Die  Trassengegner machten mobil

Keine Antworten auf heikle Fragen beim Protestcamp in Wallnsdorf

28.6.2021, 06:00 Uhr
Im Wallnsdorfer Protestcamp machten die Aktivisten gegen die Juraleitung mobil.

© Anton Karg Im Wallnsdorfer Protestcamp machten die Aktivisten gegen die Juraleitung mobil.

Am Samstagabend fand auf einer Wiese nahe Wallnsdorf/Gemeinde Berching das zweite „Protestcamp Juraleitung 2021 –Sag deine Meinung“ statt. Eingeladen hatte das ORGA-Team Birgit Aurbach aus Döllwang, Gabriele Götz aus Döllwang und Michaela Wild aus Winterzhofen. „Bühne frei“ hieß es für nahezu 50 Redner. Von der CSU waren Susanne Hierl, Albert Füracker, Markus Söder, Horst Seehofer, Peter Altmeier und Alois Scherer eingeladen worden. Keiner kam. Auch von den anderen Parteien sowie aus dem Landratsamt war niemand gekommen.

Mehr Windkraft gefordert

Deinings Bürgermeister Peter Meier, die Berchinger Stadträte Sieglinde Hollweck und Lothar Bierschneider (beide FDP) gaben sich die Ehre. Von der ÖDP trat Kreisrat Wolfgang Branner ans Rednerpult. Er bemängelte, dass die groß angekündigte Wasserstoffinitiative seit 30 Jahren verschlafen worden sei. Zur 10H-Regelung, die den Ausbau von Windenergie verhinderte, sagte er: „Wer sich gegen den Ausbau von erneuerbarer Energie wendet, wird Stromtrassen ernten.“ Er sagte dies auch im Hinblick auf den Berchinger Stadtrat, der vor kurzem einen Antrag auf die Änderungen eines Bebauungsplans für eine Windanlage zwischen Ernersdorf und Grubach abgelehnt hatte.

Der Vizepräsident des Bauernverbands Oberpfalz, Ely Eibisch, stellte fest, dass die geplante Wechselstromtrasse massiven Eingriff in das Eigentum der Grundstücksbesitzer und Landwirte darstelle. Er sprach von einem „immensen Flächenverbrauch“ auch in Bezug auf die Wälder, die von der Trasse durchschnitten würden. Eibisch gab den Rat: „Wir müssen und deshalb gut überlegen, wie wird den Netzausbau in Bayern gestalten.


Es gibt auch Proteste in Franken


Sigrid Schinder, Bund Naturschutz, zeigte sich besonders erfreut darüber, dass die Landwirte anfangen, sich zu wehren. Sie sei stolz auf den Landkreis Neumarkt, der schon so viel für die erneuerbaren Energien investiert habe und wünscht sich Augenmerk auf Speichertechnologie und den Ausbau und die Modernisierung der Verteilnetze in den Kommunen. Aber keine Investition in die Übertragungsnetze, weil "wir die für die Energiewende absolut nicht brauchen".

Viele waren gekommen, um den Rednern zuzuhören und ihren Protest gegen den geplanten Ersatzneubau zu äußern.

Viele waren gekommen, um den Rednern zuzuhören und ihren Protest gegen den geplanten Ersatzneubau zu äußern. © Anton Karg

In einem Schreiben an die Regierung der Oberpfalz, das 100-fach auslag, von den Teilnehmern unverzüglich per Post nach Regensburg geschickt werden soll, wird die Behörde aufgefordert, eine Stellungnahme zum Raumordnungsverfahren betreffend der Hochrüstung der Juraleitung von Raitersaich bis Altheim zu beziehen.


Weitere Termine stehen an


Die Sprecher der Bürgerinitiativen aus Deining und Winterzhofen hatten in ihren Einladungsschreiben vier Fragen an die Redner verschickt, die auch den anderen Bürgerinitiativen zugesandt worden waren. Man war gespannt auf die Antworten - und wurde sehr enttäuscht, da keine schriftlich oder mündlich vorgetragen wurden. Das betrifft auch Anton Meier aus Wappersdorf, der von der Trasse betroffen ist und sich Antworten erhofft hatte.

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