Oberpfälzer Krankenhaustagung

Klinikum Neumarkt: Personalrat fordert mehr Personal

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12.5.2022, 14:00 Uhr
Bayern- und bundesweit protestierten Beschäftigte am 12. Mai, dem internationalen Tag der Pflege, für eine gesetzliche Personalbemessung, wie hier im Bild die Kollegen und Kolleginnen von Sana Cham.

© Hans Huber Bayern- und bundesweit protestierten Beschäftigte am 12. Mai, dem internationalen Tag der Pflege, für eine gesetzliche Personalbemessung, wie hier im Bild die Kollegen und Kolleginnen von Sana Cham.

Betriebs- und Personalräte aus Oberpfälzer Krankenhäusern, darunter auch Milan Kost, Personalratsvorsitzender am Klinikum Neumarkt, haben zum internationalen Tag der Pflegenden am 12. Mai verbindliche und bedarfsgerechte Personalvorgaben gefordert.

„Jahr um Jahr weisen wir auf die Überlastung der Beschäftigten in der Pflege hin. Das wird zwar auch wortreich von der Politik beklagt, aber Konsequenzen werden leider nicht gezogen“, kritisiert Reinhard Birner, Personalratsvorsitzender des Klinikum St. Marien in Amberg in einer Pressemitteilung.

"Versprechen muss endlich eingelöst werden"

Dabei gebe es einen konkreten Vorschlag über eine bedarfsgerechte Personalbemessung, die sogenannte PPR 2.0. Das Instrument ist vor über zwei Jahren von der Deutschen Krankenhausgesellschaft, dem Deutschen Pflegerat und ver.di im Rahmen der konzertierten Aktion Pflege entwickelt worden. Das Klinikum Amberg war eines von 44 Pilotkrankenhäusern, in dem die PPR 2.0 auf ihre Praxistauglichkeit überprüft wurde. Diese habe sich bestätigt – nur getan habe sich nichts, so Birner.

"SPD, Grüne und FDP haben im Koalitionsvertrag versprochen, die PPR 2.0 kurzfristig und verbindlich einzuführen. Dieses Versprechen muss jetzt endlich eingelöst werden", fordert auch Milan Kost, Personalratsvorsitzender am Klinikum Neumarkt. Besonders wichtig sei, dass für die Praxisanleitung verbindlich mehr Zeitkontingente festgelegt werden und die Qualifizierung zur Praxisanleitung angemessen honoriert wird. "Einerseits steigen die Anforderungen durch die generalisierte Pflegeausbildung, andererseits gibt es viel zu wenig Unterstützung. Wenn es so weitergeht, werden immer mehr Praxisanleiter das Handtuch werfen, da sie ihre Verpflichtungen nicht in der Praxis umsetzten können“, befürchtet Kost.

Gefahr, dass noch mehr aufgeben

Karsten Strassburger, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender von den Sana Kliniken des Landkreises Cham, macht deutlich: „Angesichts der auch aktuell extrem hohen Belastungen durch die Corona-Pandemie brauchen die Beschäftigten der Krankenhäuser das Signal, dass die Probleme ernsthaft angegangen werden. Sonst besteht die Gefahr, dass noch mehr Pflegende ihren Beruf aufgeben.“

Für Psychiatrien bestehe zwar seit Anfang 2020 eine Richtlinie zur Personalausstattung (PPP-RL). Es habe für Arbeitgeber allerdings keine Konsequenzen, wenn diese nicht umgesetzt wird.

"Patientinnen und Patienten haben ein Anrecht auf eine gute Versorgung. Die Beschäftigten müssen wissen, dass sie durch ihre Arbeit für andere nicht selbst krank werden. Die politisch Verantwortlichen stehen in der Pflicht, das mit klaren gesetzlichen Regeln zu gewährleisten“, so Eveline Kabas, Personalratsvorsitzende an der Regensburger medbo. „Mit den Ausreden muss endlich Schluss sein. Wir brauchen mehr Personal und Entlastung – jetzt!"

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