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Handball-Talent aus der Region spielt künftig Bundesliga

Die Neumarkterin Teresa von Prittwitz startet beim Buxtehuder SV durch - 26.05.2020 09:22 Uhr

Auf dem aufsteigenden Ast, aber keineswegs abgehoben: Die Neumarkterin Teresa von Prittwitz lebt seit vier Jahren in Hamburg und konnte sich einen Vertrag beim Bundesligisten Buxtehuder SV erspielen.


Gegenüber einem unbekannten Anrufer verkneift sich Teresa von Prittwitz das gepflegte "Moin" zur Begrüßung, verfällt ansonsten aber schon hörbar in den Dialekt der Hansestadt Hamburg, die ihr zur zweiten Heimat geworden ist. "Ich bin ja auch schon eine Zeit lang hier", erklärt die 19-Jährige platt. 2016 zog sie zu Hause in Neumarkt aus, um sich beim Buxtehuder SV eine neue sportliche Welt zu erobern.

So selbstverständlich wie der Schritt heute erscheint, fühlte er sich damals in der jugendlichen Pubertät freilich nicht an. Die Anpassung an die neue Umgebung und Überwindung von Heimweh dauerte "ungefähr ein halbes Jahr", verrät von Prittwitz. Privat wohlig eingebettet in Obhut der Großeltern, fehlten rund um das Handballgeschehen am 45 Minuten entfernten Leistungs-Standort vor allem die vertrauten Ratschläge des Vaters. "Er war früher einfach immer dabei. Jetzt telefonieren wir dafür regelmäßig", sagt von Prittwitz, die jedoch nie ernsthaft an einen Rückzieher dachte.

Schon in der Jugend sehr ehrgeizig

Schon seit der ersten Berufung in die Bezirksauswahl "hatte ich den Ehrgeiz, mich so hochklassig wie möglich zu beweisen". 2013 mit der Schulmannschaft am Ostendorfer-Gymnasium nebenbei noch Oberpfalz-Meister im Fußball, folgte in der C-Jugend der Wechsel von der DJK-SV Berg zum einstigen weiblichen Vorzeigeklub 1. FC Nürnberg. Den Gewinn des bayerischen Meistertitels 2015 zählt die später in Hausheim und Neumarkt aufgewachsene gebürtige Nürnbergerin zu einem der schönsten Erfolge ihrer Laufbahn, obwohl die rasante Entwicklung längst in ganz andere Sphären führte.

Als schnelle Linksaußen-Spielerin sorgt Teresa von Prittwitz bislang in der talentierten Drittliga-Formation des renommierten Ausbildungsklubs für Furore.

© Buxtehuder SV


Mit den Mädchen des Buxtehuder SV feierte die Linksaußen-Spielerin inzwischen eine deutsche Vizemeisterschaft, stieg zur U20-Nationalspielerin auf und verdiente sich als A-Jugendliche, die in der unterbrochenen Saison 2019/20 mit der zweiten Formation des BSV überraschend an der Spitze der 3. Liga mitmischt, einen Vertrag für die nächste Bundesliga-Spielzeit. "Es lief wirklich super", bis das Corona-Virus dazwischenfunkte. Anstatt im März die WM-Vorbereitung antreten zu dürfen, musste sich Teresa von Prittwitz mit Ausdauer- und Krafttraining begnügen. Über den Status der Enttäuschung fand sie unter anderem durch einen zweiwöchigen Familienbesuch in Neumarkt hinweg. "Man hat jetzt mal Zeit für andere Dinge wie Lesen oder trifft sich mal wieder mit einer Freundin."

Intensiv stürzte sich die Wahl-Hamburgerin auch auf ihren schulischen Lernstoff, hat mittlerweile die schriftlichen Abiturklausuren hinter sich gebracht. Für die in diesen Tagen anstehenden Praxisprüfungen in der Leichtathletik und im Handball fühlt sich die 1,72 Meter große von Prittwitz, die auf ihrer Position maßgeblich mit Geschwindigkeit besticht und die international erfahrene Vereinsikone Lone Fischer als Vorbild nennt, jedenfalls auch ohne Trainingsrhythmus gerüstet. Eine Sondergenehmigung für den Klub macht es möglich, im Moment zumindest zweimal pro Woche im individuellen Bereich in der Halle zu arbeiten.

"An meiner Technik feile ich noch", erzählt die 19-Jährige schmunzelnd, bezieht sich dabei allerdings auf die Perspektive, künftig bei Heimspielen vor 1000 Zuschauern auflaufen und an der auf Dezember verschobenen WM in Rumänien teilnehmen zu dürfen. "Ich hoffe sehr, dass es im Herbst normal losgeht und ich ein wichtiger Teil im Team werden kann." Parallel dazu will sich die Neumarkterin für ein Psychologie-Studium einschreiben und träumt mittelfristig von einem sportlichen Engagement im Ausland.

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