„Jubel und Handgeklapper“ für Ritter und Ochs

23.5.2011, 09:00 Uhr
Beim großen Festzug durch die Innenstadt präsentieren sich Reiter und Ross noch friedlich. Doch hinter der Jurahalle traten sie im Ritterturnier gegeneinander an und zeigten, wie man im Mittelalter zu kämpfen pflegte.

© Fritz-Wolfgang Etzold Beim großen Festzug durch die Innenstadt präsentieren sich Reiter und Ross noch friedlich. Doch hinter der Jurahalle traten sie im Ritterturnier gegeneinander an und zeigten, wie man im Mittelalter zu kämpfen pflegte.

„Mei, is des a große Kuh, die die im Mittelalter ghabt ham“, sagt Klein-Nico, der mit seinem Vater extra aus Altdorf über die Grenze angereist ist, um den Festzug des zweiten Lenzmondfestivals zu bestaunen. Recht hat er, denn so manches edle Streitross zuckt trotz der schwer bewaffneten Ritterschaft auf seinem Rücken verschreckt zurück, als der massige Ochse, der sich mit seinem Bauern dem Zug angeschlossen hat, an ihm vorbeitrabt.

Was fürs Auge

Nun mag ein Rindvieh nicht der Inbegriff dessen sein, was sich der gemeine Bürger anno 2011 unter dem Mittelalter vorstellt – aber darauf kam es auch nicht an. Spaß und Interesse fürs Mittelalter wollte Veranstalter Bobby Gebhardt, dank seines Kettenhemdes und dem im roten Samtkleid verhüllten Körper besser bekannt als „Ritter Bobby“, mit Festzug und Festival wecken.

Blieben von den Kraftausbrüchen des Wettergottes verschont: Sowohl der Auftritt des Isar-Indianers Willy Michl als auch der Schaugang von Ochs, Bauer und Veranstalter „Ritter Bobby“ gingen ohne Donner, Blitz und Regen über die Bühne.

Blieben von den Kraftausbrüchen des Wettergottes verschont: Sowohl der Auftritt des Isar-Indianers Willy Michl als auch der Schaugang von Ochs, Bauer und Veranstalter „Ritter Bobby“ gingen ohne Donner, Blitz und Regen über die Bühne.

Dass seine Idee fruchtet, beweisen die durch Dudelsackmusik und dröhnende Trommelschläge dringenden Gespräche. Warum, so will zum Beispiel ein kleines Mädchen von seinem Vater wissen, tragen die meisten der gar furchteinflößend blickenden Kerle denn Kleider? „Weil der Mief, den die unter ihren Kleidern haben, so besser abziehen kann“, antwortet der, und sein Kind nickt verständnisvoll. Doch nicht nur in Punkto Wissen, auch beim Amüsement der über 4000 Besucher am Markt geht das Konzept auf. Angesichts hüftschwingender Zigeunerinnen und halbnackter Römer, die nur in Brustpanzer und Lendenschurz auf Streitwagen die Menge passierten, kein Wunder.

Dass auch Petrus mit den Muskeln spielte, zeigte der Himmel. Während der Festzug bei strahlendem Sonnenschein marschierte, mussten die Mittelalterfans bei Regengüssen immer wieder Schutz unter den Budendächern vor der Jurahalle suchen. Der Stimmung tat das keinen Abbruch, als Willy Michl die Bühne betrat, waren die meisten wieder trocken.

Insgesamt zieht Veranstalter Bobby ein positives Resümee. Wenn es nach ihm geht, soll der Lenzmond zur Institution im Festkalender werden.