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Im Schaumstoff-Dschungel der Kunst

Artist-in-Residence-Programm bis Oktober in Regensburg - 13.08.2017 10:24 Uhr

Ein visuelles und haptisches Erlebnis: Klára Orosz arbeitet mit Schaumgummi. © Foto: Orosz/oh


Eine Jury hat neun Künstler ausgewählt, die von August bis Oktober in der Akademie für Gestaltung im Regensburger Andreasstadel arbeiten werden. "Regensburg braucht eine Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst", sagte Regina Hellwig-Schmid von der Donumenta bei der Eröffnung der Jurysitzung mit Kuratoren aus der Slowakei, Ungarn und Österreich sowie einem Vertreter der Stadt Regensburg.

Das Artist-in-Residence-Programm "Danube Art Lab" sei ein Novum für die Stadt. Die Künstler wurden aus 31 Bewerbungen aus 14 Donauländern ausgewählt.

Kunst, Kultur und Tourismus sind die Eckpfeiler des EU-Projekts "Kulturplattform Donauraum", das über Ländergrenzen hinweg arbeitet und größtenteils von der EU finanziert wird. Länder, Regionen und Zivilgesellschaften im Donauraum begegnen und vernetzen sich über Grenzen hinweg. Mittel dieser Vernetzung sind Kunst- und Kulturprojekte.

Und so erarbeiten die ausgewählten Künstler jeweils im Zeitraum von einem Monat Werke, die vergessenes oder verborgenes kulturelles Erbe visualisieren sollen. Was diesen Sommer mit neun Künstlern beginnt, soll der Anfang einer Institution für Kreative aus allen Donauländern werden und zwei Jahre lang den kulturellen Austausch entlang der Donau fördern.

Einer der vergessenen Orte, die im Artist-in-Residence-Programm wieder sichtbar und erfahrbar gemacht werden sollen, ist der sogenannte Schwarze Turm an der Steinernen Brücke: Kaum jemand erinnert sich an diesen einstigen Abschluss der Steinernen Brücke nach Norden. Aufgrund von Kriegsschäden wurde der Wehrturm samt Zugbrücke und Gräben zu Beginn des 19. Jahrhunderts beseitigt. Ein anderes historisches Thema, das auf die einst eng miteinander verbundenen Städte Linz, Prag und Regensburg verweist, ist das Leben des Astronomen Johannes Kepler: Auch hierfür sind Künstler aufgerufen, Ländergrenzen überschreitende Wirkungsräume zu untersuchen und zu bearbeiten.

Anfang August startet das "Danube Art Lab" mit Klára Orosz aus Ungarn, Selma Selman aus Bosnien-Herzegowina und Milijana Istijanovic aus Montenegro. Alle drei Künstlerinnen wurden nach 1980 geboren und werden einen Monat lang in Regensburg arbeiten.

Klára Orosz ist bekannt für ihre überdimensionalen, mit dem Publikum interagierenden Installationen. Selma Selman ist eine Meisterin von Performances, die gleichzeitig verstören und versöhnen. Den Werken von Milijana Istijanovic liegt der Gedanke zugrunde, dass die Objekte, mit denen sich ein Mensch umgibt, auf eben diesen verweisen.

Im September und Oktober werden sechs weitere Künstler in der Regensburger Akademie arbeiten: Die Künstlerin Bojana Kneževic (Serbien/Kroatien), der Performer und Soziologe Dimitru Oboroc (Rumänien) sowie die Installationskünstler Alexandru Raevschi (Moldawien), Alena Foustková (Tschechien), Nikita Kadan (Ukraine) und Borjana Ventzislavova (Bulgarien).

ZWeiterführende Informationen finden sich im Internet unter: www. regensburg.de/kultur (Reiter: EU- Kulturprojekte) beziehungsweise: www.interreg-danube.eu/ approved-projects/cultplatform-21 

nn

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