Donnerstag, 04.03.2021

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Häuslebauer in Berngau können Punkte sammeln

Wer einen Bauplatz kaufen will, muss einen Fragebogen ausfüllen - Punkte gibt‘s für Familien - 22.01.2021 11:20 Uhr

Hier am Rande von Berngau entsteht eines der beiden geplanten Neubaugebiete im Gemeindegebiet. Die Nachfrage übersteigt das Angebot, so müssen Kaufinteressenten bei der Beantwortung einiger Fragen Punkte sammeln, um den Zuschlag zu bekommen.

21.01.2021 © Foto: Anne Schöll


Derzeit sind zwei weitere Baugebiete, im Westen von Röckersbühl, Dorfseite, und in Berngau "Am Dümpfelweiher" am Ortsrand, in Planung. "Die Liste der Bewerber um ein Baugrundstück wächst stetig", hieß es. 2016 hat man begonnen, Bauwillige auf einer Liste festzuhalten, erläuterte Bürgermeister Thomas Meier in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Über 200 Interessierte

Inzwischen haben sich über 200 Interessierte gemeldet. Weil die Zahl der Plätze endlich ist, hat der Bauausschuss der Gemeinde nun Kriterien für die Vergabe erarbeitet, in Anlehnung an das Procedere in anderen Gemeinden in der Region.

Dabei wird gefragt, welche Beziehung der Bewerber zur Gemeinde Berngau hat, ob er hier wohnt oder gewohnt hat oder ob Verwandtschaft da ist. Ein bestehender Arbeitsplatz in Berngau oder in 15 Kilometer Umgebung soll Punkte bringen, und ob der Käufer sich ehrenamtlich engagiert bei der Feuerwehr oder anderen Hilfsorganisationen, bei der Vorstandschaft örtlicher Vereine oder in der Jugendarbeit.

Behinderte bevorzugt

Punkte gibt es auch für Familien mit Kindern bis zum 18. Lebensjahr oder bei Behinderung eines Familienmitglieds. Das Bewerbungsjahr soll ebenfalls berücksichtigt werden.

Punktemindernd wirken sich der Besitz von Eigenimmobilien, Baugrund oder Eigentumswohnungen aus. Gerhard Grad meinte, es sei schwer vermittelbar, wenn eine Arbeitsstelle im 15-Kilometer-Umkreis angeführt wird.

Staffelung der Punkte?

Sebastian Schrafl sagte dazu, es gebe nicht so viele Arbeitsplätze in Berngau. Beim 15-Kilometer-Kreis berücksichtige man wenigstens den Umweltaspekt. Meier könnte sich da eine Punktestaffelung vorstellen.

Wenn Interessenten die gleiche Punktezahl haben, wurde in den Raum gestellt, was dann? Das Eingangsdatum der Bewerbung könnte da hergenommen werden, so Christa Kleebauer. Meier plädiert für ein Losverfahren. Geschäftsstellenleiter Josef Möges von der Verwaltungsgemeinschaft wusste aus Erfahrung, das kommt ganz selten vor. In der Regel würden immer mehrere Bewerber angeschrieben.

Fragebogen kommt

Einstimmig wurde der Bürgermeister ermächtigt, die endgültigen Vorgaben für die Bauwerber mit dem Bauausschuss festzulegen. Die Kriterien werden auf der Homepage veröffentlicht und vorgemerkten Interessenten ein Fragebogen zugesandt.

Weiter teilte Meier mit, für das Baugebiet Röckersbühl-West liegt inzwischen ein Baugrundbodengutachten vor, in dem eine Schadstoffbelastung des Bodens festgestellt worden ist, so dass der Boden ausgetauscht werden muss. Derzeit wird geprüft, ob der Erdaushub auf der gemeindlichen Erddeponie abgelagert werden kann. Einstimmig beschloss das Gremium, trotz der dafür anfallenden Mehrkosten an der Planung und Erschließung des Baugebietes festzuhalten.

Lieber mit Schwenk

Probleme mit dem schnellen Verkehr von Tyrolsberg kommend sieht man im neuen Baugebiet "Am Dümpfelweiher". Deshalb hatte Meier Varianten für die Neugestaltung der Straße mitgebracht, die das planende Büro einfließen lassen wird. Zum einen wird vorgeschlagen, die Straße zu verschwenken und das Ufer am Dümpfelweiher zu vergrößern.

Zum anderen könnte eine Straßenabzweigung mit Vorfahrtsänderung Abhilfe schaffen. Gerhard Grad sieht die Abzweigung als gute Möglichkeit, den Verkehr zu verlangsamen, während Peter Fiehl nicht nur auf die landwirtschaftlichen Gespanne aufmerksam macht, die da abbremsen müssen; wenn sie vom Lagerhaus kämen, müssten sie zweimal halten und anfahren, was gegenüber der verschwenkten Variante mehr Lärm verursacht. Die Räte entschieden sich dafür, die Verschwenkung für die Planungen zugrundezulegen.

Radweg gefordert

Den seit langem immer wieder geforderten Radweg von Tyrolsberg nach Neumarkt entlang der Kreisstraße hat Bürgermeister Meier im Gespräch mit dem Landratsamt angesprochen. Laut Tiefbauabteilung gebe es dazu keine Planungen. Bis 2025 stehe das Projekt, das mit der Sanierung der Straße vorgesehen ist, nicht auf der Agenda.

Zwei Bauhofmitarbeiter sollen in Berngau angestellt werden. Laut Meier seien "viele Bewerbungen gekommen, darunter etliche passende". Bauhofmitarbeiter Peter Pröll geht zum Jahresende in den Ruhestand. Die Neuen könnten übers Jahr gut eingearbeitet werden, verstärken das Team, so dass mehr Arbeit in Eigenregie erledigt werden könnte. Festgelegt wurde, einen Arbeiter sofort einzustellen und einem zweiten eine feste Zusage auf Einstellung für Anfang nächsten Jahres zu geben.

ANNE SCHÖLL

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