehn ausführlicher auf Programmatik und Ziele eingehen durften. Die Liste war komplett vorbereitet und nahm am Ende auch alle Hürden, es gab keine Kampfkandidaturen um einen besseren Platz. Platz gefunden auf der Liste haben auch etliche Neumarkter, die nicht Mitglied bei der Partei sind, diese durch ihre Kandidatur aber unterstützen wollen. Nicht mehr dabei ist Stadträtin Johanna Stehrenberg, die auf eine erneute Kandidatur verzichtete.

Die Welt der Enkel - wie sieht sie aus?

"In welcher Welt werden einmal unsere Enkel aufwachen", fragte Grünen-Ortsvorsitzende Eva Borke Thoma in die Runde. "Was passiert, wenn wir den Klimawandel nicht aufhalten können?" Keiner könne sagen, "wir haben es nicht gewusst", denn alle wüssten heute, was geschehe. Man müsse konsequent anpacken, das Nötige umsetzen, selbst aktiv werden. Eva Borke Thoma: "Ich möchte nicht warten, bis andere darüber nachdenken, ich will jetzt handeln."

Ihr Ziel: Mehr Fotovoltaik, 100 Prozent erneuerbarer Strom, der künftigen Generation mehr Gehör verschaffen. Das 1000-Dächer-Programm der Kommune sei ein guter Anfang gewesen, "aber nix passiert". Neumarkt brauche eine Solar-Offensive, die Stadt sollte als gutes Vorbild vorangehen und auf allen kommunalen Gebäuden PV-Anlagen installieren. Jeder Neubau in der Stadt sollte mit PV ausgestattet werden, das sollte in der Bauordnung festgeschrieben werden.

Es bedürfe auch einer grünen Mobilität in der Stadt. Die Busse würden nicht an den Wochenenden fahren, die Fahrpreise seien zu teuer. Eva Borke Thoma: "Und Radfahren mit einem Kleinkind dabei ist lebensgefährlich." Die Radwege seien nicht gut vernetzt, hier müsse viel getan werden.

Mehr Frauen ins Neumarkter Rathaus

Sie brach auch eine Lanze für mehr Frauen in der Politik: Der Stadtrat sollte ein Spiegelbild der Stadtgesellschaft sein, also gehörten da auch junge Frauen und junge Mütter hinein. Für ihren fulminanten Vortrag, in dem sie zugleich auch das Wahlprogramm skizzierte, erhielt Borke Thoma viel Applaus; ihre Kandidatur ging mit zehn Ja-Stimmen – stimmberechtigt waren nur Anwesende, die auch Mitglied bei den Grünen sind – durch.

Danach drehte sich die Vorstellungsrunde munter weiter. Stadtrat Thomas Leykam folgt auf Platz zwei, auf Platz 3 Sigrid Steinbauer-Erler. Sie erinnere sich noch gut, wie Alois Karl, damals Oberbürgermeister, die Grünen 1995 diffamiert habe: "Die haben nur Leberkäs im Hirn", habe der gesagt. Bei dieser Wahl, so Steinbauer-Erler, wolle man es schaffen, zur drittstärksten Kraft im Rathaus zu werden.

Zur Fahrradstadt will Judith Schönberger Neumarkt machen mit einer autofreien Innenstadt. Neumarkt soll eine plastikfreie Stadt werden, skizzierte sie ihre Ziele, und man müsse Wege finden, um den Alltag nachhaltiger zu gestalten. Dem konnte Olaf Böttcher nur zustimmen, der auch zum Kampf gegen rechten Extremismus aufrief: "Da muss was passieren." Die Altstadt liegt auch Bernhard Rasche-Remling am Herzen: "Ich kenne keine Stadt, die ihre Fußgängerzone so widerstandslos aufgegeben hat wie Neumarkt." Das müsse anders werden.

Starkes Signal an Neumarkter

"Eure Liste ist ein starkes Signal an die Bürger", sagte Gabriele Bayer. Die Kandidaten müssten den Wählern vermitteln, es gebe auch eine andere als die derzeit praktizierte Politik. Aber, mahnte sie, Wahlen würden nicht vor dem PC gewonnen, "geht raus und redet mit den Leuten". Es sei auf der Liste auch gut gelungen, alle Altersgruppen der Stadtgesellschaft abzubilden, auch Senioren hätten sich zur Verfügung gestellt. Bayer: "Ich wünsche euch zehn Sitze." 

Die Stadtratsliste der Grünen Neumarkt für die Kommunalwahl 2020: 1. Eva Borke Thoma, Klavierpädagogin, 2. Thomas Leykam, Rechtspfleger, 3. Sigrid Steinbauer-Erler, Sozialpädagogin, 4. Thomas König, 5. Dr. Franziska Hutzler, Referentin, 6. Manfred Herrmann, Diplomingenieur, 7. Judith Schönberger, Planing Manager, 8. Olaf Böttcher, Bildungsreferent, 9. Kerstin Nickel-Bielaczek, Lehrerin, 10. Bernhard Rasche-Remling, Theologe, 11. Linda Schmidt, Erzieherin, 12. Tim Walter, 13. Maria Meier, Sozialpädagogin, 14. Klaus Rohmann, Rentner, 15.Rita Schmidt, Arzthelferin, 16. Michael Spies, Beamter, 17. Silke Münz, stellvertretende Geschäftsführerin, 18. Moritz Meier, Azubi, 19. Judith Pietsch, 20 Jahre, Azubi, 20. Ferdinand Mann, Student, 21. Josefine Schmidt, Studentin, 22. Markus Rummel, Kaminkehrer, 23. Petra Meier-Bakkar, Yogalehrerin, 24. Matthias Thiele, Soldat, 25. Teresa Häußinger, selbstständig, 26. Bernhard Hollweck, 27. Andrea Krebs, Master Socialmanagement, 28. Horst Wild, Beamter, 29. Andrea Hollweck, 30. Andreas Münch, 31. Maria Anna Herrmann, Bürokauffrau, 32. Matthias Krauser, Informatiker, 33. Regina Schübel, Kauffrau, 34. Erwin Radschinsky, Polizist a. D., 35. Ursula Patze, 36. Jens Schönberger, Jahre, 37. Friederike Müller, Krankenschwester, 38. Agnes Gruber, Projektleiterin, 39. Kristina Vogel, Lehrerin 40. Gerhard Schmidt, Informatiker.

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