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Donnerstag, 28.05.2020

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Kastl: Campingplatz und Zelthotel genehmigt

Alter Marktrat verabschiedete sich mit einem Riesenpensum wegen vernachlässigbarer Einwände - 30.04.2020 14:33 Uhr

Auf diesem steinigen, drei Hektar großen Bio-Acker links neben dem Kastler Freibad soll der künftige „Campingpark Lauterachtal“ entstehen. © Foto: Josef Piehler


Etwas verloren wirkten die Gemeinderäte in der Schulturnhalle schon, als Bürgermeister Stefan Braun sie und zahlreiche Zuhörer und dazu noch Planer Hans Jürgen Tiefel vom Planungsbüro Renner und Hartmann begrüßte.

Hans Jürgen Tiefel hatte die "Mammutaufgabe", die behördlichen Stellungnahmen und die meist negativen Einwendungen der Bürger zum Bebauungsplan Campingplatz und Zelthotel Kastl zusammen mit Susanne Bäuml von der Gemeinde zu sichten und in den vorgesehenen Bebauungsplan zu übernehmen. Tiefel sagte, dass viele Träger öffentlicher Belange auf eine Stellungnahme verzichtet hätten. Auch Ämter und Behörden, wie das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg hätten keine Einwendungen erhoben.

Behörden haben keine Bedenken

Die Regierung der Oberpfalz und der Regionalverband sehen das Vorhaben sehr positiv, ebenso die Tourismusabteilung am Landratsamt Amberg-Sulzbach. Der Naturschutz des Landratsamts möchte noch mehr Eingrünung des Platzes, auch mit Großbäumen und das Wasserwirtschaftsamt Weiden mahnt, mit Wasser sparsam umzugehen. Das Brauchwasserkonzept des späteren Platzbetreibers wird sehr positiv gesehen.

Der Bund Naturschutz möchte auf der vorgesehenen Fläche den Bio-Acker eines örtlichen Bio-Bauern erhalten und begrüßt den Erhalt einer nordöstlichen Wiese mit rund 1500 Quadratmetern als Ökofläche für Pflanzen- und Tierwelt.

Die Einwände der Bürger bringen kaum Erkenntnisse. Dass die Anwohner der Badstraße und der Oberthalstraße, die die Campinggäste nutzen werden, über den zusätzlichen Verkehr alles andere als erfreut sind, scheint nachvollziehbar, zumal im Sommer Hunderte von Badegästen des Freibads die gleichen Wege nehmen. Unverständlich scheinen dagegen Einwände einiger "dunkelgrüner" Bewohner des weit weg liegenden Pfingstbergs und der Hainthalstraße, die hier kompromisslos jede Veränderung ablehnen.

Ihre Argumente, nach denen der Biolandbau beeinträchtigt würde, die Feldlerche gefährdet sei, das Landschaftsbild zerstört würde, der Blick zur Klosterburg verbaut würde (über ein Kilometer Entfernung), sowie die Angst vor Lärm, Abgasen und Verkehrsbelastung, wurden gehört. Allerdings sind die Einwände schon seit der Kastler Bürgerversammlung vor einigen Monaten bekannt. Zwei Stunden hatten der Vortrag von Pro und Contra gedauert, dann stimmte der Gemeinderat mit dem Hinweis auf die Beachtung der Einwendungen und Hinweise dem Bebauungsplan Campingplatz Kastl mit Zelthotel zu.

Nach zwei Stunden Zustimmung

Die Vorteile eines Campingplatzes in unmittelbarer Nähe des Freibades, der den Tourismus, die Gasthäuser und die Infrastruktur insgesamt stärken, auch das Freibad dürfte mehr Gäste bekommen, kompensieren nach Ansicht der Räte den maßvollen Eingriff in die Natur und in das Landschaftsbild. Der Billigungs- und Auslegungsbeschluss ist damit ebenfalls erfolgt.

Bauanträge für eine landwirtschaftliche Lagerhalle in Mühlhausen und ein Dachgeschossausbau in Kastl wurden ebenfalls genehmigt. Die neu gewählten Kommandanten der FFW Kastl, Tobias Lang und Fabian Nemetschek, sowie Thomas Wiesend und Dieter Ibler für die FFW Wolfsfeld bestätigte der Rat.

JOSEF PIEHLER

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