Info-Politik von Tennet in Kritik

Juraleitung: SV Postbauer und Bucher fühlen sich im Stich gelassen

26.7.2021, 06:02 Uhr
Im Landkreis Neumarkt gibt es viel Widerstand gegen den geplanten Verlauf der Juraleitung. Jetzt gehen auch die Bucher und der SV Postbauer auf die Barrikaden, weil sie von den neuen Planungen unmittelbar betroffen wären.

Im Landkreis Neumarkt gibt es viel Widerstand gegen den geplanten Verlauf der Juraleitung. Jetzt gehen auch die Bucher und der SV Postbauer auf die Barrikaden, weil sie von den neuen Planungen unmittelbar betroffen wären. © Foto: Stefan Hippel

Die Bucher Dorfgemeinschaft und der SV Postbauer hatten sich bereits vor zwei Jahren in dieser Angelegenheit am Aicha getroffen. Resultat war ein Schreiben an Netzbetreiber Tennet, das aber im Sande verlief. "Gesprochen hat mit uns noch keiner, obwohl wir direkt davon betroffen sind", teilt der Bucher Volker Reimann mit.

"Nun haben wir erneut einen Widerspruch gegen die Leitung insgesamt eingelegt und sowohl die Firma Tennet, als auch unsere Marktgemeinde Postbauer-Heng informiert." Beide Absender klagen, sie fühlten sich als direkt Betroffene "links liegen" gelassen, vor allem von Tennet zu wenig informiert. Da zahlreiche Aspekte noch ungeklärt, viele Fragen offen seien, lehnen sie die P53 in ihrer geplanten Form ab.

Gekoppelt an Umgehung?

"Wir lehnen die Stromtrasse, sofern diese gebraucht wird, und da bin ich mir sehr unsicher, nicht generell ab, aber so, wie es bisher gelaufen ist, können wir unmöglich zustimmen", erklärt Volker Reimann aus Buch, der auch gleichzeitig der Vorsitzende des SV Postbauer ist. "Auch wir sind für eine Auslagerung aus Postbauer-Heng, aber verträglich, etwa in Verbindung mit der B8-Umgehung und nicht quer durch unsere herrliche Landschaft und zu Lasten eines kleinen Dorfes mit 230 Einwohnern und eines mittleren Sportvereins mit 950 Mitgliedern."

Schon im Juli 2019 hatte der SVP Tennet um genauere Informationen zur Trassenführung gebeten, aber nur die Antwort erhalten, die Angaben des Vereins würden geprüft. Im laufenden Raumordnungsverfahren kristallisierte sich heraus, dass die neue Starkstromtrasse östlich um Postbauer-Heng herumgeführt wird und damit am Westhang des Dillbergs sehr nah ans Postbaurer Sportgelände heranrückt.

"Wir haben erst eine neue Fitnesshalle gebaut, wollten so richtig durchstarten und dann kommt die P53-Leitung direkt in die Nähe", schreibt Reimann an Tennet. Der Vereinsvorsitzende befürchtet einen Mitgliederschwund und folglich Umsatzeinbußen, sieht sogar den Bestand des Vereins auf Dauer gefährdet. "Der SV Postbauer wird sich deshalb rechtlich vertreten lassen."

Volker Reimann hat auch im Namen der Bucher den Protestbrief verfasst, den rund 30 Dorfbewohner unterschrieben haben. Sie alle befürchten eine Einschränkung der Lebensqualität, Verlust der Natur und des Erholungswertes, Wertverlust der Häuser und andere negative Auswirkungen.

"Warum wurden uns keine Alternativen aufgezeigt?", fragen sich die Betroffenen. Zum Beispiel die Möglichkeit einer Erdverkabelung. "Wir sind nicht gegen eine Verlegung aus dem Ort Postbauer-Heng, aber nicht direkt vor unserer Haustür. Zum Schluss müssen wir auch noch alles mitbezahlen."

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