Sonntag, 17.11.2019

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In Seubersdorf sprudeln die Steuern

Kämmerin Kerstin Bäumel legte dem Gemeinderat einen Rekordhaushalt in Höhe von rund 19,46 Millionen Euro vor. - 28.07.2019 10:41 Uhr

In Seubersdorfs guter Stube geht es voran: Der Rathausplatz mit Bürgersaal und Bücherei ist eine Großinvestition, die immer mehr Gestalt annimmt. Für die Bürger ergeben sich viele neue Nutzungsmöglichkeiten - und die Finanzlage der Kommune gibt so ein Vorhaben her. © Foto: Werner Sturm


Bürgermeister Eduard Meier erinnerte daran, dass die Haushaltszahlen bereits Grundlage einer gemeinsamen Klausurtagung im Vorfeld der Gemeinderatssitzung waren. Der Verwaltungshaushalt der schuldenfreien und mehr als 5150 Einwohner zählenden Gemeinde Seubersdorf erhöht sich laut Bäumel gegenüber dem Vorjahr um rund zehn Prozent auf das Rekordergebnis von 8 468 073 Euro.

Kreisumlage und Personal

Die größten Einnahmepositionen sind die Grundsteuern mit 448 000 Euro, die Gewerbesteuer mit rund einer Million Euro, die Einkommenssteuerbeteiligung mit drei Millionen Euro, die Schlüsselzuweisung mit 1,48 Millionen Euro, allgemeine Zuweisungen mit 170 742 Euro sowie Einnahmen aus Verwaltung und Betrieb mit 1,96 Millionen Euro.

Die größten Ausgaben im Verwaltungshaushalt sind die Kreisumlage mit knapp 1,75 Millionen Euro, die Personalausgaben mit 1,58 Millionen Euro sowie der sächliche Verwaltungs- und Betriebsaufwand mit 1,99 Millionen Euro.

Über 10-Millionen-Marke

Zum zweiten Mal in der Geschichte der Gemeinde steigt der Vermögenshaushalt in seinen Einnahmen und Ausgaben über die Zehn-Millionen-Euro-Marke, genauer gesagt auf 10,992 Millionen Euro. Das sind noch einmal 228 643 Euro mehr als im Vorjahr.

Schwerpunkte darin sind mit rund 2,07 Millionen Euro der Erwerb von Grundstücken und gewichtige Baumaßnahmen mit rund 7,09 Millionen Euro. So hat der Gemeinderat beispielsweise den Bau einer Kindertagesstätte mit vier Kindergartengruppen und drei Krippen beschlossen. Die Maßnahme stellt insgesamt, verteilt auf mehrere Jahre, eine Investition von gut sechs Millionen Euro dar.

Fleißig voran schreitet die Gestaltung der Seubersdorfer Ortsmitte mit Bürgersaal und Bücherei. Hier dürften die Gesamtkosten inklusive der Einrichtung und der Außenanlagen auch bei gut sechs Millionen Euro liegen.

Die Dorferneuerung in Freihausen kostet insgesamt etwa 744 000 Euro. Im Bereich der Straßensanierung wurde unter anderem wegen der Erschließung neuer Baugebiete und der Gewerbestraße eine Million Euro in den Haushalt eingestellt.

Für den Umbau des denkmalgeschützten Bahnhofs fallen Schlusszahlungen mit rund 120 000 Euro an. Die Feuerwehr Ittelhofen soll ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug bekommen. Das kostet inklusive Ausschreibung und sonstiger Kosten in etwa auch 120 000 Euro. Es ist ferner geplant, 888 700 Euro der allgemeinen Rücklage zuzuführen.

Erstmal kein Kredit nötig

Das anspruchsvolle Investitionsprogramm muss natürlich auch finanziert werden. Dazu dienen hauptsächlich Zuweisungen und Zuwendungen in Höhe von rund 1,8 Millionen Euro, Beitragseinnahmen mit 2,2 Euro, der Erlös aus dem Verkauf von Sachen des Anlagevermögens mit 1,7 Millionen Euro und die Entnahme aus der Rücklage mit fast 3,9 Millionen Euro. Die Zuführung vom Verwaltungshaushalt erreicht 1,35 Millionen Euro. Abschließend sagte Bäumel, nach jetzigem Kenntnisstand könne auch in den nächsten Jahren von einer Kreditaufnahme abgesehen werden.

Ob eventuell im nächsten Jahr ein für Kindergartenneubauten aufgelegtes Programm der Kreditanstalt für Wiederaufbau genutzt werde, müsse erst geprüft und abgewogen werden. Die Veräußerung der Bauplätze ließen nach und nach auch die Rücklagen wieder steigen.

Der Bürgermeister ließ über den Verwaltungshaushalt, den Vermögenshaushalt, über den Finanz- und Investitionsplan für die Jahre bis 2022 sowie über die Haushaltssatzung getrennt abstimmen. Die große Mehrheit stimmte dafür. Ablehnung kam, wie in den vergangenen vier Jahren ganz oder teilweise aus den Reihen der SPD und der Aktiven Bürger (ABGS). Einigkeit herrschte dagegen wieder bei den Abstimmungen über den Stellenplan sowie über die Hebesätze für die Grundsteuern und die Gewerbesteuer. Einstimmig war man hier der Auffassung, diese unverändert bei 310 Prozent zu belassen.

WERNER STURM

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